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Wo Räckelwitz eine Million verbaut

Handwerker verpassen der Turnhalle eine Frischekur. Das lässt sich die Gemeinde was kosten. Aus gutem Grund.

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© Matthias Schumann

Von Manuela Paul

Schwindelfrei müssen die Handwerker schon sein, die derzeit die Decke in der Räckelwitzer Turnhalle einbauen. Und kooperativ. Denn neben den Trockenbauern stehen auch Elektriker und Lüftungsbauer wie beispielsweise Andreas Förster mit auf dem Gerüst. Parallel zu den Deckenplatten müssen nämlich auch Lampen und Lüfter installiert werden. „Dieses Miteinander erfordert gute Kommunikation, Geduld und natürlich die Disziplin aller Beteiligten“, weiß Bürgermeister Franz Brußk.

Die Räckelwitzer Sporthalle von außen.
Die Räckelwitzer Sporthalle von außen. © privat

Probleme gebe es damit bislang nicht. Obwohl neben den über Kopf arbeitenden, noch etliche andere Handwerker verschiedener Gewerke in der Halle zu tun haben. Da werden Fliesen verlegt, Wände mit Prallschutz versehen oder Leitungen gezogen. Insgesamt 22 Firmen sind an der rund 1,1 Millionen Euro teuren Runderneuerung der Räckelwitzer Sporthalle beteiligt.

Noch kein Datum der Fertigstellung genannt

Der Startschuss für das anspruchsvolle Bauvorhaben fiel im Juli vorigen Jahres mit den Abbrucharbeiten im Halleninneren. In der ersten Hälfte dieses Jahres soll die Sanierung abgeschlossen sein. Ein aktuelles Fertigstellungsdatum hat der Bürgermeister zwar im Kopf, doch nennen will er es nicht. Immerhin gebe es genug Baustellen im Land, bei denen man vorab lauthals Eröffnungstermine verkündete und dann zurückrudern musste, erklärt Franz Brußk. Wobei ein solches Szenario bei der Räckelwitzer Turnhalle keineswegs zu befürchten ist. „Bisher läuft alles planmäßig.“

Ein Großteil der Arbeiten ist ohnehin längst Geschichte. Dank milder Temperaturen bis zum Dezember kamen bereits voriges Jahr die Wärmedämmung und neue Fenster an beziehungsweise in die Fassade. Zudem ist an der Nordseite der Halle ein etwa 140 Quadratmeter großer Anbau entstanden. Der wird künftig das Sportgerätelager, den Technikraum, die Behindertentoilette und einen Gymnastikraum beherbergen. Und auch beim Innenausbau geht es zügig voran. Die Fußbodenheizung ist verlegt, die Decke zur Hälfte eingebaut, die Sanitärräume nehmen Gestalt an...

Sportunterricht im Schnee

Dank des Wetters und des Ideenreichtums der Lehrer habe man bislang auch gute Alternativen zum Sportunterricht in der Halle gefunden. Derzeit hätten die Kinder viel Gaudi am Sporttreiben im Schnee. „Obwohl natürlich alle die Wiedereröffnung der Turnhalle kaum erwarten können“, weiß der Bürgermeister.

Franz Brußk ist froh, dass die Turnhalle generalüberholt wird. Obwohl dies die Gemeinde viel Geld kostet. Fast 600 000 Euro Eigenmittel muss Räckelwitz für die Sanierung hinblättern. Den Großteil der Summe kann die kleine sorbische Gemeinde aus ihren Rücklagen entnehmen. Für den Rest – ganz konkret 180 000 Euro – habe man einen Kredit aufgenommen, berichtet das Gemeindeoberhaupt. Rund 533 000 Euro schießt das sächsische Innenministerium zu, der Landkreis beteiligt sich mit 4000 Euro an dem Bau.

Förderung vom Land

Für die Turnhallensanierung habe man in Zusammenarbeit mit dem SV Viktoria den Landesfond Sportförderung angezapft, verrät der Bürgermeister. Immerhin nutzen nicht nur etwa 250 Grund- sowie Oberschüler die Turnhalle, sondern auch die 182 Mitglieder des ortsansässigen Sportvereines. Der Vorteil: Aus diesem Fördertopf bekommt die Gemeinde die Hälfte der Baukosten bezuschusst. „Hätten wir Fördermittel über das Programm Schulhausbau beantragt, würden wir nur 40 Prozent bekommen“, so Franz Brußk.

Der lebenslustige, untersetzte Sechziger mit der dichten, lockigen, weißen Mähne und dem markanten Vollbart kennt sich aus. „Ich baue schon zeitlebens“, erklärt der dienstälteste Bürgermeister im Landkreis Bautzen schmunzelnd. Die Räckelwitzer Turnhalle übrigens bereits zum zweiten Mal. Denn vor einem Vierteljahrhundert wurde der Hallen-Neubau eingeweiht. Allerdings wurde er noch mit Material und Bauplänen aus Vorwendezeiten realisiert. Seitdem nagte der Zahn der Zeit kräftig an dem Sportobjekt. Deshalb die Sanierung. Danach wird die Einfeldsporthalle den heutigen Standards entsprechen.