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Wohnen auf der Baustelle

Sonnenhof, Kita und Breitband zehren an den Nerven der Mügelner. Eine erste Entlastung in Sicht. Doch Anwohner wünschen sich noch etwas anderes.

Baustelle an Baustelle: Die Nerven der Mügelner werden derzeit sehr strapaziert.
Baustelle an Baustelle: Die Nerven der Mügelner werden derzeit sehr strapaziert. © Daniel Schäfer

Wenn die Breuers erklären, wo sie wohnen, sagen sie statt ihrer Adresse: im Baustellen-Dreieck von Sonnenhof, Flohkiste und Breitband. Viel Krach, viel Dreck, viel Ärger. Bauen ist ja gut und schön und muss sein, sagen die Breuers. "Aber kein Mensch kümmert sich um uns." Die Familie fühlt sich zwischen all den Baustellen verloren und vergessen. Vergessen zum Beispiel von ihrem Vermieter, der städtischen Wohnungsgesellschaft WVH. 

Sie ist der Bauherr der größten Baustelle, des Sonnenhofs II. Er entsteht auf der Käthe-Kollwitz-Straße neben dem Sonnenhof I. Inzwischen stehen fast nur noch die Außenwände. Die Abbrucharbeiten waren zum Teil sehr laut. Das haben auch Kinder und Erzieher der Kita Flohkiste gemerkt, die sich unmittelbar hinter dem Sonnenhof-Block befindet und auch noch ihre eigene Baustelle hat. Bis Mitte nächsten Jahres soll der Anbau fertig sein. Zu den beiden großen Objekten kommen noch die vielen kleinen Baustellen für Breitband, Kanal- und Straßenbau. 

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Gefragte Sonnenhof-Wohnungen

Straßensperrungen und damit nicht vermeidbare Umwege, Lärm, Staub und andere Einschränkungen sind manchmal selbst bei guter Organisation der Arbeitsabläufe unvermeidbar, räumt die WVH ein. Sie dankt ihren Mietern und den Anwohnern für ihr Verständnis "für die manchmal unumgänglichen Einschränkungen", sagt Sprecherin Claudia Lehnigk. Den Breuers ist das zu wenig. "Keiner redet mit uns, von einer Entschädigung oder etwas Ähnlichem mal ganz abgesehen", sagen sie. 

Die WVH verweist auf die Aushänge in den Häusern zu Beginn der Bauarbeiten, auf denen man eben auch um Verständnis gebeten hatte. Zudem stehen auf jedem Aushang mehrere Ansprechpartner mit Telefonnummern, an die sich Mieter wenden können. In persönlichen Gesprächen habe man zu vielen Fragen individuelle Lösungen gefunden, sagt Claudia Lehnigk. 

Eine erste Entlastung naht. Im Oktober soll es für die Sonnenhof-Anwohner leiser  werden. Das umfangreiche Entkernen des Gebäudes ist dann beendet. Es beginnt der Anbau der verglasten Treppenhauselemente sowie der Innenausbau. Das Interesse für die künftigen altersgerechten Wohnungen ist groß, sagt die WVH. "Es konnten bereits Verträge für mehr als die Hälfte der Wohnungen des ersten Bauabschnittes abgeschlossen werden."

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