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Wohin mit dem Glas?

Die ersten neuen Container sind überfüllt. Der neue Betreiber verspricht Besserung.

© SZ Thomas Eichler

Von M. Michalk und M. Klaus

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Wenn sich zu Hause leere Weinflaschen oder Gemüsegläser stapeln, ist es an der Zeit, sie zu entsorgen. Das dachte sich am Montag auch Wolfgang König aus Löbau. Sein Ziel: die Altglascontainer beim Kaufland an der Rumburger Straße. Doch schon bei der Ankunft musste er feststellen, dass er seinen Plan dort nicht umsetzen kann. Das Problem: Die Container waren voll. Zudem schienen die runden Öffnungen, in die man sein Altglas einwirft, unerreichbar. Denn um die Container herum hatten sich schon jede Menge Wein- und Sektflaschen sowie Gläser, in denen einmal Rotkraut oder Nudelsoße war, angesammelt. Wolfgang König fragt sich nun: Wohin mit dem Altglas?

Er ist nicht der Einzige, der derzeit von vollen Glascontainern berichtet. Auch in Zittau ist die Problematik ein aktuelles Thema. Es geht die Vermutung um, dass es beim frisch vollzogenen Entsorgerwechsel Probleme gegeben haben könnte. Seit Anfang des Jahres ist nämlich nicht mehr Veolia mit der Leerung der Altglasbehälter beauftragt, sondern die Firma Bruno Halke und Sohn aus Niesky. Zuvor hatte der Landkreis die Glaserfassung, also den Betrieb der Glascontainer, neu ausgeschrieben. In den ersten zwei Wochen des Jahres holte der bisherige Entsorger Veolia seine Altglasbehälter ein und lagert sie auf verschiedenen Betriebshöfen. „Wir hatten im Landkreis Görlitz etwa 1000 Glascontainer in Betrieb. Bei dem enormen Platzbedarf mussten wir sie natürlich auf mehrere Unternehmensstandorte verteilen“, erklärt Veolia Pressesprecher Andreas Jensvold. Die Glascontainer werden jetzt auf den Betriebshöfen wieder hergerichtet. Dabei wird auch der Lärmschutz überprüft und bei Bedarf an die aktuellen Richtlinien angepasst. Danach kämen die Container andernorts zum Einsatz, sagt Jensvold. Im Landkreis sei der Entsorgerwechsel seitens Veolia problemlos verlaufen und bereits abgeschlossen.

Schwierigkeiten bei der Übernahme der Altglasentsorgung gab es aber tatsächlich für die Firma Bruno Halke und Sohn, die für die kommenden drei Jahre den Zuschlag dafür bekommen hatte. „Es hat noch nicht alles so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben“, so Firmenchef Michael Halke. Vor allem Restarbeiten, die Vorgängerfirmen erledigen hätten sollen, seien an seinem Unternehmen hängengeblieben. Zudem sei geplant gewesen, in Gemeinden mit niedriger Einwohnerzahl Dreikammercontainer aufzustellen. Also Behälter, in die sowohl Weißglas als auch Grün- und Braunglas geworfen werden kann. Doch sein Lieferant sei von seiner verbindlichen Bestellung abgesprungen, berichtet Halke. „Das war nach dem Gespräch im Abfallamt, wo ich mein Konzept darlegen musste“.

Daher seien überall Einkammercontainer aufgestellt worden, in die nur Glas in der jeweils beschrifteten Farbe eingeworfen werden darf. Zudem informierte der Landkreis bereits darüber, dass die neuen Einkammercontainer eine Schalldämmung haben. Ob die Behälter allerdings wirklich leiser sind als die Bisherigen, kann der Unternehmer nicht einschätzen. „Das Landratsamt war jedenfalls davon sehr angetan“, berichtet er.

Dass die Glasbehälter am Löbauer Kaufland voll sind und sich davor auch alles mit Altglas füllt, ist Michael Halke bekannt. „Es werden weitere Container dazugestellt, um das Problem zu beseitigen“, erklärt er. Kreisweit gingen insgesamt rund 1800 Altglasbehälter in Betrieb. Das ist sicher ein Grund zur Freude für Wolfgang König und alle anderen, die an der Rumburger Straße ihr Altglas entsorgen möchten. Demnächst haben sie also hoffentlich wieder freie Bahn zu nicht überfüllten Altglascontainern.

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