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Wohin am Tag des offenen Denkmals?

Der zweite Sonntag im September steht in ganz Deutschland im Zeichen historischer Bauten und Stätten. 

Holger Wolf vor dem Grottenpavillon im Tiefenauer Rosengarten, der gerade einen neuen Anstrich erhält: Am Sonntag können Besucher sich die Pavillons und das benachbarte Rittergut bei Führungen zeigen lassen. Foto:
Holger Wolf vor dem Grottenpavillon im Tiefenauer Rosengarten, der gerade einen neuen Anstrich erhält: Am Sonntag können Besucher sich die Pavillons und das benachbarte Rittergut bei Führungen zeigen lassen. Foto: © Eric Weser

Region. Die Sonne strahlt, Holger Wolf auch – und die Fassade des Grottenpavillons im Tiefenauer Rosengarten ebenso. Vor Kurzem noch ganz in Grau, leuchtet die Fassade des Barockgebäudes jetzt gelblich. Um den richtigen Farbton sei zwischen den Denkmalbehörden und seinem Chef Henry de Jong lange gerungen worden, sagt Objektmanager Wolf und führt um den Pavillon herum. 

Bei genauem Hinsehen zeigt sich, dass es auf jeder Gebäudeseite eine leicht andere Farbgebung gibt: Mal sind die Umrahmungen der Fenster in einem dunkleren Gelbton als der Rest der Fläche, dann ist es wieder umgekehrt. „Mein Chef wollte mit zwei Farbtönen arbeiten“, sagt Holger Wolf. Letztlich hätten sich Behörde und Bauherr aber auf Einfarbigkeit geeinigt. Noch diese Woche soll eine Malerfirma den Pavillon so anstreichen.

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Die Apotheke, Drogerie und der Lebensmittelhandel haben in der Elbgalerie weiterhin für Sie geöffnet und freuen sich auf Ihren Besuch.

Am Sonntag können ihn dann die Besucher beim Tag des offenen Denkmals aus der Nähe anschauen. Zum ersten Mal macht das Tiefenauer Schloss- und Rittergutsareal bei der Aktion mit. Ab Sonntagmorgen steht der sonst am Wochenende wegen der Bauarbeiten geschlossene Rosengarten in Tiefenau den Besuchern offen. Zu sehen gibt es unter anderem auch die kürzlich fertig sanierten Tritonen-Brunnen. Alle vier sprudeln – auch das einstige Sorgenkind des Brunnenquartetts, bei dem das Brunnenbecken neu hatte abgedichtet werden müssen. Jetzt funktioniere alles, sagt Holger Wolf.

Der Tiefenauer wird am Sonntag den Denkmalstag-Besuchern das Rittergut zeigen. Drei Führungen sind geplant. Unter anderem können die Gäste dann einen Blick in die sonst unzugänglichen Räume im Torbogenhaus oder in die einstigen Ställe werfen. Womöglich kommen die Gäste bei der Tour auch an der Stelle vorbei, an der vor einigen Wochen ein Teil eines Hofgebäudes in sich zusammengefallen ist. „Ich bin eines Morgens auf Arbeit gekommen und dachte: Das sieht aber anders aus hier“, sagt Holger Wolf über den Vorfall, der schon im Juli passiert ist. 

Auch Stützen hatten den einsturzgefährdeten Gebäudeteil nicht halten können. Nach dem Vorfall sei die in sich zusammengerutschte Konstruktion vom Rest des sonst intakten Daches abgetrennt worden. Dann habe man sie kontrolliert einstürzen lassen, sagt Holger Wolf. Der Vorfall zeige: Es sei höchste Zeit, dass die Rettung der alten Bausubstanz vorankommt. 

Mit der Sanierung und Umfunktionierung des einstigen Ritterguts in ein Ferienresort, die Henry de Jong vorantreibt, soll das gelingen. Für das Gesamtvorhaben scheint das Baurecht in greifbare Nähe zu rücken. Ende Oktober könnte die Gemeinde Wülknitz die nötige Satzung beschließen. Holger Wolf und sein Team konzentrieren sich vorerst auf den Denkmaltag und putzen noch die Beete im Rosengarten.

Der Rosengarten Tiefenau steht von 10 bis 16 Uhr offen; Zugang über den Friedhof/Schlosskirche, aber auch den Spansberger Weg bzw. Weg am Brauteich. Führungen um 11, 13 und 15 Uhr. Kaffee und Kuchen im Grottenpavillon.

