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Großenhain

Braucht Großenhain bald mehr Wohnraum?

Möglicherweise siedelt sich ein Investor auf dem Flugplatzgelände an – und schafft viele Arbeitsplätze. Das könnte sich auf den Wohnungsmarkt auswirken.

Ob weitere Wohnblöcke am Kupferberg abgerissen oder modernisiert werden, hängt auch vom künftigen Bedarf bei einer Großansiedlung am Flugplatz ab.
Ob weitere Wohnblöcke am Kupferberg abgerissen oder modernisiert werden, hängt auch vom künftigen Bedarf bei einer Großansiedlung am Flugplatz ab. © Kristin Richter

Großenhain. Spätestens in vier Jahren könnte er da sein, der erhoffte Großinvestor für das Industriegebiet Nord/Flugplatz. Wie der Straßenverkehr dann in der Stadt laufen soll, ist schon jetzt in der Diskussion. Aber neue Großenhainer Arbeitnehmer müssen sich nicht nur fortbewegen, sondern auch irgendwo wohnen.  Deshalb trafen sich der städtische Großvermieter GWVB, die Genossenschaft und die Stadt kürzlich, um zu beraten, welche Maßnahmen mit Blick auf die künftige Bevölkerungs- und Stadtentwicklung notwendig und sinnvoll sind. 

Wohngebiet Waldsiedlung im Fokus

Hier soll und kann der Bestand in den Altneubau-Blöcken weiter modernisiert werden. Ein Architekturbüro beschäftigt sich mit verschiedenen Varianten zur Gestaltung. Grundrissveränderungen, der Aufzugsanbau, energetische Sanierung, aber auch ein möglicher Rückbau von Etagen werden betrachtet. Das betrifft sowohl Wohnungsgesellschaft als auch -genossenschaft. "Gegebenenfalls können Wohnblöcke komplett leergezogen und im Ganzen saniert werden", sagt Oberbürgermeister Sven Mißbach. Die Herausforderung besteht darin, das Potenzial mit der entsprechenden Nachfrage abzuwägen. Nicht nur die Waldsiedlung an sich, sondern auch der Bereich Schlosswiesenstraße und die Häuser rund um die Edeka-Kaufhalle am Kupferberg sind im Fokus. Es heißt, es sei genug Wohnraum in den derzeitigen Immobilien da, den man reaktivieren könne. Gegebenenfalls ist ein cleveres Umzugsmanagement gefragt.      

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Investitionsstau in der Innenstadt

Viele kommunale und auch private Häuser, die künftig Wohnraum bieten können, liegen in der Innenstadt. Dort, wo noch Investitionsstau herrscht. Vor Jahren war von 20 Prozent Leerstand in der Altstadt die Rede. Einige Gebäude konnten aber in letzter Zeit aufgemöbelt und bewohnbar gemacht werden, so das Haus "Zur Börse" am Neumarkt oder das Kurrey-Objekt an der Weßnitzer Straße gleich hinter der Seeschule. Die Stadt bemüht sich laut Oberbürgermeister Mißbach, den Leerstand in der Innenstadt mit Förderung und Aufwertungsprogrammen weiter zu reduzieren.  

Neubauflächen voranbringen

Wer ein Eigenheim errichten will, sucht Neubauflächen. Auch davon hat die Stadt einige, so im Gebiet "An der Röderaue", am Fuchsbau oder am Heideblick. Aber auch die umliegenden Ortsteile und Nachbargemeinden bezieht Großenhain in seine Überlegungen mit ein. "Warum sollen Kommunen wie Frauenhain oder Orte in Brandenburg nicht auch profitieren", fragt Sven Mißbach. In die Strategien der Großvermieter fließen diese Gedanken mit ein, hat doch zum Beispiel die Wohnungsgenossenschaft Großenhain und Umgebung eG auch Eigentum in Dörfern.  

Ist schön geworden, das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Lokal "Zur Börse" am Neumarkt, das ein Dresdner als Wohnhaus saniert hat. Das Gebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert. 
Ist schön geworden, das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Lokal "Zur Börse" am Neumarkt, das ein Dresdner als Wohnhaus saniert hat. Das Gebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert.  © Foto: Kathrin Krüger-Mlaouhia
Steht zum Verkauf, die leerstehende Gabelsberger Straße 9. Das Haus ist nicht unter Schutz, aber stark verfallen. SZ-Informationen zufolge kostet es 80.000 Euro. 
Steht zum Verkauf, die leerstehende Gabelsberger Straße 9. Das Haus ist nicht unter Schutz, aber stark verfallen. SZ-Informationen zufolge kostet es 80.000 Euro.  © Foto: Kathrin Krüger-Mlaouhia