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Wo bitte ist die Küche?

Beinahe erschrocken zeigten sich die Veranstalter über das riesige Besucherinteresse, das dem rekonstruierten Pesterwitzer Jochhöhschlösschen und den darin geschaffenen Wohnungen gestern zuteil wurde.

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Von Jan Bernhardt

„Eine Übergabe an die neuen Eigentümer läuft sonst eigentlich in kleinerem Rahmen ab“, sagt Roman Herrmann, Vorstandsmitglied der Ventar Immobilien AG. In deren Regie wurde das Pesterwitzer Jochhöhschlösschen in den vergangenen neun Monaten für 3,5 Millionen Euro denkmalgerecht saniert und zu Wohnzwecken ausgebaut. Gestern erfolgte die Schlüsselübergabe an die Wohnungseigentümer: Eigennutzer und Kapitalanleger.

Bislang hat Ventar im Dresdner Raum rund zehn meist denkmalgeschützte Objekte saniert. „Etwa 100 Wohnungen der gehobeneren Art entstehen auf diese Weise“, so Roman Herrmann. Auf 6, 50 Euro beziffert der den Kaltpreis pro Quadratmeter. 19 Wohnungen mit 50 bis 99 Quadratmetern Wohnfläche entstanden im Jöchhöhschlösschen und den beiden Kavaliershäusern. Ein weiteres Gebäude auf dem Areal soll bald saniert werden. Einbauküche mit Mikrowelle und Geschirrspüler gehören zur Ausstattung. Teilweise verfügen die Wohnungen über großzügige Balkons und Terrassen.

Schon während der Sanierungsarbeiten an dem 1795 entstandenen Schloss, waren die künftigen Wohnungen an Kauf-Interessenten vergeben worden. Nicht zuletzt die Lage macht das Anwesen interessant. „Ich könnte mir vorstellen hierher zu ziehen“, sagt Ilona Börner aus Kesselsdorf, die wie sehr viele weitere Besucher gestern einen Blick in das Innere des Schlosses werfen wollten. „Während das Schloss als Altenheim genutzt wurde, hatte ich mal hier zu tun. Was jetzt hier entstanden ist, ist wunderbar“, sagt sie. Auch Erika Schulze kennt das Schloss und den Park: „Von 1947 bis Anfang der 50er Jahre haben wir hier gewohnt. Vieles hat sich verändert, man hat umgebaut aber es ist schön geworden. Herziehen würde ich sofort wieder – wenn ich 30 Jahre jünger wäre, denn ein Auto braucht man hier schon.“ Einige Besucher rätselten in einer scheinbar abgeschlossenen Wohneinheit: „Aber gibt es denn in dieser Wohnung gar keine Küche?“. Vergessen wurde sie nicht, die notwendigen Anschlüsse sind vorhanden. „Nach dem so genannten Duo-Konzept ist die Wohnung der Marktlage entsprechend vermietbar. Als einzige große oder als zwei kleinere getrennte“, verrät Herrmann.