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Wird die Maskenpflicht noch eingehalten?

Im Landkreis Meißen sind die meisten Leute diszipliniert. Es gibt aber auch Ausnahmen.

Der Mund-Nasen-Schutz muss nach wie vor in Geschäften, Bahn und Bussen sowie vielen öffentlichen Einrichtungen getragen werden.
Der Mund-Nasen-Schutz muss nach wie vor in Geschäften, Bahn und Bussen sowie vielen öffentlichen Einrichtungen getragen werden. © Sven Ellger (Symbolbild)

Meißen. Die Mundschutzmaske ist immer wieder Grund zur Debatte. In den letzten Wochen hat sicher jeder Leute gesehen, die Mund und Nase nicht verhüllen. Die Sächsische Zeitung hat sich im Landkreis Meißen umgehört, wie diszipliniert die Maskenpflicht hier noch eingehalten wird.

Polizei und Ordnungsamt: Kaum noch Verstöße

Davon, dass die Polizei im Landkreis Meißen wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung im Dauereinsatz wäre, kann ganz und gar nicht die Rede sein. Für den gesamten Juli sind nur zwei Fälle aktenkundig, in denen Bürgerhinweise via Notruf eingingen, teilt Polizeisprecher Marko Laske mit.

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 Anfang Juli erhielten die Beamten den Hinweis, dass sich ein Kunde im Netto-Markt in Moritzburg ohne Mund-Nasen-Schutz aufhielt. Als sie im Supermarkt eintrafen, war der Mann allerdings schon wieder weg. Mitte des Monats wurde die Polizei wegen einer größeren Feier am Elbberg in Meißen gerufen. Wie sich später herausstellte, war diese von der Stadt genehmigt.

 Für das Nicht-Tragen der Schutzmaske wird aktuell kein Bußgeld fällig, informiert das Kreisordnungsamt. Aufgrund der gelockerten Regeln werden derzeit auch kaum noch Verstöße festgestellt. Anders war das zum Zeitpunkt des Lockdowns. Über 580 Anzeigen von Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit der Corona-Thematik wurden seit April erfasst. 

„Ein Filtern nach der Art des Vergehens ist systembedingt nicht möglich. Jedoch lässt sich sagen, dass der Schwerpunkt auf Verstößen gegen die jeweils geltenden Abstandsregeln lag“, erklärt das Kreisordnungsamt. Im Ergebnis wurden 184 Bußgeldbescheide erlassen, in den übrigen Fällen wurden Verwarnungen mit Verwarnungsgeld erteilt. Insgesamt waren das Sanktionsgelder in Höhe von 34.700 Euro.

ÖPNV: Fahrer kontrollieren beim Einsteigen

n den Bussen gibt es bisher keine Probleme, sagt Jens Dehnert, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Meißen. Die Fahrer achteten darauf, dass beim Einsteigen jeder eine Maske trägt. Ob vielleicht der ein oder andere, wenn er erst einmal hinten Platz genommen hat, den Schutz abnimmt, könne vom Fahrer freilich nicht kontrolliert werden. Rausgeschmissen werden musste aber bisher noch niemand. 

Prinzipiell haben Unternehmen wie die VGM aber die Möglichkeit, das Hausrecht in den Fahrzeugen durchzusetzen, erklärt Christian Schlemper, Pressesprecher des Verkehrsverbund Oberelbe. Das auch, obwohl die Maskenpflicht nicht in die Beförderungsbedingungen des VVO aufgenommen wurde. Das sei nicht nötig, da die landesweite Regelung Allgemeingültigkeit auf höherer Ebene habe.

Einkaufen: Manche vergessen Schutz

Vorm Rewe in den Neumarktarkaden in Meißen weisen große Plakate auf die Maskenpflicht hin – eigentlich nicht zu übersehen. Trotzdem müssen regelmäßig Kunden daran erinnert werden, die ohne Atemschutz einkaufen, sagt Marktleiterin Ines Hoppe. 

Richtigen Ärger gab es im Markt aber noch nicht, spätestens nach einem Hinweis setzen die Leute ihre Maske auf. Manche haben sie auch in der Tasche und nur vergessen dran zu machen, sagt Ines Hoppe. Und der Großteil halte sich ohnehin von allein an die Maskenpflicht. Allerdings: „Die Leute achten nicht mehr so sehr auf den Abstand“, fällt ihr auf.

 Andrea Giehler vom Großenhainer Edeka Scheller ist mit der Disziplin ihrer Kunden zufrieden. Es ist schon länger her, dass sie zum letzten Mal jemanden ermahnen musste, sagt die Filialleiterin. Auch in der Elbgalerie Riesa hält sich der Großteil an die Vorschriften, allerdings mit leicht abnehmender Tendenz, beobachten Mitarbeiter aus dem Centermanagement. Großartige Streitereien gab es aber nicht.

Kino, Bibo und Co.: Leute sind sehr diszipliniert

„Die Leute wollen ja rein, deshalb halten sie sich an die Vorschriften“, sagt Alexander Malt, der den Filmpalast in Riesa und Meißen betreut. Bis zum Sitzplatz muss der Mundschutz im Kino getragen werden und die Besucher hielten sich daran. 

Diszipliniert seien die Leute auch in öffentlichen Einrichtungen in Radebeul, sagt Stadtsprecherin Ute Leder. Ob in der Touristeninformation, der Bibliothek oder auf dem Bürgeramt – die Mitarbeiter hätten bisher keine Probleme mit Maskenverweigerern gehabt. 

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