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Pirna

Wohnen im Nord-Bahnhof

Der Zug vorm Fenster ist nicht jedermanns Sache, doch der Investor hält Wort und Heidenaus Mitte gewinnt.

Siegfried-Rädel-Straße 1: Das ist die Adresse für alle, die ab Frühjahr 2021 in den Heidenauer Nord-Bahnhof einziehen.
Siegfried-Rädel-Straße 1: Das ist die Adresse für alle, die ab Frühjahr 2021 in den Heidenauer Nord-Bahnhof einziehen. © Visualisierung: Ventar

Investor Uwe Herrmann zieht sein Programm in Heidenau durch: Süd-Bahnhof und alter Erlichtmühlen-Gasthof, Lugturmstraße und nun der Nord-Bahnhof.

Im August soll es losgehen. 14 Wohnungen sollen bis Dezember nächsten Jahres entstehen, ab April 2021 sollen die Mieter einziehen können. Die kleinste Wohnung ist eine mit zwei Zimmern im Dachgeschoss mit knapp 50 Quadratmetern, die größte hat vier Zimmer und fast 100 Quadratmeter.

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Das aktuelle Vorhaben von Herrmanns Immobilien-Gesellschaft Ventar hat zwei Besonderheiten. Zum einen bleibt das um 1850 errichtete Backsteingebäude in seiner äußeren Struktur im Wesentlichen erhalten. Zum anderen muss man den Zug vor der Haustür mögen. Dafür aber wohnt man eben im Bahnhof. Im Südbahnhof stört das niemanden, dort ist ja das Gleis für die meisten Wohnungen etwas weiter weg.

Das Ventar-Prinzip ist immer das Gleiche. Man nehme denkmalgeschützte Häuser, die schon lange leer stehen und die keiner will. Die Wohnungen werden erst verkauft, dann wird saniert. In der Regel sind die Wohnungen Geldanlage, heißt, wer hier wohnt, mietet sie von dem, der sie gekauft hatte. Ein Prinzip, das funktioniert, wie die bisherigen Objekte nicht nur in Heidenau zeigen.

So sieht das Bahnhofsgebäude heute aus. Auf den ersten Blick kein großer Unterschied, auf den zweiten schon. 
So sieht das Bahnhofsgebäude heute aus. Auf den ersten Blick kein großer Unterschied, auf den zweiten schon.  © Daniel Schäfer

Heidenaus Eingangstor gewinnt mit der Sanierung des Bahnhofs weiter. Lange wurde der, der in Nord ausstieg, gruselig empfangen. Das Erste, was er sah, war das Schandfleck-Gebäude am Platz der Freiheit. Ende 2017 zogen dann hier die ersten Mieter in das sanierte Haus ein. Das scheint offenbar eine Initialzündung gewesen zu sein. Nun folgt das Bahnhofsgebäude. Das schmuddlige Bahnhofs-Image gehört der Vergangenheit an.

Der Bahnhof selbst hat auf der einen Seite einen P+R-Platz, auf der anderen fahren die Busse. Neben dem Bahnhof entsteht derzeit der neue Aldi. Auf der anderen Seite an der Bahnhofstraße und rund am Markt wollen die Wohnungsgenossenschaft Elbtal und die städtische Wohnungsgesellschaft bauen. Die Wohn- und Geschäftshäuser der Genossenschaft sind am Donnerstag bereits Thema im Stadtrat. Mit den zwei Bauvorhaben wird die Lücke zwischen Bahnhof und Zentrum geschlossen. Und davon hofft auch die Ernst-Thälmann-Straße zu profitieren.

Uwe Herrmann wäre indes nicht der erfolgreiche Geschäftsmann, wenn er nicht schon den nächsten Plan hätte. Für Heidenau heißt der Schloss Lützow in Großsedlitz. Auch wenn es da nicht so problemlos funktioniert, weil die Mehrheit im Stadtrat die Größe der zwei geplanten Mehrfamilienhäuser kritisch sieht. Das Nein der Stadt ist aber nicht das letzte Wort. Das hat das Landratsamt. Hier reicht Herrmann dieser Tage alle Unterlagen zum Großsedlitzer Vorhaben ein. Ein Kompromiss könnte sein, dass Ventar die Pläne anpasst. Aufgeben ist für Herrmann keine Option.


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