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Döbeln

Wird Radweg im September freigegeben?

Die Strecke zwischen Waldheim und Hartha ist immer noch gesperrt. Warum, ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich.

Der Radweg zwischen Waldheim und Hartha wird schon rege genutzt. Dabei ist er eigentlich noch nicht freigegeben.
Der Radweg zwischen Waldheim und Hartha wird schon rege genutzt. Dabei ist er eigentlich noch nicht freigegeben. © Dietmar Thomas

Hartha/Waldheim. Der Radweg zwischen Waldheim und Hartha auf dem ehemaligen Bahndamm ist noch nicht freigegeben. Dennoch wird er bereits rege genutzt.

Das bestätigt die Harthaerin Barbara Uth. Sie ist ein Stück des Radweges kürzlich mit ihren Enkeln abgelaufen. Der Weg sei schön zum Wandern, für Familien (mit Kinderwagen), zum Roller fahren, Inlineskaten. „Und natürlich wird er auch von Fahrradfahrern gut genutzt. Eine gute Möglichkeit, um mit Kindern ungefährdet frische Luft und Bewegung zu genießen“, so Barbara Uth in ihrem Beitrag im aktuellen Stadtanzeiger.

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Noch weisen Verkehrszeichen und Sperren aber darauf hin, dass der Radweg eigentlich noch nicht genutzt werden darf. Am Beginn des Teilstücks an der Hauptstraße in Waldheim steht ein Verkehrsschild „Durchfahrt verboten“, außerdem sind Sperrbaken aufgestellt. Auch an der Bahnhofstraße in Hartha steht eine Bake.

Warum der kombinierte Rad- und Fußgängerweg noch nicht genutzt werden soll, ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich. „Es erfolgen noch Arbeiten an der verkehrstechnischen Ausstattung an den Überquerungsstellen“, sagte Franz Grossmann von der Pressestelle des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Die Behörde übernimmt für den Bau des Radweges Zschopau-Mulde sowohl die Planung als auch die Finanzierung und Umsetzung. Konkret handelt es sich um den Bau von Umfahrungsgeländern.

Zunächst war von einer Freigabe des Teilstückes im August die Rede. Jetzt heißt es, dass diese Mitte September erfolgen soll, wie Franz Grossmann bestätigte.

Die Baukosten für die 4,4 Kilometer lange Strecke von Waldheim bis zur Umgehungsstraße in Hartha werden voraussichtlich rund 1,5 Millionen Euro betragen. Die Teilabschnitte 1 und 2 in Waldheim mit einer Länge von 1,9 Kilometern wurden bereits im vergangenen Jahr fertiggestellt.

Für den Bau der Teilabschnitte 5 (kurz nach der Überquerungsstelle an der Umgehungsstraße unweit der Firma Fichtner Nutzfahrzeuge bis Heegweg) und 7 (von der Staatsstraße 200 „Zur Fröhne“ bis zur Klosterallee in Geringswalde) sind die notwendigen planerischen Arbeiten in Auftrag gegeben. Für den Teilabschnitt 6, der den Verlauf des Radweges auf dem Bahndamm durch die Fröhne betrifft, besteht noch kein Baurecht. „Es sind umfangreiche Umweltuntersuchungen erforderlich. Ob und wann eine Realisierung auf der alten Bahntrasse erfolgen wird, ist derzeit noch nicht absehbar“, sagte Franz Grossmann.

In der Zeit, in der die ehemalige Bahnstrecke nicht genutzt worden ist, könnten sich seltene Tiere im Bereich der Fröhne angesiedelt haben. Besonders von der Zauneidechse ist die Rede. Deshalb hat der Naturschutzverband Sachsen sein Veto gegen die Nutzung dieses Teilstücks als Radweg eingelegt. Die Problematik kann nur in einem entsprechenden Verfahren geklärt werden. 

Immerhin ist schon eine Ausweichvariante erarbeitet worden, deren Nutzung aber noch nicht endgültig beschlossen worden ist. Der Radweg könnte über einen Feldweg gegenüber der Firma Fichtner, der die ursprünglich geplante Trasse kreuzt, auf den Heegweg geführt werden. Vom Heegweg aus ginge es in der Fröhne offizielle Wege entlang bis zum Forstweg, der dann quer durch das Waldstück zur Staatsstraße 200 führt. Von dort wird der Radweg als Teilabschnitt 7 auf der Bahntrasse weitergeführt. „Priorität hat zunächst die Fortführung des Radweges bis Rochlitz“, so Grossmann.

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