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Rammenauer verkaufen Regionales

Keramik, Leinen-Läufer, Honig - im Schmiedeladen gibt es Produkte aus der Umgebung zu kaufen. Geöffnet ist täglich - dank engagierter Ehrenamtler.

Jedes Wochenende öffnet der Schmiedeladen in Rammenau jeweils von 13 bis 16 Uhr - dank Ehrenamtler wie Christa Kieschnick. Wochentags betreuen Verwaltungsmitarbeiter das Geschäft.
Jedes Wochenende öffnet der Schmiedeladen in Rammenau jeweils von 13 bis 16 Uhr - dank Ehrenamtler wie Christa Kieschnick. Wochentags betreuen Verwaltungsmitarbeiter das Geschäft. © Steffen Unger

Rammenau. Wissen Sie, wie schön Sie es hier haben? Diesen Satz hört Christa Kieschnick immer wieder von Rammenau-Besuchern, wenn sie - so wie vergangenen Sonnabendnachmittag - im Schmiedeladen am Dorfplatz Dienst tut. Die vitale, freundliche 73-jährige gehört zu dem Dutzend Ehrenamtlicher, dank derer man auch an den Wochenenden die Angebote in dem urigen Gewölbe-Lädchen durchstöbern und Mitbringsel kaufen kann. Natürlich weiß die gebürtige Rammenauerin um die Schönheit ihres Heimatortes. Sie schätzt die herrliche Umgebung und die gepflegten Grundstücke. „Bei uns kann man ganz wunderbar durchs Dorf spazieren und vieles entdecken“, sagt sie. Das sei ganz erholsam. 

Christa Kieschnicks Engagement hilft mit, das Potenzial von Rammenau zu stärken. Seit 2001 engagiert sie sich in Gemeindeprojekten. „Damals ist mein Mann gestorben.“ Die damalige Bürgermeisterin habe sie zu der Zeit ein bisschen aufgefangen, erinnert sie sich. Anfangs war es eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, später fasste sie mit an, wenn irgendwo etwas zu dekorieren war. Und als man sie fragte, ob sie im Schmiedeladen mithelfen könne, sagte sie sofort zu. Denn ohne die Ehrenamtler könnte der Laden nicht täglich öffnen.   

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Die Arbeit mache ihr Spaß, erzählt die Seniorin. Sie komme mit verschiedensten Menschen in Kontakt – meist Touristen aus allen Ecken Deutschlands – „und manchmal gibt es sehr schöne Gespräche“. Sie und ihre Mitstreiterinnen haben auch eine Menge zu bieten. In dem gemeindeeigenen Lädchen findet man hochwertige Produkte aus der Region.

Kunstvolles statt Kitsch

Angefangen vom Schmiedefeuer - einem Kräuterlikör, den die Neukircher Spirituosenfabrik Jonas eigens für die Rammenauer kreiert hat - über Bücher aus dem Oberlausitzer Verlag, Keramik von der Neukircher Töpfereien Lehmann bis hin zu kunstvollen Holz- und Keramikarbeiten aus der Werkstatt des Epilepsiezentrums Kleinwachau. "Das Angebot wird von den Besuchern echt gut angenommen", weiß Grit Schülke, die für den Tourismus in der Gemeinde zuständig ist.

Nicht nur Rammenauer, sondern vor allem Ausflügler und Touristen, sehen sich gern im Schmiedeladen nach Geschenken und Mitbringseln um. Statt Kitsch finden sie handgefertigte Produkte für Liebhaber, die sich wohltuend vom uniformen Stilspektrum der sonst meist üblichen Massenware abheben. Und weil Regionalität voll im Trend liegt, werden in der Hauptsache Waren von Herstellern aus der Umgebung angeboten.  

Hingucker gibt es viele. Zum Beispiel die farbenfrohen Sommertaschen aus Stoff, die eine Dresdnerin gestaltet, oder die Deckchen und Läufer aus der Leinenweberei Neukirch. Nahezu jedes Produkt hat eine eigene Handschrift. Die modischen Ohrringe und Ketten aus dem tschechischen Jablonec genauso die Gewürzmischungen vom Unternehmen Lausitzer Knoblauch aus Königswartha. Die von den Kräuterfrauen des Ortes gebundenen Lavendelsträußchen oder die Täschchen, die eine Rammenauerin aus alten und neuen Stoffen näht. All diese Dinge haben etwas gemeinsam: Sie sind einzigartig, individuell. 

Omas Rezeptes sind der Renner

Das neueste Produkt im umfangreichen Sortiment ist Honig vom Burkauer Imker Jürgen Platz. Er hat als kulinarische Mitbringsel nicht nur gängige Sorten, wie Lindenblüte oder Raps ins Regal stellen lassen, sondern auch Raritäten, wie Honig von Kornblumen, Senfblüten oder Buchweizen. Das meistgekaufte Produkt ist jedoch ein besonders Kochbuch mit Rezepten von Oma und Uroma. Das habe der Chor des Ortes in Eigenregie erstellt, erzählt Christa Kieschnick.   

Das kleine Schmiedelädchen existiert seit August 2010. Lange wurde überlegt, was man mit dem Gewölbe macht. Bis die Idee geboren war, neben der Touristinformation auch einen Verkauf einzurichten. Allerdings nicht mit Allerwelts-Sortiment. Schließlich legen die Rammenauer großen Wert aufs Besondere. Nicht umsonst gehört das prämierte Dorf zu den schönsten in ganz Europa. Auch wegen so liebevoll sanierter Gebäude wie der Alten Schmiede mitsamt dem urigen kleinen Lädchen.

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