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Wohnen zwischen grünem Boulevard und Kletterhalle

Auf dem Areal der Stadtwerke an der Lößnitzstraße stand früher ein Gaswerk. Künftig sollen hier Künstler und Familien leben.

Von Ulrike Kirsten

Arbeiten, wohnen und Freizeit genießen. Das alles soll künftig gleichzeitig auf dem 4,52 Hektar großen Drewag-Gelände an der Lößnitzstraße möglich sein. Derzeit haben Händler noch Lager in den Gebäuden, darunter die Bekleidungsfirmen Tranquillo und die Nikkifaktur. Künstler nutzen die Räume als Ateliers. Die Stadtwerke haben nun ein Konzept erarbeiten lassen, wie das Grundstück in Zukunft genutzt werden könnte. Dieses wurde den Mietern bereits vorgestellt. Derzeit wird der Plan des Architekturbüros Heizhaus überarbeitet, der Bebauungsplan soll Ende 2014 rechtskräftig werden. „Die Hinweise der jetzigen Mieter sollen in die Planungen noch mit aufgenommen werden“, sagt Christin Ehresmann von der Drewag.

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Das Ziel für den Standort ist klar definiert: Er soll Arbeiten und familienfreundliches Wohnen miteinander verbinden. Das Areal angemessen begrünt werden. Bisher gibt es dort kaum Bäume. Außerdem leidet es unter der nahe gelegenen Bahnlinie Dresden-Leipzig. Die Lärmbelastung ist erheblich. Deshalb wird vorrangig der nordwestliche Bereich zum Wohnen genutzt. Im Norden ist eine zweizügige Grundschule mit Hort, inklusive Turnhalle und Freisportanlagen, geplant. Entlang der Friedensstraße ist bereits in diesem Jahr ein neuer Spielplatz gebaut worden. Er wird durch einen grünen Boulevard zum Flanieren ergänzt. Eine Kletterhalle ist im Südosten des Geländes geplant. Das Grundstück hat die Drewag bereits verkauft.

Um das Konzept zu realisieren, wird das gesamte Areal in einzelne Grundstücke geteilt. „Für einige gibt es bereits Kaufinteressenten. Darunter sind auch Künstler und Firmen, die bereits jetzt auf dem Gelände Räume nutzen“, sagt Christin Ehresmann. Neben bestehenden Gebäuden wird es neu gebaute Wohnhäuser im westlichen Teil geben. Die denkmalgeschützte Villa im Süden, am Eingang des Areals bleibt genauso erhalten wie die Lagerhalle, das ehemalige Prüfamt, Kesselhaus und nördliche Werkstattgebäude am Friedhof sowie das südliche Bürogebäude im Bereich Friedensstraße/Lößnitzstraße. Andere, alte Häuser müssen weichen. Garagen sowie eingeschossige Nebengebäude, das Möbel- und Eisenlager werden abgerissen.

Damit verlieren viele Künstler ihre Arbeitsräume. Wie Bildhauer Stephan Ruderisch. „Ich bin der Drewag dankbar, dass ich hier so günstig ein Atelier anmieten konnte. Das bekommt man nicht so leicht wieder. Ich denke aber ernsthaft darüber nach, Dresden nun zu verlassen.“ Die Drewag bemüht sich derzeit darum, den Mietern alternative günstige Mietflächen anzubieten.

Auf dem Areal wurde 1865 das Städtische Gaswerk Dresden-Neustadt in Betrieb genommen. Das Gas wurde unter anderem für die Straßenbeleuchtung benötigt. Die Schornsteine des Werkes prägten lange das Stadtbild. Sie wurden später abgerissen und die Löcher verfüllt. Bis 2007 nutzte die Drewag das Gelände.