Museum Lommatzsch

Das Lommatzscher Heimatmuseum wurde vor 110 Jahren gegründet. Die Sammlung befindet sich heute im ältesten Haus der Stadt, dem Markt 14. Ausgestellt sind Gegenstände zur Ur- und Frühgeschichte, Alltags- und Wirtschaftsgeschichte sowie Informationen zu den Ehrenbürgern. Unter anderem gibt es ein Terence-Hill-Zimmer.

Geöffnet 13 bis 18 Uhr; Führungen nach Bedarf

Schloss Promnitz

Schloss Promnitz
Schloss Promnitz ©  Sebastian Schultz

Der Herrensitz aus dem 17./ 18. Jahrhundert wird seit 2016 notgesichert. Das Ziel: Bis zur 300-Jahrfeier des Zeithainer Lustlagers das Schloss wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen.

Geöffnet 10 bis 18 Uhr, Führungen auf Anfrage, Telefon: 035255 188191

Vierseithof Keilbusch

In Käbschütztal, Jesseritz 2, kommen Freunde des Handwerks auf ihre Kosten: In einem Vierseithof aus dem späten 18. Jahrhundert gibt es eine Werkstatt für künstlerische Holzgestaltung zu sehen. Neben modernen Maschinen auch eine Bandsäge von circa 1890 mit Transmissionsantrieb und eine Drechselbank aus den 1920er-Jahren.

Geöffnet 10 bis 19 Uhr, www.holzgestalter.com

Dorfkirche Döllingen

Dorfkirche Döllingen
Dorfkirche Döllingen © Sebastian Schultz

Die Kirche im Ortsteil von Plessa (Elbe-Elster) wurde 1739 auf einem hölzernen Vorgängerbau errichtet. Sie wurde von einer unbekannten Adligen gespendet, die wegen eines sittlichen Vergehens drei Kirchen stiftete.

Geöffnet 12 bis 16 Uhr

Schloss Jahnishausen

Schloss Jahnishausen
Schloss Jahnishausen © Sebastian Schultz

Es ist eins der kleinsten Schlösser Sachsens: Das einst König Johann von Sachsen († 1873) gehörende Schloss in Jahnishausen an der Jahnatalstraße. Nach langem Verfall ist es seit 2003 in Nutzung, zuletzt gab es eine Dachsanierung.

Geöffnet 13 bis 17 Uhr, Imbiss, Führungen nach Bedarf,  Telefon: 03525 5763322

Türmerwohnung Oschatz

Die historische Wohnung war bis 1970 in Nutzung und ist nach der Sanierung 1998 wiedereröffnet worden. Sie zieht sich im Südturm der weithin ins Umland sichtbaren Sankt-Aegidien-Kirche über drei Etagen und ist über 199 Stufen zu erreichen. Auf dem Weg dorthin gibt es Bänke zum Pausieren.

Geöffnet 11 bis 17 Uhr; Führungen auf Anfrage, Telefon: 03435 920462

Diesbar-Seußlitz

Schloss und Schlosspark in Diesbar-Seußlitz
Schloss und Schlosspark in Diesbar-Seußlitz © Sebastian Schultz

Im Haus des Gastes, dem früheren Pressenhaus, gibt es eine 200-jährige Weinpresse zu sehen. Der Schlosspark und sonst nicht geöffnete Räume stehen auch offen.

Geöffnet 10 bis 17 Uhr (Haus des Gastes); 14-17 Uhr (Schlosspark), Imbiss

Heimatstube Staucha

Die Stauchaer Heimatstube gibt es seit 2001 im Herrenhaus des einstigen Ritterguts. Sie beherbergt Gegenstände aus dem dörflichen Alltags- und Schulleben, Infos zu den 21 Ortsteilen der Gemeinde und historische Fotos. Auf dem Hofgelände befindet sich die Markthalle und die Peter-Sodann-Bibliothek.

Geöffnet 13 bis 17 Uhr; Führungen durch Ortschronistin, Telefon: 035268 82054

Bockwindmühle Altbelgern

Bockwindmühle Altbelgern
Bockwindmühle Altbelgern © Sebastian Schultz

Erbaut 1834, ist sie das Wahrzeichen des Ortsteils Altbelgern in Mühlberg (Elbe-Elster). Nach der Wende wurde der Mühlenkörper saniert. Sie befindet sich bis heute in Familienbesitz und funktioniert teils noch.

Geöffnet 10 bis 18 Uhr, Führungen nach Bedarf

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