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Nur wenige Spaziergänger

In der Weißeritzregion halten sich die allermeisten an die Abstands- und Verhaltensregeln.

Im Rabenauer Grund ist wenig los. Nur drei Radfahrer kommen an Rabenauer Mühle
vorbei.
Im Rabenauer Grund ist wenig los. Nur drei Radfahrer kommen an Rabenauer Mühle vorbei. © Egbert Kamprath

Was für ein Wetter. Der Himmel ist fast wolkenfrei, die Sonne lacht. Das Thermometer zeigt 16 Grad an. Und trotzdem sind nur wenige Spaziergänger im Rabenauer Grund unterwegs. Die vorordneten Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus wirken offenbar.

Sabine Richter, die aus ihrem Stand am Ende des Rabenauer Grunds Eis und Langos verkauft, findet auch, dass viel weniger Wanderer als sonst vorbeikommen. „Die Freitaler dürfen ja, aber die Dresdner nicht.“ Familien, die sich hier gern zu größeren Treffen verabredeten, habe sie schon lange nicht mehr gesehen. Und es mache sich schon bemerkbar, dass die Weißeritztalbahn nicht mehr fährt. Nur ab und zu kommen Eltern mit Kindern, Pärchen und Hundebesitzer, die ihre Vierbeiner ausführen, am Stand der Friedersdorferin vorbei. Dafür haben sich, so der Eindruck an diesem Sonntagnachmittag, mehr Leute aufs Fahrrad geschwungen, um diesen beliebten Weg entlang der Roten Weißeritz abzufahren.

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Auch im Altenberger Gemeindegebiet, einer beliebten Wanderregion, ist momentan nicht viel los. „Wir können uns auf die Bevölkerung verlassen“, sagt Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler). Nur ganz wenige halten sich nicht an die Verhaltens- und Abstandsregeln. So habe man ein Auto mit einem fremden Nummernschild entdeckt, dass am Waldrand abgeparkt wurde. Man habe den Fahrer daraufhin angesprochen. „Es stellte sich heraus, dass er ein Altenberger ist.“ Sein Auto musste er aber umparken, da er eine Zufahrt zum Wald verstellte. „Es blieb bei einer Belehrung“, so Kirsten. 

Seine Stadtverwaltung hat 15 Parkplätze gesperrt. Und das nicht nur mit Flatterband, sondern auch mit Verkehrszeichen. Die Einhaltung dieser Absperrungen wird von seinem Ordnungsamt, Verwaltungsmitarbeitern und ihm bei Kontrollfahrten überprüft. „Wir sind im gesamten Gemeindegebiet unterwegs“, sagt Kirsten. Man fahre auch bis zum Parkplatz in Fürstenau.

Sein Eindruck sei, dass sich die meisten Bürger im Nahbereich aufhalten. Problematisch sei eher die Situation vor den Supermärkten. Hier treffen sich die Leute. Hin und wieder bilden sich dort größere Gruppen. Die Menschen kommen sich ziemlich nah. „Hier sind die Supermärkte gefragt“, so Kirsten. Er appelliert auch an die jungen Mütter. Die meiden zwar wie gefordert die Spielplätze, verabreden sich aber mit anderen Müttern zu gemeinsamen Spaziergängen. Dabei kommen sich vor allen die kleinen Kinder näher. Dadurch sei eine Infektionsübertragung möglich, so der Rathauschef.

Leerer Marktplatz in Dippoldiswalde 
Leerer Marktplatz in Dippoldiswalde  © Egbert Kamprath
Sogar die A4 bei Wilsdruff war fast leer.
Sogar die A4 bei Wilsdruff war fast leer. © Egbert Kamprath
Nur ganz wenige Menchen an der Talsperre Malter 
Nur ganz wenige Menchen an der Talsperre Malter  © Egbert Kamprath
Kein Mensch am gesperrten Grenzübergang in Zinnwald  
Kein Mensch am gesperrten Grenzübergang in Zinnwald   © Egbert Kamprath
Auch auf den Kahleberg bei Altenberg kamen nur wenige Wanderer.
Auch auf den Kahleberg bei Altenberg kamen nur wenige Wanderer. © Egbert Kamprath

Auch in und um Dippoldiswalde ist das Ordnungsamt unterwegs. "An diesem Wochenende war es sehr entspannt", sagt Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU). Die allermeisten gehen allein oder zu zweit spazieren und halten Abstand voneinander. Generell akzeptieren die Bürger die Hinweise des Ordnungsamtes. Am vergangenen Wochenende sei das nicht immer der Fall gewesen. Da gab es oft Widerspruch.

An diesem Wochenende gab es nur wenig Diskussionsbedarf. "Einem Besucher aus der Berliner Ecke mussten wir erklären, dass die Dippser Heide nicht zu seinem Nahbereich gehört." Ansonsten gab es einige Verstöße gegen die Parkregeln. Dort wie auch an der Talsperre Malter waren die Parkplätze gesperrt wurden. "An der Talsperre gab es keine Probleme", so Kerstin Körner.

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