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Wo Löbaus Gymnasiasten künftig Sport treiben

Im März beginnt der Abriss der Turnhalle des Löbauer Gymnasiums. Wo haben die Schüler dann Unterricht? Darauf gibt es bislang nur wenige Antworten

Von Markus Michalk

Görlitz – Immer eine Reise wert

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Jungen und Mädchen laufen über den Schulhof. Mit Rucksäcken und Sporttaschen bepackt pendeln sie zwischen Schule und Turnhalle. Ein ganz gewöhnliches Bild im Schulalltag, auch am Löbauer Geschwister-Scholl-Gymnasium. Aber wie lange noch? Und wo findet künftig der Sportunterricht statt? Diese Fragen sind zur Zeit in den Köpfen vieler Schüler und Eltern. Denn die Turnhalle des Gymnasiums wird schon bald abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Allzu viele Antworten haben sie bislang allerdings noch nicht erhalten.

Doch die sind wichtig, denn das Bauvorhaben wird eine Weile dauern. „Die Arbeiten werden ab Mitte März beginnen. Im Oktober 2016 soll die Halle wieder zur Nutzung übergeben werden“, sagt Landkreis-Sprecherin Marina Michel. Das Geschwister-Scholl-Gymnasium befindet sich nämlich in Trägerschaft des Landkreises. Dort wird auch geplant, wo die Schüler während der Bauphase Sportunterricht haben werden. Allerdings seien die Planungen noch nicht abgeschlossen, informiert Marina Michel auf Nachfrage der SZ. „Bis zum Ende des Schuljahres erfolgt das Erteilen des Sportunterrichts vorrangig auf den Freianlagen der Schule“, erklärt sie. Außerdem sollen einzelne Stunden in der Sporthalle des Beruflichen Schulzentrums Löbau stattfinden. Für das nächste Schuljahr seien die Turnhallen der Grundschule Löbau-Ost und des Beruflichen Schulzentrums sowie die Sporthalle in Schönbach für die Löbauer Gymnasiasten vorgesehen.

Schulleiter Dr. Dietmar Stephan erwartet hierbei keine großen Schwierigkeiten. Der Bau erfolge zum Großteil in einer Zeit, in der der Sportunterricht draußen auf den Freianlagen erfolgen könne, erklärt er.

Aber nicht nur mit der Suche nach Standorten für die Auslagerung des Sportunterrichts der Gymnasiasten muss sich der Landkreis befassen. Sondern auch damit, dass es durch das Pendeln zwischen Schule und Sportstätte keine Verzögerungen im Unterricht gibt. „Es ist vorgesehen, die Stundenplanung für das kommende Schuljahr so vorzunehmen, dass es zu keiner Verschiebung der Schulanfangs- und Endzeiten kommt“, so Marina Michel. Damit bleibe die Schülerbeförderung zu den gewohnten Zeiten gesichert.

Der Landkreis versucht demnach alles, um einen reibungslosen Schulalltag zu gewährleisten. Schließlich müssen Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums auch zügig und unkompliziert zu den angedachten Turnhallen gelangen. Ein Umstand, der ebenfalls die Schüler und Eltern beschäftigt. Denn sie fragen sich, wie das umgesetzt wird und ob dadurch zusätzliche Fahrtkosten entstehen. Der Landkreis kann hier eine Antwort geben. „Für den Weg zu der Halle nach Schönbach ist vorgesehen, einen Busverkehr einzurichten“, erklärt Sprecherin Michel. Die dabei anfallenden Beförderungskosten übernehme der Schulträger, also der Landkreis. Eltern müssen damit nichts zusätzlich zahlen, die Schüler werden aber dann aber auf jeden Fall die eine oder andere Busfahrt zusätzlich in Kauf nehmen müssen.

Der Bau einer neuen Turnhalle ist der letzte Teil der Sanierung des Gymnasiumkomplexes, die seit mehr als zwanzig Jahren Abschnitt für Abschnitt erfolgt ist. Der noch vorhandene Sportkomplex besteht dabei aus zwei miteinander verbundenen Gebäuden und wird nicht komplett abgerissen. Der kleine und ältere Teil, der im Jahr 1879 erbaut wurde, bleibt erhalten. So kann das historische Ensemble mit Turn- und Schulgebäuden teilweise weiterbestehen. Der Neubau, mit dem das Gymnasium eine hochmoderne Sportstätte erhält, wird wieder an die alte Halle angebunden. Diese wird modernisiert und auf den neuesten Stand gebracht. Denn der Neubau wird alle Ansprüche an heutige Sportfelder erfüllen und in allen Maßen größer sein als die bisherige Halle. Trotzdem kann ein Großteil der Anlagen auf dem Schulgelände erhalten werden. Lediglich die Kugelstoß- und Weitsprunganlage wird verlegt. So sieht es das Projekt vor.

Drei Millionen Euro bringt der Landkreis für den Hallenneubau auf. Der Freistaat unterstützt das Projekt zudem mit 2,2 Millionen. Im August vorigen Jahres erfolgte die symbolische Geldübergabe des Freistaats. Dazu war eigens der damalige Kulturstaatssekretär Herbert Wolff nach Löbau gereist – aber nicht mit dem Bus.

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