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Wo man schon jetzt kostenlos surfen kann

Oybin und Neusalza-Spremberg haben längst Eigeninitiative ergriffen. Das funktioniert auf unterschiedliche Art. 

WLan-Hotspot auf der Oybiner Burg.
WLan-Hotspot auf der Oybiner Burg. © Foto: Matthias Weber

Der WLan-Hotspot in den Mauern der Oybiner Burg fällt kaum auf. Es sei schon eine Herausforderung gewesen, ihn so unauffällig wie möglich in die denkmalgeschützte Historie zu platzieren, sagt Ines Stephan, die Leiterin des Oybiner Fremdenverkehrsbetriebs. Hier oben auf dem Burghof und unten im Ort am Haus des Gastes können die Oybiner und vor allem die Touristen schon seit dem vorigen Jahr kostenlos im Internet surfen. "Wer als Urlauberort mit der Zeit gehen will, der muss das anbieten", erklärt Ines Stephan. Die Gemeinde hat ihr WLan-Projekt in ein Fördermittelprogramm der EU integriert, mit dessen Hilfe das "Gedächtnis in der Landschaft des Dreiländerecks" bewahrt werden soll. Künftig sollen die Touristen in Oybin, wenn sie sich ins Internet einloggen, auch noch Informationen über die Burg- und Klosteranlage und andere Sehenswürdigkeiten im Ort, Verkehrshinweise oder Veranstaltungstipps erhalten. "Wir können die Hotspots dann auch gleich als Service und Informationsquelle für die Gäste nutzen", sagt die Tourismus-Chefin.

Auch Neusalza-Spremberg hat sich längst gekümmert. Kostenloses Surfen ist dort auf dem Obermarkt, am Reiterhaus und am Wanderparkplatz in Friedersdorf möglich. Ein vierter Hotspot ist auch noch auf dem Niedermarkt geplant. Bürgermeister Matthias Lehmann (CDU) hat sich dafür mit der Enso zusammengetan. Es ist eine Art Pilotprojekt, sagt er. Die Enso installiert und betreibt die Hotspots. Der Gemeinde entstehen keine Kosten. Dafür wirbt die Enso auf der Startseite, auf der sich die Internetnutzer einloggen. "Für uns ist das eine tolle Lösung", sagt Lehmann. Schon jetzt sei festzustellen, dass der kostenlose Internetzugang auch für mehr Leben an den entsprechenden Plätzen sorgt. "Alles in allem ist das doch sehr positiv", findet der Bürgermeister. 

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Auch 29 andere Städte und Gemeinden im Landkreis wünschen sich kostenloses Internet und beteiligen sich deswegen an einem Projekt des Landkreises. Der Kreis hat Fördermittel beantragt, die der Freistaat für die Einrichtung von WLan-Hotspots zur Verfügung stellt. Sie haben Standorte definiert und ihre Wünsche beim Landkreis angemeldet. Zittau zum Beispiel möchte freies WLan auf dem Marktplatz, am Kleinbahn-Bahnhof und vor den Städtischen Museen anbieten, Olbersdorf im Freibad und am Olbersdorfer See. "Wir wollen auf diese Weise die Aufenthaltsqualität  in der Stadt erhöhen", sagt Zittaus Wirtschaftsförderin, Gloria Heymann. "Und über die Startseite können wir dann auch gleich noch aktuelle Informationen an die Nutzer bringen."

So weit, so gut. Aber es wird dauern. Das Projekt für den ganzen Landkreis aus einer Hand zu stemmen, bedeutet für den Landkreis inzwischen, die Leistungen für Installation und Betrieb europaweit ausschreiben zu müssen. Ab einem bestimmten Kostenrahmen ist die europaweite Ausschreibung Pflicht, erklärt der Projektleiter im Landratsamt, Dominik Rein. Und der gesamte Kostenrahmen ist auch noch gar nicht vollständig erfasst. In diesem Jahr wird es definitiv noch nichts mit den WLan-Hotspots in den 29 Städten und Gemeinden. Eine Realisierung des Projekts hält Dominik Rein frühestens im Jahr 2020 für realistisch. In den sauren Apfel müssen die Kommunen jetzt wohl beißen.

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Diese Städte und Gemeinden wollen sich am WLan-Projekt des Landkreises beteiligen: Beiersdorf, Boxberg, Dürhennersdorf, Ebersbach- Neugersdorf, Gablenz, Groß Düben, Großschönau, Hainewalde, Herrnhut, Horka, Kodersdorf, Kottmar, Kreba-Neudorf, Löbau, Mittelherwigsdorf, Mücka, Niesky, Oderwitz, Olbersdorf, Oppach, Ostritz, Reichenbach/Oberlausitz, Rietschen, Rothenburg/O.L., Schleife, Trebendorf, Weißkeißel, Weißwasser und Zittau. 

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