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Wird die Niederschlesische Magistrale doch noch leiser?

Neue Hoffnung für Menschen an der Bahn: Der Lärmbonus für Züge soll fallen. Das bedeutet eine Halbierung des Krachs.

Hoyerswerda/Niesky. Der sogenannte Schienenbonus fällt. Das sind fünf Dezibel, die bislang der Schienenverkehr lauter sein darf, als der Straßenverkehr. Was wie ein Tropfen auf den heißen Stein klingt, hat für Anrainer von Bahnstrecken erhebliche Auswirkungen: Denn in der Wahrnehmung des Menschen entsprechen diese fünf Dezibel einer Halbierung der Lärmbelastung. Entlang der Niederschlesischen Magistrale zwischen Knappenrode und Horka wird die Ankündigung aus dem sächsischen Umweltministerium für neue Hoffnungen auf mehr Lebensqualität sorgen. Umweltminister Frank Kupfer bestätigt, dass der Umweltausschuss des Bundesrates sich klar für eine Verbesserung des Bahnlärmschutzes positioniert hat. Die Deutsche Bahn muss somit künftig mehr in Lärmschutz investieren.

Der Freistaat hat nach Auskunft des Ministeriums angeregt, die Berechnungen für Schienenlärm durch Kontrollmessungen vor Ort abzugleichen. In der Praxis bedeutet das, dass eventuelle Planungs- oder Berechnungsfehler im Dauerbetrieb überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. Das neue Prinzip ist logisch: Neben dem Lärmpegel aus allen Messungen soll künftig auch der Spitzenwert in die Bewertung der Lärmsituation stark eingehen. Ist der bei lauten Zügen oder ungünstigen Wind- und Witterungsverhältnissen besonders hoch, muss die Bahn bessere Lärmschutzwände errichten.

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Von großem Interesse für Bürgerinitiativen, Klagende und die Stadt Niesky dürfte die Information des Ministeriums sein, dass der Wegfall des Schienenbonus „sowohl bei der Sanierung als auch dem Neubau von Schienenwegen“ gelten soll. Von heute auf morgen wird es die Umsetzung einer solchen Verordnung nicht geben. Die Bundesregierung ist aber aufgefordert, Forschungsvorhaben für eine Änderung der Vorschriften auf den Weg zu bringen.

Damit ist die Einordnung der Niederschlesischen Magistrale wieder in der Diskussion. Eine Sanierung der Strecke ist unbestritten – da ihre ehemalige Zweigleisigkeit wiederhergestellt und sie elektrifiziert wird. Aber offen bleibt auch in der neuerlichen Mitteilung des Ministeriums, ob der Wegfall des Schienenbonus für bereits fertig geplante oder gar mit dem Bau begonnene Vorhaben greift.

Hoffnung gibt es aber: Minister Kupfer hat sich nämlich erfreut gezeigt, dass die Streichung der Extra-Toleranz von 5 Dezibel auch „für bestehende Bahnstrecken“ gilt. Das wären dann alle. (SZ)