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Wohnungen in Görlitz durchsucht

Wo die 3 000 Blanko-Fahrscheine gefunden wurden, mit denen ein Mann und eine Frau betrügen wollten, bleibt weiter unklar.

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Von Carina Brestrich

Mehrere Wohnungen in Görlitz, Löbau und Bautzen sind in den vergangenen Tagen durchsucht worden. Der Verdacht: Betrug mit Fahrscheinen. In der Tat fanden die Beamten der Bundespolizei Geschäftsunterlagen und 3 000 Blanko-Fahrscheinvordrucke. In welcher der drei Städte, darüber gibt es bislang keine Auskunft – aus ermittlungstaktischen Gründen. Tatsache ist, dass offenbar Löbau eine besondere Rolle in dem Fall zu spielen scheint.

Der für einige Tage geschlossene Fahrkartenschalter in der Löbauer Bahnhofshalle ist seit gestern wieder zu den bisherigen Öffnungszeiten offen. Das bestätigt die Deutsche Bahn auf Anfrage der Sächsischen Zeitung. Grund für die mehrtägige Schließung waren nach SZ-Recherchen polizeiliche Ermittlungen in den Räumen der Reiseagentur.

Till Neumann, Sprecher der Staatsanwaltschaft in Görlitz, bestätigt, dass die Räume der Reiseagentur durchsucht wurden. Dass deren Inhaber Teil der Ermittlungen ist, wollte Neumann weder kommentieren noch dementieren. Die Staatsanwaltschaft bestätigte aber, dass keine Anträge auf Untersuchungshaft gestellt wurden. Wie Radio Lausitz vorgestern berichtete, wird gegen einen 32 Jahre alten Mann und eine 55-jährige Frau ermittelt.

Die Schließung des Fahrkartenschalters hatte in den vergangenen Tagen für Aufregung in Löbau gesorgt. Da es keinen Aushang über die zeitweise Schließung gab, wussten viele nicht, wo sie ihre Fahrkarten kaufen sollten. Einige wendeten sich an das gleich neben dem Bahnhof gelegene Reisebüro Nierade. Wie Mitarbeiter Birco Randt sagt, hat das Reisebüro die Möglichkeit, Fahrkarten für längerfristig geplante Bahnreisen anzubieten. So konnte zumindest einigen geholfen werden.

Wie an vielen Bahnhöfen hatte die Deutsche Bahn auch den Fahrkartenschalter in Löbau 2004 privatisiert. Damals übernahm ihn eine Görlitzerin. Später wurde das Angebot um Snacks und Zeitungen erweitert. Da die Bahn die Bahnhofshalle im Herbst komplett schließen will, muss auch die Reiseagentur aus der Halle raus.