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Wismut hat Strahlung und Wasser weitgehend im Griff

Der Bergbausanierer legt seinen aktuellen Umweltbericht vor. Die Grenzwerte werden eingehalten – mit einigem Aufwand.

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Von Matthias Weigel

Rund 660  Millionen Liter Wasser hat die Wismut im vergangenen Jahr aus dem alten Grubenfeld Gittersee gepumpt. Das geht aus dem aktuellen Umweltbericht hervor, den die Wismut vorgelegt hat. Das Wasser wird an der Stadtgrenze zu Freital behandelt und in den Kaitzbach geleitet. Die Rückstände kommen auf die Halde der Wismut in Königstein.

Nötig ist der Aufwand, weil die natürliche Flutung der Grubenfelder misslungen ist und in Freital Wasser an der Oberfläche austrat und Keller überflutet wurden. Seit 2007 baut die Wismut deswegen an einem Stollen unter Freital. Der Durchbruch in den Tiefen Elbstolln unter Zauckerode ist bereits vom Osterberg aus geschafft. Derzeit arbeiten sich die Kumpel unter Tage Richtung Gittersee vor. 2014 soll das Bauwerk fertig sein – fünf Jahre später als geplant. Schuld sind die schwierigen geologischen Verhältnisse, die oft einen aufwendigen Ausbau des Stollens nötig machen. Die Kosten liegen inzwischen bei rund 22 Millionen Euro.

Wenn das Bauwerk fertig ist, sollen die Wässer der gefluteten Gruben dann über den Wismut-Stolln und den Tiefen Elbstolln in die Elbe abgeleitet werden. Die Pumpstation wird dann zurückgebaut und die Fläche saniert, so die Wismut. Die Pflege der Halden und die Überwachung der Anlagen ist jedoch eine Jahrzehnte weiter andauernde Aufgabe des Bergbausanierers.

Der Umweltbericht geht auch auf die Überwachung von Boden, Wasser und Sprengungen während der Bauarbeiten ein. Allein an 32 Stellen wird das Grundwasserniveau gemessen. Drei Messstellen davon sind am Marienschacht Bannewitz und acht an der Halde Gittersee. Vier Messstellen gibt es außerdem entlang des Stollens. „Die Messwerte zeigen keine Beeinflussung des Grundwassers als Folge des Stollenbaus“, heißt es. Auch die Richtwerte für unterirdische Sprengungen beim Stollen-Bau würden eingehalten.

Am Förderbohrloch Gittersee wird auch die Qualität des Wassers bestimmt. Die Jahresmittel 2012 betrugen demnach 0,078 mg/l Uran, 20 Millibecquerel je Liter Radium 266 und 16,7 mg/l Eisen. Die radioaktiven Konzentrationen liegen um ein Vielfaches unter den zulässigen Grenzwerten. Die hohe Eisenkonzentration mache jedoch die Behandlung des Wassers nötig, bevor es in den Kaitzbach geleitet wird. Danach werde der vorgeschriebene Wert von 2,5 mg/l sicher unterschritten. Auch am Auslass des Tiefen Elbstollns wird gemessen – hier insbesondere die Chlorid- und Sulfatkonzentration. 100 beziehungsweise 500 mg/l sind genehmigt – im Jahresmittel liegt man bei rund 88 bzw. 359 mg/l.

Bei der Überwachung der Luft ist am Standort nur noch die Halde Gittersee relevant. Zwar verhindert die Abdeckung die Freisetzung kontaminierter Staube. Allerdings kann sie das radioaktive Edelgas Radon noch zu einem geringen Teil durchdringen. Die mittlere Freisetzungsrate betrug 2012 0,14 Bq je Quadratmeter und Sekunde und läge damit in der Größenordnung des natürlichen Hintergrundes der Region. Messstellen südlich und südöstlich zeigten zwar leicht erhöhte Radonkonzentrationen, die mit Witterung und der Tallage zusammenhängen. Sie befinden sich jedoch mindestens die Hälfte und mehr unter dem Sanierungsziel.

www.wismut.de/de/umweltberichte.php