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Wohin des Wegs?

Klingenberg hat viel schöne Landschaft zu bieten. Wanderer finden die aber nicht in jedem Fall so ohne Weiteres.

© Egbert Kamprath

Von Regine Schlesinger

Klingenberg. Nur ein alter Wegstein gibt Wanderern an dieser Kreuzung bei Röthenbach etwas Orientierung. Ein asphaltierter Weg führt hier hinunter ins Weißeritztal, dorthin, wo einst die Röthenbacher Mühle stand. Von hier kommt man über den Talweg weiter bis zur Talsperre Klingenberg oder auch weiter nach Beerwalde und Reichstädt – etliche Sehenswürdigkeiten und Einkehrstätten inklusive. Ein anderer Weg bringt Wanderer von besagter Kreuzung durch die Hartmannsdorfer Schweiz zur Talsperre Lehnmühle.

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Einheimische kommen hier sicher gut zurecht, sagt Kreiswegewart Gunter Fichte, der zugleich auch Ortswegewart der Gemeinde Klingenberg ist. „Doch ein Ortsfremder findet sich nicht durch“, ist er überzeugt. Denn es fehlt jegliche Beschilderung. Sehr hilfreich ist da auch der alte Wegestein nicht. Hat man den einstigen Mühlenstandort im Tal erreicht, wo noch immer das Wohnhaus der Mühle zu finden ist, bietet sich ein anderes Bild. Hier steht ein Wanderwegweiser mit allen nötigen Informationen. Aufgestellt und beschriftet von Gunter Fichte selber. So ein Schild sieht vielleicht nicht ganz so professionell aus, hilft aber, Kosten zu sparen, erklärt der Obercunnersdorfer.

Beschilderung muss zügig vorankommen

Seit drei Jahren berücksichtigt die Gemeinde in ihrem Haushalt ein Budget für den Ortswegewart. Zahlreiche Schilder hat er inzwischen aufstellen können. Doch er kommt kaum hinterher. Es gibt noch immer große Lücken. Dabei hat die Gemeinde viele Wanderwege durch schöne Landschaft und mit beeindruckenden Aussichten zu bieten. Auswärtige, mit denen Gunter Fichte als Gästeführer in Klingenberg unterwegs ist, wissen das zu schätzen. Der Ortswegewart will ihnen gern ein gut ausgeschildertes Wegenetz präsentieren und ist sich sicher, dass die Gemeinde davon profitieren könnte. Er würde daher am liebsten rascher mit der Beschilderung vorankommen. Bürgermeister Torsten Schreckenbach (Bürger für Klingenberg) hat Verständnis für diesen Wunsch, will aber einen Schritt nach dem anderen gehen. Der erste Schritt soll ein Ortswegekonzept für das 85 Quadratkilometer große Gemeindegebiet sein. Daran wird gearbeitet, sagt Schreckenbach. Vor zwei Jahren wurde in der Gemeinde die Arbeitsgemeinschaft Tourismus ins Leben gerufen, die sich damit befasst. Dieses Konzept soll die Wanderwege – auch die überregionalen – zusammenbringen. Der Bürgermeister hofft, dass es im Frühjahr im Gemeinderat vorgestellt werden kann. Das Konzept soll dann die Basis sein für die weitere Arbeit an den Wanderwegen. Dabei gehe es nicht nur um die Beschilderung, sondern auch um den Unterhalt der Wege, so Schreckenbach, was dann noch mal eine ganz andere Hausnummer ist. „Wir tun mit unserem Bauhof aber auch heute schon, was wir können“, versichert der Bürgermeister.

Bürgermeisterwette mit Jugendklubs

Er verweist darauf, dass die Gemeinde für den Tourismus noch einiges mehr leistet. So sorgt sie mit einer größeren Summe für den Erhalt des Höckendorfer Tiergartens, kümmert sich ums Pretzschendorfer Freibad und überlässt dem Förderverein Edle Krone, dessen Chef Gunter Fichte ist, Räumlichkeiten im Museumsbahnhof Edle Krone kostenlos. Auch an dem Projekt „Urlaub in Sachsens Dörfern“ beteiligt sich Klingenberg finanziell.

Demnächst wird der Bürgermeister wohl noch einen weiteren Betrag lockermachen müssen. Es geht dabei um eine sogenannte Bürgermeisterwette, bei der Klingenberger Jugendklubs den Ortschef herausfordern wollen. Sie stellen sich der Aufgabe, sich in irgendeiner Form um Wanderwege in ihrem jeweiligen Ortsteil zu kümmern. Es versteht sich von selbst, dass bei dieser Wette Ortswegewart Gunter Fichte seine Hände im Spiel hat.