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Sebnitz

Wo bleibt die Anbindung an Elberadweg?

Die Stadt Hohnstein muss sich mehr für Touristen öffnen. Ideen gibt es einige. Doch jetzt ist eine der guten gescheitert.

Hier könnte der Radweg entlangführen, von der Polenztalschänke in Richtung Porschdorf. Ein Kompromiss schien nicht möglich. Jetzt wird nach Alternativen gesucht.
Hier könnte der Radweg entlangführen, von der Polenztalschänke in Richtung Porschdorf. Ein Kompromiss schien nicht möglich. Jetzt wird nach Alternativen gesucht. © Daniel Schäfer

Mehr als drei Millionen Menschen besuchen jährlich den Nationalpark Sächsische Schweiz. Sie sind rein statistisch vor allem in den Tourismushochburgen wie Pirna, Wehlen, Kurort Rathen und Königsteins sowie Bad Schandau und den angrenzenden Wandergebieten zu finden. Doch was wird aus Hohnstein? Das fragen sich die Mitglieder der AG Innenstadtbelebung. Schließlich möchte man auch dort von den Besuchern profitieren. „Für diese Orte ist die innovative und internationale Entwicklung der der touristischen Infrastruktur im Miteinander von Mensch und Natur von großer wirtschaftlicher Bedeutung“, sagt Walter Opitz von der Arbeitsgruppe. 

Mit Sorge betrachte man in Hohnstein die Entwicklung. So wurde zum Beispiel im Bericht des Tourismusverbandes vom Jahr 2017 festgestellt, dass die Stadt Hohnstein elf Prozent weniger Übernachtungsgäste habe und Bad Schandau als Nachbarstadt dagegen 14 Prozent mehr. Eine Entwicklung die man so in Hohnstein nicht hinnehmen möchte. Und genauso hat er es auch in einem Schreiben an die Nationalparkverwaltung formuliert. Walter Opitz denkt da unter anderem auch an neue Radwege. Immerhin werbe die Sächsische Schweiz und auch Hohnstein für den Radtourismus. In der Burgstadt werden deshalb auch Fahrräder verliehen. Doch wo sollen die Radler hin, wenn zum Beispiel die Anbindung an den Elberadweg fehlt. Dass es für Hohnstein schwierig ist, wissen Walter Opitz und seine Mitstreiter. „Hier wäre der Polenztal-Wanderweg ein Kompromiss für eine sanfte Lösung“, sagt er. 

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Im Polenztal selbst ist bereits ein Radwegstück ausgewiesen, und zwar zwischen der Frinzthalmühle und der Waltersdorfer Mühle mit Anschluss an die Staatsstraße S 163. Offen blieb jedoch der Abschnitt zwischen der Gaststätte Polenztal und der Waltersdorfer Mühle. Und genau um diesen Abschnitt geht es der AG Innenstadtbelebung. Doch aus Sicht der Nationalparkverwaltung ist kein Kompromiss für eben diesen Abschnitt möglich. In der Begründung heißt es, dass sich dieser Wegeabschnitt in der Naturzone A des Nationalparkes befinde. Der Wanderweg erfülle in seinem heutigen Zustand nicht die an einen Radweg gestellten Anforderungen“, so die Nationalparkverwaltung. Walter Opitz und seine Mitstreiter wollten sich davon aber nicht abschrecken lassen. 

Und so unternahmen sie einen erneuten Versuch, den Radweg doch als Kompromiss anbieten zu können. Immerhin handele es sich nur um etwa drei Kilometer. Reparaturen seien nur geringfügig notwendig, sagt Walter Opitz. Und er verweist darauf, dass die Trasse nicht neu ausgewiesen werden müsse. Diese Wegstrecke wurde erst im Jahr 2000 durch die Nationalparkverwaltung für Radfahrer gesperrt. Aus diesem Grund würden nach Ansicht der Hohnsteiner auch nicht die Anforderungen an eine Neuausweisung stehen. In ihrer jüngsten Sitzung hat sich nun auch die Arbeitsgruppe Wege des Nationalparks zu dem Thema geäußert. Sie kam zu dem Schluss, dass eine sichere Doppelnutzung durch Fußgänger und Radfahrer nicht möglich sei, da dies der Weg aufgrund seiner Beschaffenheit nicht zulasse. 

Darüber hinaus wurde ebenfalls damit argumentiert, dass sich der Weg in der Kernzone des Nationalparkes befindet. Für Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD), der ebenfalls Mitglied der Kommission ist, wäre allerdings ein Kompromiss eher denkbar gewesen. „Die Verbotsschilder kommen weg und der Weg wird nicht als Radweg per Radroute beworben“, sagt der Stadtchef. Doch auch sein Vorschlag wurde abgelehnt. Damit soll das Thema nicht abgeschlossen sein. Hohnstein ringt um Alternativen.

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