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Wird die Region ein Verlierer der Maut?

Das befürchtet nun auch der hiesige FDP-Landespolitiker. Norbert Bläsner hat auch schon einen Gegenvorschlag.

Von Mandy Schaks

Bevor die Maut auf weitere Straßen und kleinere Fahrzeuge ausgeweitet wird, will das Bundesverkehrsministerium ein Konzept vorlegen. Daraus soll hervorgehen, wie die Maut-Pläne weiter umgesetzt werden sollen. Das sicherte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) auf der Frühjahrskonferenz in Leipzig seinen Kollegen in den Ländern zu, die gestern zu Ende gegangen ist. Darüber informierte Sachsens Verkehrsministerium.

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Ob in dem Konzept dann auch steht, wie sich die Maut-Pläne auf den Verkehr auf den Landstraßen auswirken, bleibt abzuwarten. Das wollte Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) erreichen. Denn er befürchtet, dass sich Verkehrsströme mit einer Ausdehnung der Maut verlagern und Kraftfahrer auf andere Strecken ausweichen, um die Straßenbenutzungsgebühr zu umgehen. Betroffen davon wäre dann möglicherweise auch die B 170, warnte Anfang dieser Woche das Ministerium. Zwar dürfen hier Lkws über zwölf Tonnen seit der Eröffnung der Autobahn A 17 nicht mehr zwischen Possendorf und Altenberg fahren, ausgenommen regionaler Wirtschaftsverkehr. Doch wenn die Maut künftig auch für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen gelten sollte und vielleicht sogar noch für Pkws eingeführt wird, wäre die B 170 für manchen dieser Kraftfahrer vielleicht wieder interessant.

B 170 könnte Verkehr anziehen

Das befürchtet auch der FDP-Landtagsabgeordnete Norbert Bläsner aus Heidenau. „Als Grenzregion läuft unser Landkreis Gefahr, die Auswirkungen der Pkw-Maut und der Ausdehnung der Lkw-Maut auf kleinere Transporter besonders stark zu spüren zu bekommen“, sagte er. Der Verkehr, der derzeit auf der A 17 nach Dresden rollt – ob Berufspendler, Touristen oder Unternehmen – könnte auf die Bundesstraße ausweichen. Ein Effekt, der mit dem Bau der A 17 vermieden werden sollte, erinnert Bläsner. „Die Folge wären mehr Lärm, Schadstoffbelastungen und womöglich sogar mehr Unfälle.“ Er fordert deshalb, die Strecke bis Dresden wenigstens von den Maut-Plänen auszusparen und nimmt dafür die Bundestagsabgeordneten aus dem Landkreis in die Pflicht. Sie sollten dringend darauf hinwirken, dass die Region nicht zum Verlierer der Maut werde.

Bläsner hofft, dass die Initiative aus dem Hause Morlok Unterstützung findet, damit die Auswirkungen der Maut-Pläne vorher in einer Studie untersucht werden.