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Wird die Bahnhofstraße Fußgängerzone?

Das ist zumindest eine von drei Varianten, über welche die Radebeuler jetzt abstimmen können.

Rund 4.500 Fahrzeuge rollen täglich über den mittleren Teil der Bahnhofstraße. Ob das so bleiben, sich ganz oder teilweise verändern soll, dazu können die Radebeuler jetzt ihre Meinung abgeben.
Rund 4.500 Fahrzeuge rollen täglich über den mittleren Teil der Bahnhofstraße. Ob das so bleiben, sich ganz oder teilweise verändern soll, dazu können die Radebeuler jetzt ihre Meinung abgeben. © Norbert Millauer

Lange wurde auf ein Zeichen gewartet, wie es auf der Bahnhofstraße weitergehen soll. Jetzt hat die Stadt drei Varianten veröffentlicht, wie die Geschäftsstraße in Radebeul-West umgestaltet werden könnte. Im Vordergrund steht die Verkehrsleitung in dem Gebiet. Experten vom Planungsbüro VerkehrsConsult Dresden haben verschiedene Konzepte erarbeitet.

Variante 1: Fast alles bleibt beim Alten, keine Parkplätze auf der Straße

Bei dieser Variante bleibt die Verkehrsführung unverändert. Lediglich an den Knotenpunkten gibt es kleine Optimierungen: An der Ecke von Bahnhof- und Güterhofstraße sollen Fußgänger und Radfahrer eine eigene Ampel bekommen und am Knotenpunkt von Bahnhof- und Wilhelm-Eichler-Straße werden die Einfassungen von Fahrbahn und Gehwegen erneuert. 

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Außerdem fallen bei dieser Variante die Parkplätze auf dem mittleren Teil der Einkaufsstraße komplett weg, damit die Gehwege allein den Fußgängern vorbehalten sind. Geparkt werden soll stattdessen an der Güterhofstraße und auf der Festwiese. Die Verkehrsbelastung bleibt bei dieser Variante für alle umliegenden Straßen wie bisher.

Alles beim Alten: Bei Variante 1 bleibt die Verkehrsführung weitgehend unverändert.
Alles beim Alten: Bei Variante 1 bleibt die Verkehrsführung weitgehend unverändert. © Stadt Radebeul

Variante 2: Fußgängerzone im mittleren Abschnitt der Einkaufsstraße

Eine andere Möglichkeit besteht darin, den mittleren Teil der Bahnhofstraße zwischen Harmonie- und Hermann-Ilgen-Straße komplett zur Fußgängerzone zu machen. Nur Radfahrer und der Linienbus dürfen dann noch durchfahren. Für den Verkehr würde das bedeuten: Von der Meißner Straße kommend müssen Autos und Lkws einen Bogen über die Güterhof-, Emil-Schüller- und Kötitzer Straße fahren, um nach Altkö zu kommen.

 An der Kreuzung von Bahnhof-, Hermann-Ilgen- und Wilhelm-Eichler-Straße soll die Verkehrsführung geändert werden. Wer von der Herman-Ilgen-Straße kommt, hat Vorfahrt und kann auf dieser Strecke weiterfahren. Eine Einfahrt in die Wilhelm-Eichler-Straße ist von dieser Seite hingegen nicht mehr möglich, weil die Einbahnstraßenregelung dort genau umgedreht wird. Die Fußgängerampel an der Güterhofstraße ist in dieser Variante ebenfalls vorgesehen. Parkplätze gibt es in der Fußgängerzone nicht.

Bei Option 2 haben die Fußgänger den meisten Freiraum. Wenn keine Autos mehr durch den mittleren Abschnitt der Bahnhofstraße fahren können, bedeutet das aber auch mehr Verkehr für die umliegenden Straßen: Auf der Umleitungsstrecke über die Güterhofstraße werden täglich 3.700 bis 5.300 mehr Fahrzeuge unterwegs sein, schätzen die Experten. Durch die Drehung der Einbahnstraßen fahren auf der Wilhelm-Eichler-Straße gut 1.400 Autos weniger als bisher. Auf der westlichen Herman-Ilgen-Straße steigt die Zahl hingegen um knapp 4.000 Fahrzeuge pro Tag.

Variante 2 sieht eine Fußgängerzone vor. Der motorisierte Verkehr müsste dafür einen Umweg nehmen.
Variante 2 sieht eine Fußgängerzone vor. Der motorisierte Verkehr müsste dafür einen Umweg nehmen. © Stadt Radebeul

Variante 3: Einbahnstraße in Richtung Norden mit Parkplätzen

Die dritte Variante sieht eine Einbahnstraßenregelung für den mittleren Teil der Einkaufsstraße vor. Mit dem Auto kommt man nur noch nach Norden in Richtung Meißner Straße durch. Wer von oben kommend auf den Anger möchte, muss wie in Variante 2 den Umweg über die Güterhofstraße fahren. Ebenso wird auch hier die Verkehrsführung in der Hermann-Ilgen- und der Wilhelm-Eichler-Straße umgedreht.

 Für den mittleren Teil der Bahnhofstraße bringt diese Variante eine Entlastung von rund 2.000 Autos am Tag, im unteren Abschnitt sind laut Schätzungen der Verkehrsexperten etwa 1.500 Fahrzeuge weniger unterwegs. Auch die Wilhelm-Eichler-Straße ist entlastet, während auf allen anderen Straßen der Verkehr zunimmt – wenn auch nicht ganz so extrem wie in der Variante mit der Fußgängerzone. Bei diesem Konzept ist ebenfalls die Fußgängerampel vorgesehen, außerdem gibt es auch einige Parkplätze auf der Bahnhofstraße.

Auch möglich: die Bahnhofstraße als Einbahnstraße in Richtung Norden – Variante 3.
Auch möglich: die Bahnhofstraße als Einbahnstraße in Richtung Norden – Variante 3. © Stadt Radebeul

Fazit und Abstimmung: Bürger sollen ihre Meinung abgeben

Alle drei Varianten sind prinzipiell möglich und umsetzbar, urteilen die Verkehrsplaner in einer Videopräsentation. Darin werden auch Vor- und Nachteile hinsichtlich verschiedener Aspekte wie Schulweg, Rad- und Autoverkehr, Parkplätze sowie Anlieferung dargestellt. Variante 1 sei recht ausgeglichen, bringe aber kaum Potenzial für die Entwicklung der Bahnhofstraße mit sich, heißt es. Bei Variante 2, der Fußgängerzone, gebe es viele positive wie auch negative Extreme. Bei der dritten Möglichkeit, der Einbahnstraße, würden die Vorteile für die mittlere Bahnhofstraße überwiegen. Die Varianten 2 und 3 führten definitiv zu mehr Verkehr in den umliegenden Straßen, so die Planer.

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Jetzt sind die Radebeuler gefragt: Am Bürgertreff in der Bahnhofstraße und im Technischen Rathaus liegen bis zum 28. August Antwortkarten aus, auf denen die Bürger ihren Favoriten ankreuzen können. Außerdem nimmt das Rathaus Meinungen und Hinweise per Post oder E-Mail entgegen. Alles zusammen soll in die abschließende Entscheidungsfindung des Stadtrates einfließen.

Genaue Beschreibungen der Varianten, plus Videopräsentationen, gibt es hier.

Anregungen per E-Mail an [email protected] oder per Post an Stadtverwaltung Radebeul, Stadtplanung, Pestalozzistraße 8, 01445 Radebeul

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