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Niesky profitiert vom Caravan-Boom

6.000 Zelte stellt die Firma dwt-Zelte jährlich in Niesky her. Ob der Standort ausgebaut wird, sagt Geschäftsführer Claus Winneknecht im SZ-Gespräch.

Nadine Bräuer näht an der Nieskyer Parkstraße für die Firma dwt-Zelte.
Nadine Bräuer näht an der Nieskyer Parkstraße für die Firma dwt-Zelte. ©  André Schulze

Zelten und Caravaning sind in diesem Jahr besonders beliebt. Grund sind die Corona-Einschränkungen beim Reisen. Das Unternehmen dwt-Zelte profitiert von diesem Boom. Das zeigt sich auch am Standort in Niesky. Geschäftsführer Claus Winneknecht freut sich über diese Entwicklung, sieht sie aber auch kritisch. 

Herr Winneknecht, wie ist die gegenwärtige wirtschaftliche Situation an Ihren beiden Standorten in Baunatal bei Kassel und in Niesky?

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Bei uns steht die Marke „dwt-Zelte“ im Mittelpunkt unseres Handelns. Wir differenzieren nicht nach Standorten. Die letzten Monate haben alle Mitarbeiter gefordert, denn auch unsere Branche und unser Unternehmen konnte und kann sich nicht freisprechen, wenn es um die Folgen der Corona-Pandemie geht. Aber wir alle denken positiv und blicken voller Optimismus und Zuversicht nach vorne.

Sorgte Corona im Frühjahr für merkliche Einschnitte in Produktion und Vertrieb und mussten Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt oder sogar entlassen werden?

Natürlich waren wir zunächst von der Corona-Pandemie stark verunsichert. Der Lockdown traf unsere Kunden, die Fachhändler im In- und Ausland gleichermaßen. Wir haben den täglichen Arbeitsprozess auf zwei Schichten aufteilen müssen, um das mögliche Risiko einer von Amts wegen verordneten totalen Quarantäne zu umgehen. Genauso haben wir zeitgleich die täglichen Produktionskapazitäten über die Kurzarbeit angepasst. Seit Wochen sind wir aber wieder unter Beachtung der Sicherheitsregeln zu früheren Strukturen und Abläufen zurückgekehrt. Einen großen Dank sprechen wir unseren Mitarbeitern aus. Sie haben zu jeder Zeit die Entscheidungen der Geschäftsführung respektvoll und verständnisvoll mitgetragen. Diesem Verhalten ist es sicherlich mit zu verdanken, dass in dieser unsicheren Zeit keine coronabedingten Kündigungen ausgesprochen werden mussten.  

Claus Winneknecht ist Geschäftsführer der dwt Zelte GmbH mit Sitz in Baunatal bei Kassel und eigenem Produktionsbetrieb in Niesky.
Claus Winneknecht ist Geschäftsführer der dwt Zelte GmbH mit Sitz in Baunatal bei Kassel und eigenem Produktionsbetrieb in Niesky. © dwt Zelte

Die Deutschen entdecken das Caravaning und das Zelten wieder. Stellen Sie eine gestiegene Nachfrage fest?

Seit ungefähr fünf Jahren lernen die Deutschen das Caravaning lieben. Wir, die Branchenzugehörigen sind in den letzten Jahren verwöhnt worden. Die Verkaufszahlen der zugelassenen Freizeitfahrzeuge schnellten in die Höhe. Diese Zahlen waren sicherlich real, doch nicht mit einem normalen und gesunden Wachstum vereinbar. Die politischen Unruhen, auch in vielen fernen Urlaubsländern haben dazu beigetragen. Die nächste Motivation erfährt jetzt der Caravaning-Markt durch die Folgen und Empfehlungen durch Corona. Klar, dass wir uns grundsätzlich über diese Entwicklungen freuen. Und genauso profitieren wir hiervon. Doch so wie der Markt an Volumen gewinnt, drängen auch weitere zusätzliche Anbieter auf den deutschen Markt. Es lebe der Wettbewerb. Solange  unsere Kunden ihr Qualitätsbewusstsein nicht verlieren, haben wir keine Sorge, dass wir an dieser aufstrebenden Marktentwicklung teilhaben werden.

Bereits 1991 erwarben Sie die Produktionsfirma Sachsen-Zelte Textil in Niesky und entwickelten für diesen Standort ein eigenes Fachhandels-Sortiment unter Ihrer Marke. Wo steht der Betrieb heute und was ist für die Zukunft geplant? 

Wir haben uns spezialisiert auf die Zelte, die rund um das Caravaning, also dem Reisen mit dem Wohnwagen oder Reisemobil ihren Einsatz und ihre Verwendung finden. Mit Niesky verfügen wir über einen hervorragend ausgestatteten Produktionsbetrieb. Die Qualifikation unserer Belegschaft ist ausgezeichnet und die technische Ausrüstung ist ebenfalls top. Nun müssen wir erst einmal abwarten, ob der derzeitige Hype des Caravanings länger anhält. Wir können jederzeit eine nächste Investition tätigen. Doch bevor wir eine solche Entscheidung treffen, müssen wir davon überzeugt sein, dass es dem Wohl des Betriebes und damit aller Mitarbeiter dient. Insgesamt 65 sind an beiden Standorten beschäftigt. Unser Hauptaugenmerk richten wir dabei auf das Wohnwagen-Vorzelt, eine textile Wohnraum-Erweiterung des Campers.

Ihre Fachhändler gruppieren sich um ihren Firmensitz in Baunatal. Streben Sie einen Vertrieb auch für Sachsen an?

Unser Hauptabsatzgebiet ist Deutschland. Aber ebenso zählt unsere Marke auch in anderen europäischen Ländern zu den Marktführern. Unser Kundenkreis ist breit gefächert. Fahrzeughersteller und Großhändler zählen ebenso dazu wie auch die Fachhändler im On- und Offline-Handel. Wir bieten unsere Produkte über unsere eigene Homepage  zum Kauf an. Der Kunde kann frei über seinen Vertragspartner entscheiden.

Das Gesamtsortiment ist vielseitig. Vom einfachen Wind- und Sonnendach reicht unser Leistungsspektrum bis hin zu Ganzjahres-Vorzelten. Einige Teilsortimente können wir heute aus Preisgründen weder in Deutschland noch in Europa fertigen. Um in diesen Bereichen weiterhin wettbewerbsfähig anbieten zu können, arbeiten wir auch mit asiatischen Herstellern zusammen. Die anspruchsvollen und hochwertigen Artikel fertigen wir jedoch unverändert in unserem Werk in Niesky. Jährlich stellen wir in Niesky rund 6.000 Zelteinheiten der insgesamt 11.000 Zelteinheiten her.

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