merken
PLUS Döbeln

Wo Salami essen gefährlich ist

Urlauber sollten Wurst und Fleisch aus dem Ausland nicht mit nach Hause bringen. Ein langlebiger Virus breitet sich aus.

In Osteuropa ist in Hausschweinbeständen die Afrikanische Schweinepest ausgebrochen. Urlauber sollten deshalb achtsam sein.
In Osteuropa ist in Hausschweinbeständen die Afrikanische Schweinepest ausgebrochen. Urlauber sollten deshalb achtsam sein. © dpa

Mittelsachsen. Auf Reisen probieren Urlauber meist auch landestypische Speisen. Was schmeckt, landet dann nicht selten als delikates Mitbringsel im Koffer. Aber das kann gefährlich werden.

Das mittelsächsische Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt appelliert vor allem an Urlauber, die in osteuropäischen Ländern unterwegs sind, keine Rohwürste wie Salami und Knacker und keinen rohen Schinken oder rohes Schweinefleisch von dort mitzubringen. 

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Denn im Baltikum, in Bulgarien, Moldawien, Polen, Rumänien, Serbien, der Slowakei, der Ukraine und Ungarn breitet sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) aus. In Deutschland gibt es noch keinen Fall der Viruserkrankung. Aber der westlichste Fundort eines infizierten Wildschweines in Polen ist nur noch gut zehn Kilometer von Sachsen und Brandenburg entfernt, teilt das Landratsamt mit.

Virus ist sehr langlebig

Besorgniserregend sei die sehr hohe Anzahl von Seuchenausbrüchen in Hausschweinebeständen in den genannten Ländern. Das Virus ist sehr langlebig und hält sich bei Zimmertemperatur beispielsweise gut vier Monate, im blutverseuchten Erdboden 205 Tage, im gekühlten Schlachtkörper sieben Monate, in Schinken bis zu 399 Tage. „Bei der Verarbeitung von Fleisch und Fleischprodukten wird es erst bei einer erzielten Kerntemperatur von 69 Grad inaktiviert“, erklärt die Veterinärmedizinerin Dr. Anke Kunze vom Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt.

Proben in Beständen wichtig

Das Virus der ASP kann außer über Blut und Sperma auch über die Aufnahme von Speiseabfällen oder Schweinefleischerzeugnissen sowie durch schweineblutkontaminierte Gegenstände von Tier zu Tier übertragen werden. Bei einer Infektion tritt meist der Tod der Tiere nach zwei bis zehn Tagen ein.

 Symptome einer Infektion sind beispielsweise Fieber, Blutungen und Appetitverlust. Auf den ersten Blick unterscheiden sie sich nicht von denen der Klassischen Schweinepest. Deshalb seien die Probenentnahmen im Wild- und Hausschweinbestand wichtig.

Freiwilliges Überwachungsprogramm im Landkreis

Einige große Schweinehalter im Landkreis nehmen seit kurzem an einem freiwilligen Überwachungsprogramm teil. Dabei werden jede Woche mindestens zwei verendete Schweine beprobt und das Veterinäramt kontrolliert zweimal jährlich, ob es einen klinischen Verdacht auf die Seuche gibt.

„Denn nur mithilfe der Labordiagnostik lässt sich die ASP zweifelsfrei feststellen beziehungsweise ausschließen“, erläutert Dr. Anke Kunze. Abschließend betont sie, dass die Krankheit für den Menschen völlig ungefährlich ist. 

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln