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Wird Tharandt barrierefrei?

Nicht alle öffentlichen Einrichtungen sind ohne Hürden zugänglich. Das soll sich ändern.

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© dpa

Von Verena Weiß

Die Stadt Tharandt will in Zukunft barrierefrei sein. Damit sollen die Bundes- und Landesgesetze zur Gleichstellung behinderter Menschen umgesetzt werden. Diese Gesetze sind seit neun Jahren in Sachsen und seit 14 Jahren im Bund in Kraft. Ziel soll es sein, nach und nach alle bestehenden öffentlichen Einrichtungen barrierefrei zugänglich zu machen.

Dazu sollen die Mitglieder des Stadtrates nun einen entsprechenden Beschluss fassen. „Die wichtigste Aufgabe einer Kommune ist es, ein lebenswertes Umfeld zu gestalten“, sagt Manfred Oswald (SPD), der einen entsprechenden Antrag dazu dem Gremium vorlegte. Von besonderer Bedeutung sei in diesem Zusammenhang die Infrastruktur. Zwar gebe es, so Oswald, in Tharandt zwar keinen „akuten Handlungsbedarf“. Dennoch gebe es noch „einiges zu tun“. Da nicht alle öffentlich zugänglichen Einrichtungen binnen kurzer Zeit barrierefrei gestaltet werden können, sei ein planvolles Vorgehen wichtig. „Gerade in den Schulen ist im Sinne der Inklusion sicherzustellen, dass kein Schüler benachteiligt wird“, sagt Manfred Oswald. Deswegen stünde die Barrierefreiheit an den Schulen an erster Stelle, gefolgt von den Kindertagesstätten der Kommune. Anschließend sollen die Bedingungen im Rathaus und der im Besitz der Stadt befindlichen Vereinshäusern auf den Prüfstand, erklärt er. Ziel ist es, dass die Stadtverwaltung damit beauftragt wird, einen entsprechenden Maßnahmeplan zu entwickeln, der die erforderlichen Baumaßnahmen mit einer ersten Aufwandseinschätzung bis spätestens zum September dieses Jahres erstellt. Diese sollen anschließend im ersten Haushaltsentwurf für 2015 festgelegt werden.

Ein Thema, das bereits zur jüngsten Sitzung des Stadtrates bei vielen Stadtvertretern auf Zustimmung stieß, wenn auch, wie Bürgermeister Silvio Ziesemer (parteilos) betonte, dass in der Vergangenheit bereits einige Einrichtungen barrierefrei zugänglich gebaut wurden. „Es wird definitiv ein finanzieller Brocken, der damit auf uns zukommt“, sagt Holger Brandstäter (CDU) im Hinblick auf die geplante Zielstellung, vor allem, wenn Gegebenheiten des Denkmalschutzes zu berücksichtigen sind.

Letztlich, so argumentiert Manfred Oswald, gehe es doch darum, „unsere Stadt so zu gestalten, dass sich die Menschen hier wohl fühlen, dass sie gern hier wohnen und möglicherweise auch viele Menschen Interesse bekommen, nach Tharandt zu ziehen“.