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Wo sind nur die Schweizer geblieben?

Viele Jahre kletterte die Zahl Schweizer Touristen in Dresden. Jetzt werden es plötzlich weniger. Grund könnte eine Warnung vor Sachsen sein.

Von Januar bis Juli übernachteten rund 1.000 Schweizer weniger in Dresden und der Region. Fürchten sich unsere Nachbarn vor Anschlägen?
Von Januar bis Juli übernachteten rund 1.000 Schweizer weniger in Dresden und der Region. Fürchten sich unsere Nachbarn vor Anschlägen? © dpa

Reisewarnungen können ganze Urlaubsorte in die Knie zwingen. So waren die Strände Ägyptens und Tunesiens lange Zeit verwaist, bevor sich wieder Touristen hintrauten. Dass einmal vor Reisen nach Deutschland gewarnt werden würde, hätten sich die Hoteliers hierzulande wohl nicht vorgestellt. Tatsächlich spüren die Dresdner Herbergen derzeit aber ziemlich stark, was ein Reisehinweis bewirken kann.

Vor etwa einem Jahr richteten sich die Schweizer Behörden an ihre Landsleute: In den großen Städten könne es zu Problemen kommen. „Lassen Sie in der Umgebung von Demonstrationen Vorsicht walten, da Ausschreitungen möglich sind.“ Anlass waren damals die Krawalle in Chemnitz. Bis heute ist der Hinweis gültig. 

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Auch auf die latente Terrorgefahr in Deutschland macht die Schweiz aufmerksam. „Leider liegt es nicht in unserer Macht, uns von solchen Rückschlägen freizumachen“, sagte Dresdens Tourismus-Chef Jürgen Amann am Montag, nachdem er die Übernachtungszahlen fürs erste Halbjahr vorgestellt hatte. 

Auch weniger Briten kommen nach Dresden

Zwar besuchen Schweizer immer noch das Elbland in und um Dresden. Allerdings waren es von Anfang Januar bis Ende Juli rund 1.000 weniger, die in der Stadt ein Hotel- oder ein Pensionszimmer buchten. Amann macht deutlich, wie sehr das die gesamte Branche schmerzt. Sonst seien die Schweizer ein sehr reisefreudiges Publikum mit einer hohen Kaufkraft. Zur Erinnerung: Der Tourismus finanziert rund 20.000 Jobs in der Stadt – in den Hotels, den Restaurants und den vielen Geschäften.

Auch die Briten lassen sich in Dresden weniger blicken. Amann nennt den Brexit als Ursache. In Großbritannien sei die Sorge groß, dass sich der Ausstieg Großbritanniens aus der EU finanziell in den Haushalten bemerkbar machen könnte. Und wenn man nicht wisse, wie es weitergehe, dann spare man eben beim Reisen, so Amann.

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Zwar konnten die reiselustigen Polen und Tschechen den Verlust ausländischer Gäste etwas dämpfen. Unterm Strich steht dennoch ein Minus von gut fünf Prozent. Auch im restlichen Deutschland sank das Interesse, nach Dresden zu reisen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kamen etwa ein Prozent weniger Inlandsgäste. Amann sprach am Montag davon, dass man es nach einem Rekordjahr wie 2018 schwer habe, wieder solche Ergebnisse zu erzielen. Hinzu fehlten in den letzten Monaten große Kongresse. Diese sollen nun im zweiten Halbjahr folgen, weshalb der Marketingchef vorsichtig optimistisch auf das Gesamtjahresergebnis blickt.

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