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Wohin mit Erdmann?

Sein Zweikampfverhalten ist gut, das Selbstvertrauen noch besser. Trotzdem wird es eng für Dynamos Innenverteidiger.

© Lutz Hentschel

Von Tino Meyer

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Der Vorverkauf ist gestartet

Bald fliegen wieder die Pucks durch die EnergieVerbund Arena: Ab sofort läuft der Vorverkauf für die Vorbereitungsphase der Dresdner Eislöwen. 

Der Superheld fühlt sich geschmeichelt.

Der Künstler präsentiert sein neuestes Werk: Teixeira und Earthman Erdmann. Foto: Verein

„Dennis ist auf jeden Fall ein Typ, vor dem sich die Bösewichte in Acht nehmen sollten“, sagt Nils Teixeira. Drei Mitspieler hat Dynamo Dresdens künstlerisch wie humorvoll veranlagter Außenverteidiger bereits mit einem T-Shirt-Motiv bedacht. Nummer vier in seiner sogenannten TeXtilien-Kollektion ist nun Dennis Erdmann, den er zum Earthman gemacht hat.

Auf in den Kampf! „Ich werde Superman ganz sicher nicht den Rang ablaufen, aber Recht und Gerechtigkeit sind zwei Werte, für die es sich immer einzutreten lohnt“, entgegnet Erdmann, der seine Ideale gern auch mit Nachdruck vertritt. So unscheinbar der 24-Jährige abseits des Platzes wirken mag, wenn es um Fußball und ihn selbst geht, entwickelt Earthman ungeahnte Kräfte. Bei Dynamos Auftakt nach der Winterpause am Sonntag in Münster hat Supermann jedoch Sendepause, sehr wahrscheinlich zumindest.

Mehrwert für den Trainer

Erdmann selbst kann nicht einmal etwas dafür. Er hat gut trainiert, aber Trainer Stefan Böger zurzeit keine rechte Verwendung für den rustikalen Innenverteidiger, dem das spielerische Element mitunter abgeht. Auf seiner angestammten Position neben Abwehrchef Michael Hefele hat in der Vorbereitung auffällig oft der technisch versiertere Jannik Müller gespielt, während er sich im defensiven Mittelfeld probieren durfte. „Das kann ich auch spielen. Habe ich schon früher ab und zu gemacht“, betont Erdmann.

Auch wenn Böger auf den taktischen Mehrwert verweist, wird der Neuzugang vom Regionalligisten Schalke 04 II auf dieser Position trotz der Verletzten Marco Hartmann, Mathias Fetsch und Robin Fluß eine Notlösung bleiben. Der nicht minder zweikampf- und zudem spielstarke Quirin Moll sowie Kapitän Cristian Fiel mit seinen strategischen Fähigkeiten sind als Bindeglied zwischen defensiver Sicherung und kreativem Spielaufbau schlicht besser – sofern sie nicht wie in der Vorbereitung gesundheitlich angeschlagen sind.

Wohin also mit Erdmann? Selbst als Außenverteidiger wie zuletzt gegen Cottbus wird er nach der Rückkehr von Teixeira nicht mehr gebraucht.

Luxusproblem ist sicher zu hoch gegriffen. Und speziell Erdmann kann weder mit dem ersten Teil des Wortes noch mit dem zweiten etwas anfangen. Luxus ist ihm fremd, Probleme kennt einer wie er nicht, zumindest keine sportlichen. Und als Problemfall sieht sich der gebürtige Kerpener wiederum gleich gar nicht. „Mit mir war ich voll zufrieden, mit der Mannschaft natürlich auch. Es soll einfach weiter so gut laufen“, sagt Erdmann kurz und knackig. So lässt sich die Hinrunde verbunden mit dem Ausblick auf die verbleibenden 16 Saisonspiele eben auch zusammenfassen.

Und einen Platz in der Stammelf, daran zweifelt er nicht, wird Böger für ihn ebenfalls finden. „Auch wenn viele sagen, ich sei nur ein Viertligaspieler. Diese 3. Liga hat mir bislang nicht so große Schwierigkeiten bereitet. Und das wird sie auch weiterhin nicht“, erklärt er.

Mit seinem schier unerschütterlichen Selbstbewusstsein hat es Erdmann weit gebracht, in vier Jahren von der Kreisliga B bis zu den Profis. Aufstieg lautet seine Devise. „Ich konzentriere mich auf meine Aufgabe und habe ein Ziel, das ich erreichen möchte. Das halte ich mir jeden Tag vor: Ich will mit Dynamo Dresden in die zweite Liga“, sagt der gläubige Katholik, der auf dem Weg dorthin am meisten an sich und seine Mannschaft glaubt. Und der für den Fall des Falles angekündigt hat, sich das Dynamo-D tätowieren zu lassen.

Als schwarz-gelber Streiter für Recht und Gerechtigkeit, so tituliert ihn jedenfalls Teixeira, trägt der Earthman das D jetzt schon. „Zum Gewöhnen“, wie der Künstler meint.

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