merken
PLUS

Wird das Empors neuer Rasen?

Der Fußball-Verein spielt mit dem Gedanken an einen Umzug nach Großschweidnitz, weil sein Stadion noch immer kaputt ist.

Von Susan Ehrlich

Es wird ein großes Wochenende im Löbauer Stadion. Die Fußballschule Kickfixx mit Sitz in Oppach trägt hier ihren 7. Oberlausitz-Cup aus. Hauptsponsor ist die Enso, Gastgeber der Fußballverein Empor Löbau. Vielleicht zum letzten Mal? Denn Empor Löbau führt seit einiger Zeit Gespräche mit den Großschweidnitzern, möchte eventuell deren Stadion für Training und Heimspiele mit nutzen. Grund dafür ist, dass ums Heimstadion in Löbau gerungen wird. Die Schäden sind nach mehreren Hochwassern nicht zu übersehen. Doch vielleicht naht Hilfe.

Autohaus Dresden
Eines der besten Autohäuser in Deutschland
Eines der besten Autohäuser in Deutschland

Dresden braucht starke und innovative Unternehmen, wie das Autohaus Dresden. Der Opelhändler ist seit über 25 Jahren tief mit der Region verwurzelt.

Fest steht nämlich, dass Ernst Lieb als Präsident des FC Oberlausitz Neugersdorf an der Sanierung des Löbauer Stadions festhält. „Mein Interesse ist nach wie vor vorhanden“, sagt er. Allerdings möchte er nicht ins Ungewisse investieren – und kann das ohnehin nicht ohne Unterstützung. „Einfach mal loslegen ist bei einer so umfangreichen Sache nicht drin“, sagt Lieb. Er habe schon sehr konkrete Vorstellungen, wie das Stadion einmal aussehen soll. Auch ein Architekt sei inzwischen beauftragt. Er soll prüfen, was bautechnisch machbar ist. Denn eine Überdachung zur Straße hin, wie Lieb sie sich denken kann, hätte auch Konsequenzen; zum Beispiel für die Sicht zum Löbauer Berg. „Es gibt da viel zu beachten“, so Ernst Lieb.

Wichtig ist dem leidenschaftlichen Fußball-Fan vor allem eines: „Ich möchte, dass es für die stärkste Mannschaft der Oberlausitz ein geeignetes Stadion gibt.“ Ob diese Elf FCO heißt oder noch andere Beinamen führt, sei dabei nicht die Hauptsache. „Entscheidend ist doch, dass heutzutage ein Gang ins Stadion ähnlich dem zu einem Konzert ist. Es ist ein Event“, sagt Lieb. Dafür müsse man auch etwas bieten. Und dafür brauche man eben die nötigen Mittel. Um die ringt Ernst Lieb und hofft, dass sein Plan aufgehen kann.

Der FSV Empor Löbau wird mit seinen Mitgliedern Mitte Juni entscheiden, wie es weitergeht. Der Verein als Pächter kann im Löbauer Stadion allein wenig ausrichten gegen den zum Teil hochwasserbedingten Verfall. Wenn Lieb tatsächlich sanieren kann, würde es Bauzeiten geben, die es sportlich zu überbrücken gilt. Nicht umsonst ist man also mit Großschweidnitz in Verhandlung. Günter Arnold von der dortigen SG Medizin bestätigt zwar die Gespräche, hält sich ansonsten aber bedeckt. „Es ist nichts spruchreif“, sagt er. Damit decken sich seine Worte mit denen von Empor-Sprecher Marco Hanske.

Reginald Lassahn, Präsident des Kreisfußballverbandes, ist selbst Mitglied des Großschweidnitzer Fußballvereins. Vorgreifen möchte er den Entscheidungen der beiden verhandelnden Vereine aber auch nicht. „Ich weiß, worum es geht, und habe Einblicke“, sagt er – mehr aber, aus genannten Gründen, vorerst nicht. Die Idee von Ernst Lieb, das Löbauer Stadion zu erneuern, findet er sehr gut. „Das kann unserer Region nur von Vorteil sein“, sagt er.

Auch Thomas Wockatz von Kickfixx sieht das so. „Die Sanierung des Löbauer Stadions würde uns freuen“, sagt er. Für den Oberlausitz-Cup hätte das keine Auswirkungen. Die Fußballschule mit ihren rund 50 Mitgliedern wechselt für dieses Event bislang immer an einen anderen Ort. Beim Turnier am Wochenende in Löbau werden etwa 1 500 Nachwuchskicker mitmischen – ein neuer Rekord! Thomas Wockatz hat also eher ein Luxus-Problem: „Bei den Teilnehmerzahlen kommt natürlich nicht jede Sportstätte infrage“, sagt er. Doch noch gebe es genug Auswahl. Die Kickfixx-Turniere seien nicht in Gefahr.