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Woher Görlitz in Zukunft Energie zieht

OB Octavian Ursu findet weitere Mitstreiter für sein „Projekt 2030“, darunter Siemens.

Lukas Rohleder (links) im Gespräch mit dem OB, hier bei einem früheren Treffen. Der Chef von Energy Saxony unterstützt die Pläne Octavian Ursus.
Lukas Rohleder (links) im Gespräch mit dem OB, hier bei einem früheren Treffen. Der Chef von Energy Saxony unterstützt die Pläne Octavian Ursus. © Nikolai Schmidt

Der Görlitzer Oberbürgermeister macht dort weiter, wo er im Wahlkampf um das Amt begonnen hat. Octavian Ursu (CDU) will die Stadt klimaneutral machen, also die Menge an klimaschädlichen Gasen in der Atmosphäre nicht erhöht wird. Und das Ganze möglichst bis 2030. Während er im Wahlkampf noch eine überschaubare Anzahl an Mitstreitern am Tisch hatte, sind es jetzt deutlich mehr.

„Europastadt Görlitz/Zgorzelec 2030 – Stadt der Zukunft“, so heißt das Vorhaben, dem sich Octavian Ursu verschrieben hat. Moderne Technologien zur Energieeinsparung, die Digitalisierung sollen dabei zum Einsatz kommen. „Der Projekttitel steht für das Leben und Arbeiten in der Zukunft und damit für eine Weiterentwicklung der Europastadt als Stadt der Zukunftstechnologien“, formuliert es der Oberbürgermeister. Das klimaneutrale Görlitz sei aus seiner Sicht machbar, sagte er jetzt im Rathaus.

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Bei Siemens stößt er dabei auf offene Ohren. „Wir werden uns aktiv in das Projekt einbringen“, sagt Christoph Scholze, Innovationsmanager der Siemens AG Görlitz. Auf dem Werksgelände soll zusätzlich zur etablierten Fertigung von Industriedampfturbinen ein Innovationscampus mit einem Labor für Wasserstoffforschung entstehen. Ziel sei es, weitere Technologie- und Industrieunternehmen, Start-ups und Forschungsinstitute anzusiedeln. „Der Fokus liegt dabei auf der Digitalisierung, Automatisierung, Energietechnik und innovativen Werkstoff- und Fertigungstechnologien“, so Christoph Scholze.

Projekte wie dieses benötigen aber auch eine solide Basis, so der Siemens-Manager. Deshalb setzte das Unternehmen neben den neuen Technologien weiter auf die Industriedampfturbinen. Die Kompetenzen für eine entsprechende Entwicklung in der Stadt seien vorhanden, sagt Christoph Scholze. Der Strukturwandel, vor dem die Lausitz steht, sollte nicht als Bedrohung wahrgenommen werden, sondern als Chance.

Die Stadtwerke Görlitz wiederum möchten ihre Erfahrungen einbringen, um „die Dekarbonisierung, also den niedrigeren Umsatz von Kohlenstoff, des Industriestandortes Siemens zu unterstützen“, so Peter Starre, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Görlitz. Zudem wollen die Stadtwerke den Ausbau digitaler Infrastrukturen voranbringen und Smart-City-Anwendungen entwickeln. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Optimierung des Straßenverkehrs, die Steuerung der Straßenbeleuchtung und ähnliches.

Lukas Rohleder, Geschäftsführer von Energy Saxony, hatte sich schon während des Wahlkampfes von Octavian Ursu für dessen Pläne zu einem klimaneutralen Görlitz ausgesprochen. Energy Saxony mit Sitz in Dresden ist ein Energietechnologie-Netzwerk. Das Ziel: die Entwicklung und Vermarktung künftiger Spitzentechnologien in den Bereichen Energie, Elektromobilität und Digitalisierung voranzutreiben. Gerade für Görlitz sieht Lukas Rohleder dabei gute Chancen. „Görlitz bietet wegen der Innovationsstärke der ansässigen Unternehmen und der hervorragenden Infrastruktur ideale Bedingungen, zur Modellstadt für Klimaneutralität und Wasserstoffanwendungen zu werden“, sagt er.

Octavian Ursu kann sich mittlerweile auf ein respektables Netzwerk stützen. Zu dem gehört unter anderem die Hochschule, das Fraunhofer Institut, die Erdmann-Softwaregesellschaft aus Görlitz und natürlich die Europastadt GmbH.

Ein Problem, dass alle Beteiligten mehr oder weniger vereint, ist der immer noch vorhandene Fachkräftemangel. „In Zukunft wird entscheidend sein“, sagt Siemens-Manager Christoph Scholze, „Fachkräfte nicht nur herzubekommen, sondern sie auch hier zu halten.“

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