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Sebnitz

Außenbecken und Kegelbahn fürs Mariba

Eine Untersuchung legt den Um- und Ausbau der Neustädter Freizeitwelt nahe. Darüber will aber das Rathaus noch nicht öffentlich sprechen.

Außenansicht der Mariba Freizeitwelt in Neustadt. Die Zeit scheint günstig für Veränderungen.
Außenansicht der Mariba Freizeitwelt in Neustadt. Die Zeit scheint günstig für Veränderungen. © Daniel Schäfer

Früher gab es das schon mal: ein Außenbecken im Neustädter Mariba. Nun könnte das wieder Realität werden. Eine Untersuchung zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung des Freizeitzentrums legt den Bau eines 25-Meter-Beckens mit einer Wassertiefe von 1,35 Metern nahe - um im Sommer noch mehr Gäste anzulocken.

Das ist aber noch nicht alles:  Laut der Studie könnte es sinnvoll sein, die drei Indoor-Tennisplätze auf zwei zu verkleinern. Die dadurch frei werdende Fläche könnte im unteren Bereich mit einer Trennwand zu einem Extra-Raum umfunktioniert werden. Darin soll künftig eine Kegelbahn entstehen, die von allen zahlenden Gästen und nicht nur vom Kegelsportverein Neustadt genutzt werden könnte. Außerdem soll im frei werdenden Tennisplatzbereich auch noch eine Zwischendecke eingezogen werden. Auf der neu dazugewonnenen oberen Ebene sei eine Erweiterung des Mariba-Fitnessparks geplant. Öffentlich gemacht hat das Neustädter Rathaus diese Empfehlungen nicht, die SZ informiert aber bereits ihre Leser exklusiv.

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Noch ist aber kein Um- und Ausbau der Freizeitwelt beschlossen. Vielmehr gibt es hinter den Kulissen Ärger. So sieht der Betreiber der  Fitness-Fabrik in Neustadt, Bernhard Blandl, das Vorhaben negativ. Er sagt: "Ein Fitness-Studio ist keine Pflichtaufgabe einer Stadt." Seit mehr als zehn Jahren würde er beobachten, dass seine Kunden wegliefen, weil der Mariba-Fitnesspark mit Dumpingpreisen arbeite: "Es gab Lockangebote für Neukunden des Fitnessparks. Wenn sie einen Vertrag abschließen, können sie einmal wöchentlich Squash oder Tennis spielen oder die Saunalandschaft mit 50 Prozent Rabatt benutzen. So etwas kann ich mir als Privatunternehmer nicht leisten", klagt Blandl. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Blandl ebenfalls mit Sonderangeboten arbeitet - das aktuelle läuft bis Ende März. 

Um eine Erweiterung des städtischen Mariba-Fitnessparks zu verhindern, schickte Blandl Briefe an Bürgermeister Peter Mühle (NfN) und die Stadträte. Darin erklärte er, dass seine Existenz dadurch bedroht sei. Als vom Bürgermeister laut Blandl auch nach acht Wochen keine klare Antwort kam, schaltete er seinen Anwalt ein. Dieser fordert jetzt, dass die Umbaupläne des Mariba-Fitnessparks zu den Akten gelegt werden. 

Einige Fitness-Geräte in der Fitness-Fabrik Neustadt. Deren Chef sieht durch die städtische Konkurrenz eine Wettbewerbsverzerrung. 
Einige Fitness-Geräte in der Fitness-Fabrik Neustadt. Deren Chef sieht durch die städtische Konkurrenz eine Wettbewerbsverzerrung.  © Daniel Schäfer

Nach SZ-Informationen hat die städtische Gesellschaft veranlasst, die Sache juristisch zu prüfen. Bürgermeister Mühle, qua Amt Aufsichtsratschef der Mariba Freizeitwelt GmbH, will sich dazu und zu den möglichen Um- und Ausbauplänen nach eigenen Worten "zu gegebener Zeit" äußern. 

Fakt ist: Das Rathaus ist im Zugzwang, das Mariba neu aufzustellen. Das Freizeitzentrum arbeitet trotz städtischer Zuschüsse ( rund 255.000 Euro pro Jahr) nicht wirtschaftlich. 2017 wies die städtische Tochtergesellschaft einen Fehlbetrag von 177.500 Euro auf, 2018 waren es 309.300 Euro.  Vor allem die Tennisplatzauslastung sei in den letzten Jahren mit rund 13 Prozent viel zu gering, um wirtschaftlich zu funktionieren. Und auch der Wellnessbereich spielt offenbar nicht genügend Geld ein. Der Zeitpunkt für Veränderungen scheint günstig, da nun in großem Stil staatliche Fördergelder für die Sanierung von bestehenden Sport-und Freizeiteinrichtungen angeboten würden. Nach SZ-Informationen würde der komplette Umbau rund vier Millionen Euro kosten. 85 Prozent dieser Summe sollen förderfähig sein, wenn der Antrag noch in diesem Jahr gestellt werden würde.

Die Mariba-Freizeitwelt GmbH beherbergt eine Badelandschaft mit zwei Whirlpools, einem Kinderbecken, einem kleinen Schwimmerbecken, einer 25-Meter-Bahn, einer großen und drei kleinen Wasserrutschen sowie einem Wellenbad. Dazu kommen eine Saunalandschaft, ein Wellnessbereich, eine Tennishalle mit drei Spielplätzen, zwei Squashplätze, ein Fitnessstudio und ein Badrestaurant.

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