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Bautzen will mehr Platz für Wohnmobile

Die wenigen Flächen sind bei Touristen begehrt. Deshalb reagiert die Stadt - und sucht weitere Lösungen.

Klaus aus Berlin lobt die Stellflächen für Wohnmobile am Schliebenparkplatz in Bautzen. Es sei aber nicht immer so einfach, einen freien Platz zu erwischen.
Klaus aus Berlin lobt die Stellflächen für Wohnmobile am Schliebenparkplatz in Bautzen. Es sei aber nicht immer so einfach, einen freien Platz zu erwischen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Klaus aus Berlin hat in diesem Jahr Glück. Als er Montagnachmittag mit seinem Wohnmobil auf den Bautzener Schliebenparkplatz fährt, sind sogar noch zwei der vier Stellplätze frei. „Das war in den vergangenen Jahren nicht so“, sagt der Rentner. Innerhalb weniger Stunden sei dann aber immer ein Platz frei geworden.

Er ist viel unterwegs und kommt auch regelmäßig in die Oberlausitz, meist im Sommer. „Ich liebe Bautzen. Die Altstadt ist schön. Auch das Spreebad und der Stausee machen einen guten Eindruck.“ Und mit den Stellplätzen auf dem großen Parkplatz ist er ebenfalls zufrieden. „Es gibt Wasser, Strom und öffentliche Toiletten, die immer sauber sind. Das ist nicht überall so.“ Die Toilette am Schliebenparkplatz ist kostenfrei. Die Entsorgung von Abwasser kostet einen Euro und der Strom je nach Verbrauch.

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In der jüngsten Stadtratssitzung sprach Gunhild Mimuß (SPD) das Thema Stellplätze an, da der Schliebenparkplatz mit Wohnmobilen „zugestellt“ werden könnte. Sie fragte, ob es nicht notwendig sei, weitere Plätze für Wohnmobile einzurichten. Stadtrat Jörg Drews (BBBz) brachte dafür Gewerbeflächen ins Spiel, die man als „vorübergehende Stellplätze ausweisen“ könnte. An welche Flächen er dabei denkt, ist nicht bekannt. Eine Anfrage von Sächsische.de dazu beantwortete er bislang nicht. 

Busparkplätze für Wohnmobile freigegeben

Die Stadtverwaltung sei grundsätzlich an einem Ausbau des Angebots an Stellflächen interessiert, teilt Stadtsprecherin Laura Ziegler mit. Laut eigener Beobachtung seien die bestehenden Plätze sehr gut ausgelastet. Beim geplanten Ausbau des Schliebenparkplatzes sind nun vier weitere Plätze für Wohnmobile vorgesehen. Nur wann diese Erweiterung kommt, ist noch unklar.

Die Stadt habe aber bereits vor einigen Wochen gehandelt, um der „aktuell erhöhten Nachfrage der Wohnmobilfahrer gerecht zu werden“. Seitdem sind die Busparkplätze auf dem Schliebenparkplatz vorübergehend für Wohnmobile freigegeben. Nur Strom gibt es dort nicht. Die Nutzer seien auf ihre Bord-Anlagen angewiesen. „Dadurch sind zusätzliche Parkmöglichkeiten für bis zu 15 Fahrzeuge entstanden“, sagt Laura Ziegler. Da Busreisen im Moment kaum stattfänden, sei das kein Problem. Corona-bedingt sind stattdessen aber offenbar mehr Wohnmobile unterwegs.

Laut dem Caravaning Industrie Verband wurden im Mai in Deutschland „insgesamt 14.073 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen. Das sind 15,9 Prozent mehr als Mai 2019.“ Auf diesen Trend weist auch Olaf Franke, Geschäftsführer der Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien, hin. „Aus den Tourismus-Statistiken der vergangenen Jahre geht hervor, dass Camping bei den Oberlausitz-Gästen sehr beliebt ist und auch immer beliebter wird. Die Corona-Pandemie könnte diese Tendenz nun zusätzlich bestärken.“

Alternative auf dem Schützenplatz

Das ist auch der Bautzener Stadtverwaltung bewusst. In ihrer Antwort zu den aktuellen Stellplätzen verweist Sprecherin Laura Ziegler zuerst auf das „Natur- und Abenteuer Camping am Stausee". Der Platz biete „beste Bedingungen für einen komfortablen Campingurlaub“.

Inhaberin Birgit Haubner schätzt ein, dass der Bedarf corona-bedingt etwas gestiegen ist. „Unsere 95 Stellplätze sind gut ausgelastet. Das waren sie in den vergangenen Jahren aber auch.“ Am besten sei es ohnehin, einen Platz vorher zu reservieren. 150 Quadratmeter stehen pro Fahrzeug zur Verfügung. Durch die großen Abstände dürfe sie auch jetzt alle Plätze belegen.

Die kosten und bieten mehr als ein einfacher Stellplatz in der Stadt. Viele Reisende mit Wohnmobilen sind aber nur eine, maximal zwei Nächte in Bautzen und entscheiden spontan, wann sie an- oder abreisen. Für sie gebe es ja noch die Parkplätze am Schützenplatz, teilt Laura Ziegler mit.

Dort zu parken, „ist erlaubt und kostenfrei möglich, allerdings finden die Reisenden dort keine Strom- und Wasserversorgung vor. Da der Schützenplatz (unter normalen Umständen) regelmäßig als Veranstaltungsstätte genutzt wird, ist es auch nicht angedacht, dies zu ändern.“ Ihr Abwasser müssten die Reisenden dann am Schliebenparkplatz entsorgen. Und mit Hilfe von Solarzellen seien viele Wohnmobile ja unabhängig von einer externen Stromversorgung.

Die Verwaltung wolle aber demnächst mit Vertretern des Stadtrates über verschiedene weitere Möglichkeiten für Wohnmobil-Stellplätze sprechen. 

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