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Wo sich der Hauskauf lohnt

Bei Immobilien kommt es vor allem auf die Lage an – das kann zum Beispiel Mittelsachsen sein.

Von Hannes Koch

Berlin. Stimmt das wirklich? In ländlichen Regionen geht die Bevölkerung zurück, die Jungen ziehen weg, nur die Alten bleiben. Deshalb verlieren auch Immobilien dort ihren Wert. So lautet eine verbreitete Ansicht. Doch das Prognos-Institut und die Sparda-Banken setzen nun mit einer Studie Argumente dagegen. Die Forscher des Instituts haben 15 beispielhafte Landkreise in ganz Deutschland identifiziert, in denen sich der Kauf von Wohnimmobilien durchaus lohnen kann.

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Die beschriebenen Regionen liegen meist entfernt von den Zentren der wirtschaftlichen Entwicklung wie München, Stuttgart, Hamburg oder Frankfurt am Main. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass die Immobilienpreise dort nicht zu niedrig, aber auch nicht zu hoch sind. Ein Einfamilienhaus kostet in den 15 Landkreisen weniger als das fünffache durchschnittliche Jahresnettoeinkommen deutscher Haushalte. Dies sind rund 223 000 Euro.

Laut der Studie „Wohnen in Deutschland“ sind die Kaufpreise dort einerseits „relativ günstig“, andererseits bezeichnen die Forscher den Wert dieser Immobilien als „wertstabil“. Soll heißen: Man kann auch für die Zukunft nach Ansicht der Experten davon ausgehen, dass sich die Häuser und Wohnungen zu einem vernünftigen Preis verkaufen lassen. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher, indem sie die Preise mit den Befunden des Prognos-Zukunftsatlas abglichen.

Die herausgestellten Landkreise haben demnach gute Chancen, sich ökonomisch und sozial solide zu entwickeln. In Sachsen haben die Kreise Zwickau und Mittelsachsen laut der Studie gute Chancen; als einen Grund für Mittelsachsen nennt die Studie einen großen Arbeitgeber: die Solarworld-Tochterfirmen mit 1 400 Angestellten in Freiberg. In Zwickau produziert VW.

In Baden-Württemberg nennt die Studie die Landkreise Tuttlingen und Schwarwald-Baar unweit der Schweizer Grenze. Im Letzteren arbeiten beispielsweise viele Unternehmen der Mikro- und Medizintechnik. Die ökonomische Struktur nährt die Hoffnung, dass dort auch in einigen Jahrzehnten noch gute Arbeitsplätze zu finden sein werden – ein Argument dafür, dass Menschen zuziehen und die Preise für Immobilien steigen.

Im benachbarten Bayern sind die Landkreise Günzburg, Dingolfing-Landau mit dem BMW-Werk und Rhön-Grabfeld erwähnt, in Hessen die Region um Fulda. In Nordrhein-Westfalen gehört der Landkreis Borken an der niederländischen Grenze zu den aussichtsreichen Kandidaten, in Niedersachsen sind es die Gegenden Vechta, Ammerland und Stade.

In den genannten Regionen zahlen Käufer für ein Einfamilienhaus heute das Drei- bis Vierfache des Jahresnettoeinkommens – rund 150 000 bis gut 200 000 Euro. In den attraktiven Städten wie Köln, Essen, Dortmund, Düsseldorf, Stuttgart und München dagegen liegen die Preise für entsprechende Immobilien viel höher: zwischen dem Sechs- und Neunfachen des Durchschnittseinkommens.

Studie unter www.sparda.de