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Pirna

Wo Struppen boomt

Die Einwohnerzahl in Struppen wächst. Dieser Trend bestimmt die Investitionen – und stellt den Gemeinderat vor neue Aufgaben.

Struppen zieht immer mehr Familien mit Kindern an. Die Kommune hat mit rund 2 500 Einwohnern inzwischen sogar mehr Bürger als die Nachbarstadt Königstein.
Struppen zieht immer mehr Familien mit Kindern an. Die Kommune hat mit rund 2 500 Einwohnern inzwischen sogar mehr Bürger als die Nachbarstadt Königstein. © Daniel Schäfer

Kaum eine andere Kommune in der Sächsischen Schweiz hat in den vergangene Jahren mehr Einwohner gewonnen. Struppen ist auf Wachstumskurs.

Inzwischen hat die Gemeinde schon mehr Bürger als die große Schwester, die Stadt Königstein. Ende 2017 waren es laut Statistik rund 2.500 Einwohner auf Struppener Seite und „nur“ knapp 2.100 in Königstein. Ein Trend, der den neuen Gemeinderat, der am 26. Mai gewählt wird, weiter beschäftigen wird. Schon in den vergangenen fünf Jahren musste mit entsprechenden Investitionen auf den Boom reagiert werden.

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Grundschule wurde saniert, jetzt wird ein Anbau gebraucht

Es ist ein modernes Haus, in dem die Kinder lernen. Die Grundschule in Struppen wurde erst im Sommer 2017 umfassend saniert. Mehr als 270.000 Euro wurden in das Gebäude investiert. Drei Viertel der Summe wurden über Fördermittel finanziert. Damals, in nur sechs Wochen, wurde unter anderem der Putz an der Fassade ausgebessert und das Dach an einigen Stellen instandgesetzt. Außerdem wurden die Trinkwasserleitungen, die noch aus DDR-Zeiten stammten, erneuert. Gleiches galt für die Sanitäranlagen und die überalterte Heizungsanlage. Die Schule hat zudem Laptops gekauft, die im Unterricht zum Einsatz kommen. Im Haus gibt es Hotspots für kabelloses Internet.

Grundschule. Ab dem kommenden Schuljahr sollen zwei erste Klassen in Struppen eingeschult werden. Geplant wurde mit nur einer Klasse. Der Kinderzuwachs sorgt nun für ein Platzproblem. 
Grundschule. Ab dem kommenden Schuljahr sollen zwei erste Klassen in Struppen eingeschult werden. Geplant wurde mit nur einer Klasse. Der Kinderzuwachs sorgt nun für ein Platzproblem.  © Daniel Schäfer

Die Grundschule ist nun moderner, denn je. Eines fehlt jedoch. Und das ist Platz. Durch den Einwohnerzuzug gibt es mehr Kinder, die in Struppen zur Schule gehen. Jetzt wird nach Möglichkeiten gesucht, um die Grundschüler unterzubringen. „Wir brauchen einen zukunftsweisenden Ausbau von Hort und Grundschule“, sagt Karl-Heinz Guhr, der für die Wählervereinigung „Bürger für Struppen“ (BfS) im Gemeinderat sitzt und erneut kandidiert. Wie dieser Ausbau aussehen wird, das ist eine der wichtigsten Fragen, die die Gemeinderäte derzeit beschäftigt. Soll ein kleiner Neubau auf dem Schulgelände entstehen? Oder wird ein vorhandenes Gebäude, das an die Grundschule grenzt, saniert und umgenutzt? Zur Debatte stehen hier das Möbellager und die ehemalige Streuguthalle. Guhr würde es begrüßen, wenn das Möbellager saniert wird. Die unteren zwei Etagen könnten dann von der Schule genutzt werden, zum Beispiel mit einer Mensa, neuen Horträumen und einem Versammlungsraum. Die obere Etage soll Lagerraum bleiben. „Egal, was am Ende kommt, wir müssen in die Grundschule investieren“, sagt er. Das sieht auch CDU-Gemeinderat Frank Göhler so. Nicht nur die Grundschule, auch das Kinderhaus müsse aufgrund der wachsenden Einwohnerzahl weiterentwickelt werden. Die Krippe hätte beispielsweise schon die Kapazitätsgrenze erreicht. „Hier muss etwas passieren“, sagt Spitzenkandidat Frank Göhler.

Baulücken werden geschlossen, neue Wohnbaustandorte sollen her

Immer mehr Häuslebauer werden in Struppen und den Ortsteilen Ebenheit, Naundorf, Strand, Struppen-Siedlung, Thürmsdorf und Weißig fündig. Der Gemeinderat darf regelmäßig über Bauanträge abstimmen. „Wir brauchen langsam neue Wohnbaustandorte“, sagt CDU-Gemeinderat Frank Göhler. Das sehen auch die Bürger für Struppen so. „Im Moment füllen sich viele Baulücken“, erklärt Karl-Heinz Guhr. Perspektivisch müsste die Kommune für neue Baugrundstücke sorgen.

