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Witzige Wurstkritik

Die Linke will Reiter weiter zur Kasse bitten. Und mit dem Abendbrot Unzufriedene haben eine Plattform gefunden.

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Von Thilo Alexe

OPPOSITION kann ein harter Job sein. Es gibt weniger Beachtung, als für die, die in der Regierung sitzen. Erwartet wird Kritik, aber eben auch Gestaltung, für die jedoch meist die Mehrheit fehlt. Was also ist zu tun? Die Landtagslinke hat eine Alternative zum Haushaltsentwurf der Regierung ausgetüftelt –  mit durchgerechneten Einzelplänen, Zahlenreihen und mehr Geld für Soziales. Das ist löblich. Größeren Unterhaltungswert aber hat die darin enthaltene Forderung, die Reitwegeabgabe für Waldwege nicht abzuschaffen. Je 36 200 Euro sollen so in diesem und dem nächsten Jahr eingenommen werden. Die Linke und (Herren-)Reiter, das passt nicht zusammen.

PEGIDA, Legida und jetzt auch noch Vegida, ist denn montagabends halb Sachsen auf der Straße? Nein, Vegida veranstaltet keine asylkritischen Spaziergänge. Das nur zufällig wie Pegida klingende Kürzel ist wurstkritisch und steht für Vegetarierer gegen die Salamisierung des Abendbrotes. Klarer Fall: Zu viel Fleisch ist ungesund. Das Brot, so ein Slogan, der nur zufällig an einen rechtslastigen Ausspruch aus den 90er-Jahren erinnert, ist voll – und zwar mit Gurken. Für die Salami ist kein Platz, auch wenn sie sich noch so gut integriert. Ok, die Auseinandersetzung mit dem, was Pegida umtreibt, kann vielleicht tiefschürfender daherkommen. Doch Vegida hat das, was in der Debatte fehlt: Witz.