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Wohlfühlen im Riesen-Gartenreich

Die Porschützer Tierärzte Monika und Dr. Helmut Ebermann waren nie lange im Urlaub. Durch Corona sehen sie sich nicht eingeschränkt. Das hat einen Grund.

Das Tierarztpaar Ebermann aus Porschütz muss nicht in den Urlaub fahren. Ihr Garten ist ihr Paradies.
Das Tierarztpaar Ebermann aus Porschütz muss nicht in den Urlaub fahren. Ihr Garten ist ihr Paradies. © Anne Hübschmann

Porschütz. Im grünen Reich der Ebermanns kann man sich verlaufen. Kleine verschlungene Wege führen durch ein üppiges Grün, in dem es blüht und eine Sitzecke sowie ein kleiner Gartenteich hervortreten. Brombeeren sind reif, auch die Tomaten und sogar Kiwi. "Wir haben dieses Jahr Corona-Früchte - sie hängen im Zwei-Meter-Abstand", scherzt die 76-jährige Monika Ebermann. 

Sie hat den grünen Daumen, und ihr Helmut (73) setzt um, was sie sich ausgedacht hat. Wie viel Arbeit - besonders durch das Gießen - hier zu erledigen ist, kann man erahnen. Auch wenn die Ebermanns von einem nicht so akkuraten Kreativgarten sprechen, wie sie ihn häufig in Gartensendungen sehen. 

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Seit zwei Jahren haben sie ihre Tierarztpraxis aufgegeben. Typische Reiseleute waren sie nie. "Man musste ja immer sehen, dass man im Geschäft bleibt und die Kollegen sich nicht in den Kundenkreis drängen", gibt Dr. Ebermann unumwunden zu. Erst führte seine Frau die Praxis allein. Doch nach einem schweren Hundebiss bei einer Tollwut-Untersuchung fiel Monika Ebermann 1994 aus. Dann machte ihr Mann nach kurzer Schließung als niedergelassener Tierarzt weiter.  

Zu DDR-Zeiten sind die Porschützer, die seit 1977 hier wohnen, mit einem kleinen Wohnwagen weggefahren. Der steht noch am Eingang zur Streuobstwiese, die auch bewirtschaftet werden will. Aber für eine nächste Ferienfahrt dauerte es bis zum 60. Geburtstag von Monika Ebermann.

 "Unsere Kinder sagten: So geht das nicht weiter", erinnert sie sich. Sie schenkten einen Reisegutschein, den die Porschützer damals bei Löscher Reisen in Priestewitz einlösten. Es ging nach Irland. Plötzlich waren die Ebersmanns auf den Geschmack gekommen.  "Das war so schön, da passte alles", schwärmt das Paar noch heute. Von da an machten sie jährlich eine Busreise.    

Insektenwiese angelegt

Aber immer nur eine Woche. Nach Andorra, Norwegen oder Italien. Das war mit einer Praxisvertretung zu überbrücken. Die Stammkundschaft hielt ihnen die Treue. "Von den Erlebnissen zehren wir heute noch", sagt Helmut Ebermann. 

Es folgten kleine Wochenend-Buchungen, denn bei seiner Monika stellten sich schwere Krankheiten ein. Da ging es im Sommer nur kurz in die nähere Umgebung. "Auch unsere Goldene Hochzeit im Vorjahr musste ausfallen, weil ich im Krankenhaus war", erzählt die Porschützerin.

Dass dieses Jahr durch Corona alles anders ist, hat die beiden Senioren deshalb kaum tangiert. Wegfahren wollten sie sowieso nicht mehr. "Ohne die Busreisen wären wir auch nie ins Ausland gekommen", gibt Helmut Ebermann zu. Mit dem Auto hätte er immer Panik gehabt, eine Panne zu bekommen und dazustehen. 

wSo fällt es ihnen nicht schwer, auch dieses Jahr Urlaub auf Balkonien zu machen. Ebermanns erfreuen sich an den Schmetterlingen, die über ihre neue Insektenwiese flattern. Sie haben dort das Gras stehen lassen und staunen über die neuen Kräuter und Blumen wie Anemonen, die auf der Magerfläche wachsen.    

Auch zwei kleine Insektenhotels sind im Gartendschungel auszumachen. Außerdem ein großes Gewächshaus und ein Hühnerstall. Hier residiert die braune Berta mit ihren tierischen Schwestern. Im Teich pflegen die Porschützer ihre Seerosen und Goldfische, eine Fontaine sprudelt, rundherum blühen Rosen und Margeriten. 500 Quadratmeter ist dieses Gartenreich groß, in dem sich die Ebermanns wohlfühlen. 

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"Hier haben wir alle Annehmlichkeiten", sagen sie. Sie lieben ihr grünes Reich und damit auch die vielen Handgriffe, die erforderlich sind. Und wenn es regnet, sitzen die Rentner in einer hübschen Veranda und hören Radio. Oder Helmut Ebermann baut neue Nistkästen für Sperlinge, Meisen und Kleiber. Warum in die Ferne schweifen?   

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