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Wohnungen in der Forellenschänke

Das Gebäude in Liegau-Augustusbad steht seit Jahren leer. Jetzt hat der Ortschaftsrat Umbaupläne bestätigt. Allerdings mit Bauchschmerzen.

© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Wann die Bauleute anrücken werden, ist noch offen – eine wichtige Hürde hat die einstige Ausflugsgaststätte „Forellenschänke“ in Liegau aber nun schon mal genommen: Der Ortschaftsrat hat den Umbau-Plänen des Eigentümers zugestimmt. Wenn auch mit Bauchschmerzen. Die allerdings haben nichts mit den Plänen des Besitzers zu tun, aus der Gaststätte Wohnungen werden zu lassen, sondern vielmehr mit der Vorlage für den Beschluss aus dem Radeberger Rathaus. „Diese Vorlage ist derart unübersichtlich, das geht gar nicht“, ärgerte sich beispielsweise Jens Tetschke (CDU). Machte aber gleich mit einem kleinen Wortspiel klar, dass er grundsätzlich den Plänen offen gegenüber steht: „Ich freue mich, wie eine Forelle, dass es endlich losgeht“, sagte er augenzwinkernd.

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Seit Jahren ist die 1871 eröffnete Gaststätte geschlossen – und dringend sanierungsbedürftig. Das will der neue Besitzer auch anpacken, dafür muss aber die Umnutzung als Wohngebäude zunächst einmal genehmigt werden. Das ist grundsätzlich auch schon erfolgt – nun liegen quasi erste Umbaupläne vor, „aber da fehlen in der Vorlage die Farben, sodass man nicht wirklich viel erkennen kann“, machte auch Ortsvorsteher Gabor Kühnapfel (SPD) seinem Ärger Luft. Zumindest André Schreyer von den Grünen konnte ein wenig für Aufklärung sorgen, denn als Experte – er arbeitet in einem Radeberger Architekturbüro – hatte er sich die Planungen im Bauamt angeschaut.

Ortschaftsräte haben einige Fragen

Wohnungen sind geplant, und auch eine neue Garage im hinteren Bereich der einstigen Gaststätte. Und zumindest zu dieser Garage hatten dann die Ortschaftsräte ein wenig Diskussionsbedarf. Denn sie soll gut viereinhalb Meter hoch werden; „allerdings liegt der einstige Parkplatz, auf dem sie gebaut werden soll, gut zwei Meter tiefer“, machte Ortsvorsteher Kühnapfel klar. Also störe die Garage den Blick von der Straße aus auf das denkmalgeschützte Gebäude nicht. Allerdings machten die Ortschaftsräte ihre Zustimmung zu den Umbauplänen davon abhängig, dass beim Bau der neuen Garage die alten, kleineren Garagen abgerissen werden müssen. Zudem wollen die Räte vom Bauamt Aufklärung darüber, wie hoch die im Projekt ebenfalls geplante Außenmauer um das Grundstück werden soll. „Nicht, dass davon der Anblick des Gebäudes verdeckt wird“, hatte zum Beispiel Matthias Kelm (SPD) Bedenken. Aber grundsätzlich sind die Liegauer froh, dass die historische „Forellenschänke“ als Gebäude erhalten bleibt – und vor allem, dass sie saniert und wieder genutzt wird.