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Wo die Astronauten wirklich gelandet sind

Peter Scholte Reh ist in Heide „Stamm-Gastgeber“ bei Kunst:offen in Sachsen. Daran änderte auch das Corona-Jahr 2020 nichts.

Links auf der Säule: „Astro-Alex“, also der (gesamt)deutsche Astronaut Alexander Gerst. In der Telefonzelle, an der Peter Scholte-Reh lehnt: Valentina Tereschkowa, die erste Frau im All; auf der Zelle Sigmund Jähn, Fliegerkosmonat der DDR.
Links auf der Säule: „Astro-Alex“, also der (gesamt)deutsche Astronaut Alexander Gerst. In der Telefonzelle, an der Peter Scholte-Reh lehnt: Valentina Tereschkowa, die erste Frau im All; auf der Zelle Sigmund Jähn, Fliegerkosmonat der DDR. © Foto: Uwe Jordan

Heide. Das erste, was dem Besucher des Freiluft-Ateliers von Peter Scholte Reh am Kunst:offen-Wochenende auffiel, war die 8-Hufe-Bar – ein Schuppen-Tresen, über den acht Hufeisen genagelt sind. Aber das ist noch keine „richtige“ Kunst. Die findet sich im aus Brachland urbar gemachten Garten, in dem ein hölzerner Zipper (Reißverschluss) den Rasen öffnet und ein Beet freilegt, in dem Blumen sprießen. Später soll eine Arche dazu kommen. Auch das originale Segelboot für den Enkel ist gewissermaßen Natur. Und dann ist da die Telefonzelle neben dem Teich. Die hat ihren Ursprung in einem nicht ganz ernsten Streitgespräch, das Peter Scholte-Reh einmal in angeregter Runde führte und in der es darum ging, ob die Amerikaner nun auf dem Mond gelandet seien oder nicht. Dem Künstler ward’s zu abstrus, und so beendete er die Diskussion mit der Behauptung, auf dem Mond mit einer Kapsel vielleicht nicht, aber mit einer Telefonzelle in seinem Heider Garten gelandet seien Armstrong und Aldrin; so! Nun stand er in Beweisnot. Zumindestens eine Telefonzelle musste also erst einmal her. In Michendorf, im Großlager der abgebauten Häuschen, bekam er eines. Da hatte er nun das Gehäuse – aber noch nicht das Personal. Doch das war kein Problem. Die konnte er sich ja im wahrsten Sinne des Wortes schnitzen! Er begann nicht mit den Mondlandern, sondern mit anderen Helden des Alls; mit der Kettensäge aus Holz geschaffen – siehe Foto. Später sollen aber die Amerikaner hinzukommen. Und Darth Vader. Vielleicht auch noch ein Alien; mal sehen; was die Fantasie noch für Kapriolen schlägt.

Fantasie. Das ist es, was Peter Scholte-Reh antreibt: ganz gleich, ob er nun Kunstprojekte mit Kindern und Jugendlichen gestaltet (und von ihren Ideen überrascht wird, etwa wenn sie die Zehn Gebote als Piktogramme darstellen) oder ob er im Gerhard-Richter-Stil malt; ob er Grundsolides schafft wie den Pavillon im Kindergarten Wiednitz mit Fuchs und Elster im Gebälk oder Skurriles wie den Bären aus einem Holzstamm, den ein Imker bestellt hatte – mit einem Bienenkorb als Rucksack und dem Ein- beziehungsweise Durchflugsloch für die Immen im Bauch des Bären.

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„An Projekten mangelt es nicht“; sagt Scholte-Reh, dessen Lieblingsvorhaben immer die aktuelle Arbeit ist. „Aber wenn die fertig ist, ist sie auch fertig. Abgeschlossen.“ Wer sich bei Peter Scholte-Reh ein Kettensägen-Kunstwerk aus Holz nach eigenen Vorstellungen bestellen will, kann das gern tun: „Nur zu“; unter Funknummer 0175 5543159 kann man den Künstler erreichen und vielleicht eine Freiluft-Atelier-Besichtigung an der Kapelle Rosa-Luxemburg-Straße 13 vereinbaren. Es muss ja nicht erst zu Kunst:offen 2021 sein.Aus der Region Hoyerswerda nahm in diesem Jahr neben Peter Scholte-Reh nur noch Helga Schönach aus Straßgräbchen an Kunst:offen in Sachsen teil.

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