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Niesky

Wölfe reduzieren, nicht vernichten

Frank-Uwe Michel über Sorgen mit diesen Tieren und der Politik

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Symbolbild © dpa / Montage: SZ-Bildstelle

In Sachsen sollen es bis zu 200 sein, in Deutschland wird die Zahl der Wölfe auf etwa 2 000 geschätzt. Ein nicht unerheblicher Teil davon muss sich rund um den Rothenburger Ortsteil Neusorge am wohlsten fühlen. Hier jedenfalls hat die Leidensfähigkeit der Bevölkerung eine Grenze erreicht. Wolfsgeheul, bekommt man es im Fernsehen serviert, jagt einem beim Zuhören und -schauen schon einen Schauer des Schreckens über den Rücken.

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Wie viel mehr muss dieses Schauspiel die Neusorger Einwohner berühren, die es regelmäßig live erleben. Deshalb reicht es ihnen auch nicht, dass Sachsen Mitte April als erstes Bundesland eine eigene Wolfsverordnung beschlossen hat, die den Abschuss von verhaltensauffälligen Tieren neu regelt. So wird darin zwar festgelegt, dass ein Wolf dann abgeschossen werden kann, wenn er sich einem Menschen auf weniger als 30 Meter nähert und der Versuch, das Tier zu vergrämen, erfolglos geblieben ist. Den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen wäre die viel bessere Lösung, meinen die Neusorger, die sich nicht als Wolfsgegner, sondern als Wolfseindämmer verstanden wissen wollen. Vielleicht hat die Population der streng geschützten Tiere ja tatsächlich eine Sättigungsgrenze erreicht, die das erträgliche Maß schon überschritten hat. Ums Vernichten geht es den Einwohnern des wolfsgeplagten Ortes nicht, viel mehr ums Reduzieren. Die Politik sollte hier sensibel sein und ganz genau hinhören.

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