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Wo die Hoffnung besonders grün ist

Der selbsterklärte Gegenpol zur AfD will fünf Direktmandate. Es wird vor allem ein Kampf ums Herz von Dresden. 

Der Wahlkreis Mitte, zu dem auch das historischen Zentrum gehört, ist heiß umkämpft – Prognosen sehen die Grünen vorn.
Der Wahlkreis Mitte, zu dem auch das historischen Zentrum gehört, ist heiß umkämpft – Prognosen sehen die Grünen vorn. © Christian Juppe

Im Westen, Nordwesten, Süden und Südosten liefert sich die CDU am kommenden Sonntag vor allem mit der AfD ein Duell um die Direktmandate. In den weiteren drei Dresdner Wahlkreisen sahen Prognosen zeitweise die Grünen vor der Partei, die bisher immer alle Direktmandate in der Landeshauptstadt geholt hat. Dabei könnte es auch Dresdens CDU-Chef und Fraktionschef im Landtag, Christian Hartmann, erwischen. Valentin Lippmann (Grüne) lag laut der Internetseite wahlkreisprognose.de lange vorne, aktuell führt Hartmann hauchzart. Aber in Dresdens Zentrum wird es ein Dreikampf.

Mitte: Grüne, CDU oder doch Linke?

Wer gewinnt die Mitte? Gunter Thiele (CDU) oder Thomas Löser (Grüne)?
Wer gewinnt die Mitte? Gunter Thiele (CDU) oder Thomas Löser (Grüne)? © CDU, Sven Ellger

Der Kampf um Dresdens Zentrum verspricht eng zu werden. Laut Prognosen liegt der Fraktionschef der Grünen im Stadtrat, Thomas Löser, knapp vor Neu-Kandidat Gunter Thiele (CDU). Lachender Dritter und am Sonntagabend Erster, könnte der Landtagsabgeordnete und Fraktionschef der Linken im Stadtrat, André Schollbach, werden. Denn in der Inneren Altstadt und Seevorstadt-Ost landete Die Linke bei der Stadtratswahl im Mai vor CDU und Grünen. Johannstadt-Nord, Striesen-Süd, und vor allem Innere Neustadt und Leipziger Vorstadt gingen klar an die Grünen. Die CDU erreichte in Johannstadt-Süd und Pirnaische Vorstadt die meisten Wähler.

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Nordosten: Kampf um Innenpolitik

Knapp: Christian Hartmann (CDU) gegen Valentin Lippmann (Grüne).
Knapp: Christian Hartmann (CDU) gegen Valentin Lippmann (Grüne). © CDU,Grüne Fraktion Sachsen/Dirk Hanus

Sie sind beide Experten ihrer Parteien für Innenpolitik: Christian Hartmann und Valentin Lippmann treffen im direkten Duell aufeinander. Sie haben völlig unterschiedliche Ansätze. Hartmann ist Law-and-Order-Politiker vom alten CDU-Schlag. Lippmann achtet bei jeder Demonstration in Dresden auf mögliche Vergehen der Polizei und ist beispielsweise strikt gegen Videoüberwachung.

Ein großer Vorteil für Lippmann ist eindeutig, dass die Äußere Neustadt zum Wahlkreis gehört. Es ist der Stadtteil mit den meisten Wahlberechtigten und die Grünen-Hochburg in Dresden. Bei der Stadtratswahl im Mai holten sie dort knapp 45 Prozent. Aber auch in der Radeberger Vorstadt und der Albertstadt erreichten die Grünen mehr als 30 Prozent.

Für Hartmann spricht, dass die CDU in allen Wahlkreisen im Schönfelder Hochland als stärkste Kraft herausging. Im Norden, als in Weixdorf und Klotzsche, war die FDP bei der Kommunalwahl am stärksten. „Das war der Zastrow-Effekt“, so Hartmann. Hofewiesen-Betreiber und FDP-Fraktionschef Holger Zastrow holte die meisten Stimmen von allen Stadtratskandidaten. Der tritt aber zur Landtagswahl nicht in Dresden an. Hartmann hofft, dass bisherige Zastrow-Wähler ihm die Stimme geben. Außerdem zählt zum Wahlkreis auch Langebrück, wo Hartmann seit 20 Jahren ehrenamtlicher Ortsvorsteher ist. Auch das wertet er als Vorteil.

Mitte-Süd: Entscheidet Striesen?

Im Duell: Martin Modschiedler (CDU) und Dietrich Herrmann (Grüne) 
Im Duell: Martin Modschiedler (CDU) und Dietrich Herrmann (Grüne)  © CDU, Sven Ellger

Auch in diesem Wahlkreis deutet sich ein Duell zwischen CDU und Grünen an. Der aktuelle Mandatsträger, Martin Modschiedler (CDU), muss sich Dietrich Herrmann (Grüne) stellen. Der Historiker hatte zeitweise einen deutlichen Vorsprung in den Prognosen. Für Modschiedler sprechen die Ergebnisse der Kommunalwahl in Tolkewitz/Seidnitz-Nord, Seidnitz/Dobritz und Gruna. Dort lag die CDU zum Teil deutlich vor dem Grünen. Blasewitz ging an die Grünen. Aber der in drei Wahlgebiete eingeteilte Stadtteil Striesen hat zusammen gut 31 000 Wahlberechtigte. Alle gingen im Mai an die Grünen, in Striesen-Ost sogar mit zwölf Prozentpunkten Vorsprung.

Wer holt wie viele Mandate?

CDU-Chef Hartmann sagt klar, dass die CDU antritt, um alle sieben Direktmandate in Dresden zu holen. „Dafür kämpfen wir.“ Die AfD legt sich da nicht fest, weiß aber um ihre Chancen, so Partei-Chef André Wendt. „Wir streben fünf Direktmandate an“, sagt Grünen-Chef Klemens Schneider. Neben den drei hier beschriebenen Wahlkreisen, rechnen sich die Grünen vor allem auch Chancen im Nordwesten aus. Dort tritt Schneiders Co-Vorsitzende, Susanne Krause, an. Sie hofft, vor allem in Pieschen und Friedrichstadt wie bei der Kommunalwahl punkten zu können. Krause lag bei den Prognosen zeitweise auch vorne, aktuell wird aber die AfD, also Wendt, als Sieger erwartet. Es läuft auf einen Dreikampf mit Barbara Klepsch (CDU) hinaus.

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