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Wohnmobile blockieren Parkplätze

Ist das erlaubt? Auf der Dresdner Marienallee, aber auch in Tolkewitz ärgern sich Anwohner über dauerparkende Gefährte.

© Christian Juppe

Von Julia Vollmer

Jeden Morgen zwischen 8 und 9 Uhr gleicht die Marienallee einem Wimmelbild aus Kindern, genervten Eltern in ihren Autos und Soldaten, die auch versuchen, ihre Fahrzeuge zu parken. Denn auf der Straße gibt es nicht nur einen Kindergarten vom Deutschen Roten Kreuz, sondern auch im gleichen Gebäude die Melli-Beese-Schule und die Offiziersschule des Heeres der Bundeswehr. Viele Leute, die alle ihre Autos abstellen wollen. Eine Sache nervt: die oft monatelang abgestellten Wohnmobile und Anhänger der Gefährte.

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Dürfen Wohnmobile auf öffentlichen Straßen geparkt werden?

Ja, denn grundsätzlich gelten für Wohnmobile die gleichen Regeln wie für alle anderen Fahrzeuge auch, so das Ordnungsamt. Parken ist erlaubt, das Schlafen darin nicht. Auf zum Parken freigegebenen Gehwegen dürfen aber nur Fahrzeuge bis zu einem Gewicht von 2,8 Tonnen abgestellt werden. Große Mobile ab 7,5 Tonnen dürfen nicht in Wohngebieten zwischen 22 und 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen parken. Es gibt aber kein Limit für die Parkdauer bei Wohnmobilen. Der Wohnwagen darf dabei aber nicht über eine Parkflächenmarkierung hinausragen.

Wie ist das bei Wohnanhängern?

Hier gelten andere Regeln. Die Anhänger dürfen ohne Auto dran nicht länger als zwei Wochen parken.

An welchen Standorten gibt es noch Probleme?

Neben der Marienallee sind auch die Anwohner auf der Tolkewitzer Straße beim Friedhof genervt. Runde um Runde kurven sie um den Block. Beatrice Teichmann, Leiterin des Johannis-Friedhofs sieht die Sache gelassen. „Irgendein großes Gefährt parkt hier immer, die Leute finden aber Plätze.“

Probleme gibt es auch bei der Wohnungsgenossenschaft Johannstadt. Das Unternehmen bemüht sich um Lösungen. „Wenn ein Hinweis bei uns eingegangen ist, konnte mit dem jeweiligen Halter des Wohnmobilanhängers immer eine einvernehmliche Lösung gefunden werden, beispielsweise durch das Angebot von alternativen Abstellmöglichkeiten“, sagt Sprecherin Elena Heyne. Das Ordnungsamt spricht von häufigen Beschwerden zu einzelnen parkenden Wohnmobilen, insbesondere aus Wohngebieten. Allerdings werde bei der Prüfung häufig festgestellt, dass keine Unzulässigkeit vorliegt. „In den meisten Fällen werden die Fahrzeuge nur gemeldet, weil sie vermeintlich Parkraum ,wegnehmen‘ oder zu lange parken, was beides nicht ordnungswidrig ist“, so Diana Petters aus dem Presseamt der Stadt.

Was kostet das falsche Abstellen von Wohnanhängern?

Wer seinen Anhängern länger als zwei Wochen parkt, muss mit 20 Euro Bußgeld rechnen, bei Wiederholung mit mehr. Sonst gelten die gleichen Bußgelder wie bei falsch geparkten Autos.

Ist das Parken der Anhänger gefährlich für den Verkehr?

Ja, aber nur dann, wenn sehr große Anhänger oder Mobile auf die Straße hineinragen. Dann greift die Polizei ein, so Sprecher Marko Laske. Auch wenn sie in Feuerwehrzufahrten parken. Sonst sei das Sache des Ordnungsamtes. ADAC-Sprecher Falk Forhoff mahnt zur Vorsicht. „Gerade auf Schulwegen kann ein Caravan Kinder gefährden, weil die Sicht beim Überqueren der Straße beeinträchtigt ist.“