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Wo einer ist, haben auch drei Platz

Es gibt sie noch – die kleinen Überraschungen aus der Geschäftswelt. In einer Zeit, wo es kaum lukrative Lehrlingsstellen gibt und hunderte Ausbildungsplätze sachsenweit fehlen, half der Oberlichtenauer Geschäftsmann Knut Kaiser vor knapp drei Wochen spontan aus.

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Von Ina Förster

Es gibt sie noch – die kleinen Überraschungen aus der Geschäftswelt. In einer Zeit, wo es kaum lukrative Lehrlingsstellen gibt und hunderte Ausbildungsplätze sachsenweit fehlen, half der Oberlichtenauer Geschäftsmann Knut Kaiser vor knapp drei Wochen spontan aus. Zwei Lehrlingen aus der insolventen Zeller Haustechnik GmbH gab er sozusagen eine neue Chance und übernahm sie im vierten beziehungsweise zweiten Lehrjahr. „Ich kenne die Jungs, sie stammen beide aus der Gegend und haben gute Referenzen“, erzählt Knut Kaiser. Dass er viel für die Jugend übrig hat und sein Team aus sechs Gesellen gern mit frischen Arbeitskräften vervollständigt, ist kein Geheimnis. Schließlich gehörte bereits ein Lehrling zur Firma. „Seit 1988 bilden wir aus; einer der ersten arbeitet heute als Geselle bei uns. Aber drei auf einen Schlag hatten wir noch nie.“ Die Übernahme der zwei Kräfte erforderte die Konzentration des ganzen Teams. Auch für Ralf Jursch (19) und Rene Domsgen (18) war es eine Umstellung. Denn der bisherige Arbeitgeber bildete sie vorrangig im Industriebereich aus.

Nun stehen kleinere Baustellen auf dem Programm. Doch die Arbeit macht Spaß und gibt differenzierte Einblicke, was für die spätere Jobsuche gar nicht so schlecht ist. „Hätten wir nichts gefunden, wäre nur der Gang zum Arbeitsamt geblieben“, so Ralf Jursch. Dass er das letzte halbe Jahr seiner Lehre nun in Oberlichtenau verbringen darf, macht ihn froh. Knut Kaiser, der 1985 die schon 1896 gegründete Sanitärinstallationsfirma übernahm, sollte viele Nacheiferer finden!