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Wohnungen für Familien am Robert-Koch-Platz

Zuletzt sind in Meißen gefühlt nur barrierefreie Wohnungen für Ältere gebaut worden – die Seeg denkt nun auch an die Jüngeren.

Das schöne Eckgebäude von 1890 soll kommendes Frühjahr bezugsfertig sein.
Das schöne Eckgebäude von 1890 soll kommendes Frühjahr bezugsfertig sein. ©  Claudia Hübschmann

Meißen. Auf dem Platz sind es mehr als 30 Grad, aber aus dem Hausflur des Eckhauses Robert-Koch-Platz 2 kommt ein kühler Luftzug. Das denkmalgeschützte Gründerzeitgebäude von 1890 hat eben noch dicke Mauern. Von außen sieht der Klinkerbau intakt aus, und doch stand er gut zehn Jahre leer, und in dieser Zeit lief Wasser vom Nachbarhaus die Außenwand herab. 

Das Nachbarhaus gibt es inzwischen nicht mehr, nur noch ein Schuttberg erinnert daran. Der neue Eigentümer Oliver Morof erklärt auf SZ-Nachfrage, dass er hier ein Mehrfamilienhaus errichten lassen will, mit einer Gewerbefläche für ein Büro oder eine Arztpraxis im Erdgeschoss.

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Was in den Robert-Koch-Platz 2 kommen soll, weiß Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos): „Hier sollen Drei-, Vier- und Fünfraumwohnungen entstehen, die sehr stark nachgefragt sind.“ Er verweist auf die Vorteile des Standortes, von der nahegelegenen Bushaltestelle, den Einkaufsmöglichkeiten bis hin zu dem Grün vor dem Haus. „Das ist ein idealer Wohnstandort für Familien mit Kindern.“

Das Haus gehört der Stadtentwicklungs- und Stadterneuerungsgesellschaft Meißen mbH – kurz Seeg. Geschäftsführerin Birgit Richter sagt, dass man vor zwei Möglichkeiten gestanden habe. Entweder Wohnungen für junge Familien – Treppensteigen inklusive – einzubauen oder barrierefreie Wohnungen – Fahrstuhl inklusive – zu errichten. Die Wahl fiel auf die erstgenannte Variante.

Unter dem Dach und an der Seite zum einstigen Nachbarhaus gibt es Nässeschäden.
Unter dem Dach und an der Seite zum einstigen Nachbarhaus gibt es Nässeschäden. ©  Claudia Hübschmann

„Wir wollen Familienwohnen zu günstigen Konditionen anbieten“, erklärt Birgit Richter, das heißt, dass die Miete pro Quadratmeter um die sechs Euro betragen soll. Auch baulich soll das Haus auf junge Familien zugeschnitten werden. Im Erdgeschoss, im rechten Teil des Gebäudes, gab es früher eine Durchfahrt, die verschlossen wurde. Hier sollen Unterstellmöglichkeiten für Kinderwagen und Fahrräder entstehen.

Außerdem sollen alle geplanten acht Wohnungen Balkone erhalten. Und sie sollen offene Wohn- und Küchenbereiche bekommen, wobei aber die Küche mit einer Tür verschlossen werden kann. Die Toiletten, die sich jetzt auf halber Treppe befinden, sollen Abstellkammern werden, die Sanitärbereiche in die Wohnungen verlegt werden.

Der Zustand des Hauses ließe sich als stabil sanierungsbedürftig beschreiben, denn das Dach ist vor einigen Jahren schon einmal erneuert worden. Allerdings muss die Dämmung ausgetauscht werden. In den Wohnungen selbst gibt es einige Nässeschäden – insbesondere an der Wandseite zum jetzt abgebrochenen Haus. 

„Die Haustüren sowie die Türen zu Treppenhaus, Toiletten und den Wohnungen wurden von der Denkmalpflege als historisch wertvoll eingestuft, ebenso die Fliesen im Treppenhaus“, heißt es in der Stadtratsvorlage. Alle diese Elemente sollen aufgearbeitet und erhalten werden.

Seeg-Chefin Birgit Richter erklärt, wie die Wohnungen zugeschnitten sein werden.
Seeg-Chefin Birgit Richter erklärt, wie die Wohnungen zugeschnitten sein werden. ©  Claudia Hübschmann

Das ganze Bauvorhaben soll knapp 1,1 Millionen Euro kosten. Im Juni beschloss der Stadtrat, es über das Bund-Länder-Programm Stadtumbau mit 215.000 Euro zu fördern, wovon die Stadt selbst 71.666,66 Euro zu tragen hat.

„Wir rechnen mit einem knappen Jahr Bauzeit und wollen im kommenden Mai, Juni fertig sein“, so Seeg-Geschäftsführerin Birgit Richter.

Neben dem Robert-Koch-Platz 2 baut die Seeg derzeit an mehreren Objekten in der Stadt. Für 2,7 Millionen Euro wird an der Mannfeldstraße ein Kindergarten errichtet, ab Januar sollen hier knapp hundert Kinder betreut werden. 

Am Albert-Mücke-Ring wird bis Ende kommenden Jahres ein Viergeschosser in ein teilenergieautarkes Gebäude mit 20 Wohnungen umgebaut. Und auf dem Grundstück Ecke Kalkberg/Zaschendorfer Straße hat die Seeg zwei Wohngebäude mit 22 Wohnungen und Aufzug und Tiefgarage errichtet. Im Herbst sollen hier dann die ersten Mieter einziehen.

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