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Wohnungsgenossenschaft schreibt weniger Verluste

Der Vorstand zieht Bilanz für 2014. Die ist positiv. Trotzdem steckt das Unternehmen in den roten Zahlen.

Von Sylvia Jentzsch

In der Wohnungsgenossenschaft Hartha (WGH) bewegt sich was. Und das nicht nur bei den Investitionen, sondern auch auf dem Konto. Vorstand Jörg Keim stellte zur Versammlung den Mitgliedern der WGH das Ergebnis der Jahresrechnung 2014 vor.

Zuverlässigkeit und Erfahrung
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Auch wenn diese eine negatives Ergebnis hat, so ist es doch positiv zu bewerten. „Wir haben das Jahr 2014 mit einem Fehlbetrag von rund 40 000 Euro abgeschlossen. Im Vorjahr waren es noch 148 000 Euro. Das ist der Verlust nach Abzug der Abschreibungen“, so der Vorstand. Als Ursachen für die Einsparung nennt er unter anderem geringere Zinsaufwendungen, weniger Miet- und Räumungsklagen und die Senkung der Personalkosten.

Kosten für Grünflächen sind hoch

Dass trotzdem ein Minus vor dem Ergebnis steht, begründet Jörg Keim mit den nicht umlagefähigen Kosten für leerstehende Wohnungen. Für diese müssen unter anderem die Grundgebühren für das Wasser und das Abwasser bezahlt werden. Hinzu kommen die Kosten, die für die Grundstücke entstehen, auf denen früher einmal Wohnblöcke standen. Das sind zum Beispiel die Bereiche an der Nordstraße nach dem Wohnblock Herbst, vor dem Kinderhaus, an der Döbelner Straße oder dort, wo die ehemalige Geschäftsstelle stand. „Für diese Flächen müssen wir Grundsteuer und die Kosten für Pflege bezahlen“, sagte Jörg Keim. Damit diese Flächen in Ordnung sind und die Harthaer ein schönes Wohnumfeld haben, investiert die WGH für jeden Rasenschnitt 1 000 Euro. Hinzu kommen der Winterdienst und die Verkehrssicherungspflicht.

Obwohl die WGH Geld für die Umstellung auf ein neues Computersystem ausgegeben hat, spart sie unterm Strich, weil das alte teurer abgeschafft und das neue mit der Leipziger Wohnungsbau-Genossenschaft Kontakt konvertibel ist. „So können wir die Erfahrungen, die wir bei der Arbeit mit diesem System gemacht haben, gleich an die Harthaer Kollegen weitergeben“, sagte der Vorstand.

Seit etwa eineinhalb Jahren ist Jörg Keim Vorstand der WGH. Ihm ist es gelungen, die Liquidität der Genossenschaft wieder herzustellen. „Seit Frühjahr vergangenen Jahres können wir alle Rechnungen bezahlen und sind nicht mehr bestandsgefährdet“, so Jörg Keim. Das hatte die Wirtschaftsprüfung durch den Verband der Sächsischen Wohnungsgenossenschaft ergeben. Die WGH hat noch 12,2 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Deshalb sei die WGH für die Banken noch ein Sanierungsfall. Das Sanierungskonzept wurde bestätigt. Das war möglich, weil wir durch die Bank, dem Hauptgläubiger, begleitet worden sind“, sagte der Vorstand.

Eine halbe Million investiert

Um für die Mieter attraktiv zu bleiben, hat die Bank weitere Kredite genehmigt. Im vergangenen Jahr investierte die WGH knapp eine halbe Million Euro in Modernisierung und Instandhaltung.

Das fällt der Genossenschaft, die im Jahr 2013 in eine wirtschaftliche Schieflage gekommen war (DA berichtete) nicht leicht. Trotzdem will sie für ihre Mieter etwas tun, um das Wohnen in der Genossenschaft attraktiv zu machen – für die langjährigen Genossenschaftsmitglieder genauso wie für neue.

Ein Teil des Geldes floss ins Haus Nummer 33 an der Nordstraße. Hier ließ die WGH vier Wohnungen in Ordnung bringen. In allen wurden die Bäder saniert – zwei bekamen eine Dusche und zwei weitere eine Badewanne. Der Fußboden, die Türen und die Elektrik wurden erneuert und eine Anschlussstation für die Gasheizung gebaut.

„Wichtig ist, dass wir das Image wieder geradegebogen haben und neue Mieter, auch von außerhalb gewinnen konnten“, so Keim. Der Vermietungsprozess sei in Gang gekommen, müsse aber weiter angekurbelt werden. Immerhin beträgt der Leerstand 26 Prozent. Von den 583 Wohnungen der Genossenschaft sind 422 vermietet.

Der WGH sei es gelungen, den Leerstand in Bezug auf Juli vergangenen Jahres konstant zu halten. „Das ist nicht so einfach, wie es vielleicht klingt. Aufgrund der Altersstruktur unserer Genossenschaftsmitglieder gibt es häufiger Wohnungen, deren Mieter verstorben sind“, so Keim. Dass der Leerstand nicht noch größer geworden ist, und neue Mieter gefunden worden, sei deshalb als Erfolg zu zählen. Wenn es um die Akquise neuer Mieter geht, setzt die WGH auf den neu gestalteten Internetauftritt und auf Vermietungsaktivitäten.

„Die Genossenschaftsmitglieder waren mit unserer Arbeit zufrieden und haben den Vorstand und den Aufsichtsrat entlastet“, so Keim.

Energieberater Heinz Böhle wurde mit der Ehrenamtsplakette des Verbandes der sächsischen Wohnungsgenossenschaften für seine langjährige ehrenamtliche Arbeit im Aufsichtsrat ausgezeichnet.