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Döbeln

Wohnküche mit Ausblick beim Abwaschen

Zum zweiten Mal arbeitet die WG-Fortschritt mit Schülern des Döbelner Lessing-Gymnasiums zusammen. Diese entwerfen Wohnungen für junge Leute.

Im vergangenen Jahr hatte die WG-Fortschritt das erste Projekt „Junges Wohnen“ realisiert. Maria gehörte zu den Schülern des Lessing-Gymnasiums, die im Rahmen des GRW-Unterrichts Ideen für die Wohnungen entwickelt haben.
Im vergangenen Jahr hatte die WG-Fortschritt das erste Projekt „Junges Wohnen“ realisiert. Maria gehörte zu den Schülern des Lessing-Gymnasiums, die im Rahmen des GRW-Unterrichts Ideen für die Wohnungen entwickelt haben. © André Braun/Archiv

Döbeln. Die Elftklässler des Lessing-Gymnasiums haben eine Vorliebe für große Küchen. Moderne Technik in der Wohnung, ein sogenanntes Smarthome, steht bei der Generation Smartphone dagegen ganz hinten auf der Wunschliste. Elftklässler Hans würde eine Kochinsel als Mittelpunkt der Wohnung aufstellen, mit Barhockern drumherum. Elisabeth würde sich mit der Wohnung einen Kindheitstraum erfüllen – nämlich mehrere Generationen unter einem Dach. 

Sie hat eine gemeinsame Wohnung für Enkelin und Großmutter entworfen. Mit einer Wohnküche als Mittelpunkt. Dort kann die Oma ihrer Enkelin zeigen, wie man kocht, erklärt sie. Einen Fernseher gibt es auch in der Küche. 

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Linda würde das größere Kinderzimmer als Küche mit Kochinsel nutzen. Und Adriana braucht keinen Geschirrspüler in ihrer Küche mit rot-schwarzen Möbeln. Aber ein Aufwaschbecken am Fenster mit Blick nach draußen, damit das Abwaschen nicht so langweilig wird.

Die Wohnungsgenossenschaft Fortschritt hat ihre Zusammenarbeit mit dem Lessing-Gymnasium neu aufgelegt. Beim Projekt „Junges Wohnen“ entwerfen Schüler der 11. Klassen Wohnungen für junge Leute. Und das bleibt nicht nur Theorie. Vor zwei Jahren war das Projekt zum ersten Mal gelaufen. Die Ideen und Vorstellungen der Schüler wurden an der Unnaer Straße praktisch umgesetzt.

Diesmal geht es um eine Wohnung in der Bertolt-Brecht-Straße in Döbeln Ost. Eine der üblichen Dreiraumwohnungen. Kleines Bad, kleine Küche, schmaler Flur, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Wohnzimmer. „Ihr habt einen Vorteil. Es gab vor euch schon einen Jahrgang, der dieselbe Aufgabe hatte“, sagte Sven Viehrig, Vorstand der WG-Fortschritt zu den Schülern.

Elftklässler haben mit Vorträgen ihre Ideen für Wohnungen für junge Leute vorgestellt. Das ist Teil des Projektes, das mit einer Note bewertet wird.
Elftklässler haben mit Vorträgen ihre Ideen für Wohnungen für junge Leute vorgestellt. Das ist Teil des Projektes, das mit einer Note bewertet wird. © Jens Hoyer

Er versuchte den Schülern die Angst zu nehmen. „Wir haben keinen Stress. Es gibt für euch nichts falsch zu machen. Wir wollen eure Ideen in die Wohnungen einbauen“, sagte Viehrig. Richtig ist allerdings auch: Für die Elftklässler des Kurses GRW (Gesellschaftskunde/Rechtserziehung/Wirtschaft) geht es um etwas. Ihre Entwürfe und Ideen für junges Wohnen werden mit einer Klausurnote bewertet.

Die Wohnungsgenossenschaft Fortschritt hatte sich in den vergangenen Jahren intensiv um die Wohnbedingungen für ihre älteren Mieter gekümmert. Das war auch nötig, denn der Altersdurchschnitt liegt bei etwa 63 Jahren. Jetzt schaut Döbelns zweitgrößter Vermieter auf die künftige Mietergeneration. „Unsere Arbeit ist es, aus den vorhandenen Wohnungen etwas zu machen“, sagte Viehrig. 

„Dabei ist es nicht nur wichtig, die Wohnungen schön zu gestalten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen. Wir vermarkten die Wohnungen auch. Der Vertrieb ist für uns ganz wichtig“, sagte Viehrig. Die Schüler sollen im Fach GRW nicht nur die technische und praktische Seite betrachten. Die Wohnungsgenossenschaft erwartet auch Ideen zu Marketing und die Nutzung von Social-Media-Plattformen,

Die 58 Quadratmeter große Projektwohnung liegt im dritten Obergeschoss des Hauses Bertolt-Brecht-Straße 9. Wie Katja Näther, die zuständige Mitarbeiterin der WG-Fortschritt, sagte, soll mit dem Umbau der Wohnung noch in diesem Jahr begonnen werden. „Es ist interessant zu sehen, was man aus so einem Altbau machen kann“, sagte sie.

Beim ersten Projekt „Junges Wohnen“ hatte die WG Fortschritt in Döbeln Ost I an zwei Wohnungen im 4. Obergeschoss größere Umbauten vorgenommen. Die schmalen Flure wurden verbreitert. Eine der Wohnungen ist für eine Wohngemeinschaft von jungen Leuten konzipiert. Das kleine Bad war vergrößert worden. Sie hat drei Räume und eine große Wohnküche als Mittelpunkt. Eine WG ist in der Wohnung nicht entstanden. Im vergangenen Sommer hatte sie ein junges Pärchen gemietet.

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