Feuerwehren haben neue Fahrzeuge, doch beim Löschwasser hakt es

Die Feuerwehren in Struppen und den dazugehörigen Ortsteilen wurden in den vergangenen Jahren modernisiert. Die Thürmsdorfer Wehr hatte 2017 ein neues Fahrzeug bekommen. Das Gerätehaus in Weißig wurde saniert. Auch die anderen Gerätehäuser in Struppen, Thürmsdorf und Naundorf sind in einem modernen Zustand. Investitionsbedarf gibt es dennoch. Zum Beispiel bei der Löschwasserversorgung. Dieses Thema will Frank Göhler (CDU) auf die Aufgabenliste des neuen Gemeinderates heben. Denn für Investitionen zur Verbesserung des Löschwassernetzes gäbe es aktuell Fördermittel. Das soll Struppen nutzen.

Schloss Struppen glänzt von innen, nur von außen noch nicht

Das Renaissance-Schloss hat sich in den letzten zehn Jahren gemausert. Der Struppener Schlossverein hat mit Unterstützung der Gemeinde und privater Spender, Mitteln der Denkmalpflege und durch Eigenleistungen dafür gesorgt, dass das Schloss für Besucher offen steht. Es wurden der Festsaal und der Musiksalon saniert und als Veranstaltungsräume hergerichtet. Auch ein zweites Treppenhaus als Fluchtweg und neue Sanitärräume sind entstanden.

Dieses Jahr geht es weiter. Dank eines Zuschusses aus dem Leader-Programm und einem Eigenanteil der Kommune sollen rund 75 000 verbaut werden. Im Erdgeschoss sollen die Flure und Gänge saniert werden, neue Fußböden sind geplant. Außerdem wird die Elektrik erneuert. Es soll zudem ein Atelierbereich entstehen.

Mittelgasthof. Seit Ende 2014 steht der Mittelgasthof in Struppen leer. Seitdem wird ein neuer Pächter für die Gastronomie gesucht. Bislang ohne Erfolg.
Mittelgasthof. Seit Ende 2014 steht der Mittelgasthof in Struppen leer. Seitdem wird ein neuer Pächter für die Gastronomie gesucht. Bislang ohne Erfolg. © Daniel Schäfer

In den Innenräumen ist das Schloss dann wieder ein Schmuckstück. Dabei soll es jedoch nicht bleiben. „Der Ausbau muss außen weitergehen“, sagt Karl-Heinz Guhr (BfS). Die Fassade und Außenanlagen müssten dringend folgen. Schon jetzt werden regelmäßig Trauungen im Schloss geschlossen. Die Hochzeitsgesellschaften können dann aber kaum vor dem Schloss schöne Fotos machen, weil das Ambiente fehle. Auch Frank Göhler sieht die Entwicklung des Schlosses positiv. Die Kommune müsse daran anknüpfen.

Straßen sind marode, erste Sanierungen aber versprochen

Beim Thema Straßenbau hat Struppen noch einiges vor sich. Die marode Ortsdurchfahrt ist seit zwei Jahrzehnten ein Dauerbrenner. Jetzt beginnt zumindest die Planung zur Sanierung der S 168. Auch die Ortsdurchfahrt in Thürmsdorf ist in einem schlechten Zustand. Gleiches gilt für einen Teil der Trasse, die nach Naundorf und von dort weiter Pötzscha führt. Auch hier soll in den nächsten Jahren Geld fließen, wurde versprochen. Die Bürger für Struppen wollen sich zudem für einen neuen Fußweg entlang der Hohen Straße in Struppen-Siedlung einsetzen. Der Fußweg sei schon länger geplant gewesen und auch im Haushalt berücksichtigt, aber nie realisiert worden. „Wir hoffen, dass er in der nächsten Legislatur gebaut wird“, sagt Guhr.

Entscheidung zur Zukunft des Mittelgasthofs spaltet Gemeinderat

Wer in Struppen essen gehen will, hat nicht viel Auswahl. Der Mittelgasthof steht seit vier Jahren leer. Wie es damit weitergehen soll, diese Frage scheint den Rat zu spalten. Einige plädieren dafür, den Gasthof abzureißen und einen Neubau zu wagen. Karl-Heinz Guhr (BfS) ist einer dieser Befürworter. Und zwar aus finanziellen Gründen. „Die Sanierung wird am Ende teurer, als ein Abriss“, ist er überzeugt. In das jetzigen Gebäude müsste zu viel Geld investiert werden, um es an die heutigen Anforderungen, die für Gastronomiebetriebe gelten, anzupassen. Er plädiert deshalb lieber für einen radikalen Schnitt.

So weit will sich CDU-Mann Frank Göhler nicht aus dem Fenster hängen. „Wichtig ist, dass wir im neuen Gemeinderat überhaupt eine Mehrheit zum Thema Mittelgasthof finden“, sagt er. Er persönlich würde eine Privatisierung begrüßen. „Denn es kann nicht Aufgabe einer Kommune sein, einen Gastronomen für ein leer stehendes Lokal zu suchen“, sagt er.

Die Kandidaten für den Gemeinderat

CDU: Frank Göhler, Rosmarie Heinze, Uwe Goll, Ralf Pilarski, Andreas Falk, Volker Schwarz, Ronny Raschke, Daniel Kaiser, Johannes Simmert, Stefan Wenke, Madeleine Fischer-Kleinert;

Bürger für Struppen: Holger Marle, Michael Krause, Karl-Heinz Guhr, Daniel Endler, Klaus-Peter Wendt;

Die Linke: Michael Walther;

NPD: Klaus Dieter Rackow, Thomas Rackow;

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