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Wir wollen keine verstaubten Exponate

über die Frage, was ein Museum heute ist

Birgit Ulbricht

Wer das Konzept zum Großenhainer Museum liest, in dem die Situationsbeschreibung wortwörtlich so drinsteht, wie hier aufgezeigt, kann schon ins Grübeln kommen. Denn sie offenbart eklatante Mängel, die seit Jahrzehnten bestehen – personell wie baulich. Natürlich hat die Stadt im Museum zwischendurch umgebaut. Aber es bleiben am Ende Schönheitsreparaturen, wie Museumsleiter Schulze-Forster richtig bemerkt. Im Grunde haben all die Dinge nichts bewirkt und insofern waren sie teuer.

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Die Stadt hat das Museum nie so zum Thema gemacht wie die Preusker-Bücherei oder das Kulturschloss. Beide Häuser haben gezeigt, dass sie ihren Platz in Großenhain dadurch gefunden haben – aber dafür ist zuvor eben auch etwas getan worden. Beim Museum ist man unsicher, sagt, das ist zu teuer, jenes nicht möglich. Die Wahrheit ist, man weiß eigentlich noch gar nicht, was man will. Einfach ein größeres Haus hinzusetzen, beantwortet diese Frage nicht. Hier und da etwas um- oder anzubauen, aber auch nicht.

So wie sich die „gute Stube“ zu Hause über die Jahrhunderte verändert hat, ändert sich auch die „Heimatstube einer Stadt“. Ein Museum ist doch heute kein Ort mehr, in dem man sich andächtig verstaubte Dinge ansehen will. Wir wollen uns in einem Museum wohlfühlen, überrascht sein, uns treffen und uns mit den verschiedensten interessanten Aspekten des vergangenen und gegenwärtigen Stadtlebens befassen. Und das muss Spaß machen. So gesehen hat die Diskussion darüber, was ein Museum ist, in Großenhain gerade erst angefangen.