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Wo die Schule passend zum Ortskern entsteht

Das alte Schulhaus platzt aus allen Nähten. Ab 2016 wird neu gebaut. Unklar ist, wo die Schüler in der Zwischenzeit lernen.

Von Kay Haufe

Der Countdown läuft in der Rochwitzer Grundschule. Nur noch zwei Jahrgänge können hier ihre Abschlusszeugnisse der vierten Klasse entgegennehmen. Dann wird das betagte Schulhaus abgerissen. Es bietet zu wenig Platz, um 224 Kinder aufnehmen zu können. Doch der Zustrom vor allem aus Bühlau und vom Weißen Hirsch nach Rochwitz ist groß. Und da auch das Grundstück zu klein für einen geeigneten Anbau ist, hat sich die Stadt für einen Neubau entschieden.

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Der Garten ruft
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Dies hat jedoch vor allem bei den alteingesessenen Rochwitzern und ehemaligen Schülern zu Protesten geführt. Zwar steht die alte Schule aus dem Jahr 1882 nicht unter Denkmalschutz. Doch das Gebäude prägt maßgeblich das Erscheinungsbild des Ortskernes. Deshalb hatten Vertreter der ansässigen Vereine sowie Ortsamtsleiterin Sylvia Günther darauf gedrängt, bei der äußeren Gestaltung ein Mitspracherecht zu haben. Dies hat die Stadt auch gewährt. Aus einem Architekturwettbewerb ist das Büro Meyer-Bassin als Sieger hervorgegangen. Dieses hat seine ersten Entwürfe nun der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Bei den Planungen waren zunächst nur Flachdächer vorgesehen. Das ist inzwischen geändert worden“, sagt Reiner Breitfeld vom Siedlerverein. Auch für die historische Schuluhr, die vor wenigen Jahren gerade erst von einem Rochwitzer wieder in Gang gebracht wurde, fand sich ein gut sichtbarer Platz im Eingangsbereich. „Die jetzige Gestaltung gefällt uns allen gut“, sagt Breitfeld. Auch der Loschwitzer Ortsbeirat zeigt sich positiv überrascht vom Neubau. Was nicht einfach ist, bei den architektonisch sensiblen Räten. Die Pläne für den Anbau an der Loschwitzer Mittelschule beispielsweise waren dort mit Pauken und Trompeten durchgefallen. „Aber es gibt zum Rochwitzer Neubau wirklich nur Gutes zu sagen“, schätzt Otto-Rüdiger Wenzel (SPD) ein. Die vorhandene Bebauung sei beachtet und das neue Haus gut eingefügt worden. „Ich bin gespannt, wie es wirkt, wenn es steht.“

Baubeginn soll nach jetzigem Planungsstand im ersten Quartal des Jahres 2016 sein. Bis dahin muss der Stadtrat noch über die Vorlagen entscheiden. Zwei Jahre werden die Arbeiten voraussichtlich beanspruchen. Damit könnten Schüler und Lehrer wahrscheinlich zum Schuljahresbeginn 2018/19 in das rund zehn Millionen teure Objekt einziehen. Heute ist noch nicht klar, wo die Kinder während der Bauzeit lernen. „Der Schulbetrieb muss während der Bauzeit jedoch komplett ausgelagert werden. Das steht fest“, sagt Michael Fücker vom Schulverwaltungsamt.

Nach den Plänen des Architekturbüros werden die Neubauten von Schulgebäude und Sporthalle mit einem leichten Versatz zueinander an der Hutbergstraße positioniert. Die Schule antwortet mit einem prägnanten Einschnitt am Haupteingang auf die offene Situation im Kreuzungsbereich, so die Planer. Sie umschließt einen geschützten Pausenhof, in dem die beiden großen Laubbäume stehenbleiben.

Zwei Klassenräume einer Jahrgangsstufe bilden mit einem gemeinsamen Hortraum und einer Garderobe eine räumlich- organisatorische Einheit. Vom überdachten Haupteingang kommt der Besucher in eine kleine Eingangshalle, von der alle gemeinsam genutzten Bereiche wie Mehrzweckraum, Speiseraum und Mediathek abgehen. Hier sind auch die Verwaltungs- und Lehrerräume sowie das Elternsprechzimmer zu finden. In der südwestlichen Ecke des Grundstücks ist der Schulgarten angelegt, die Sportflächen schließen sich südlich an die Sporthalle an. Entlang des Straßenzuges Altrochwitz werden Großsträucher und Stauden gepflanzt.