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Wohnungsverwaltung kauft Kulturzentrum

Die Stadt trennt sich von dem Gebäude an der Gartenstraße. Für die Bibliothek muss sie nun Miete bezahlen.

Die Stadtverwaltung verkauft das ehemalige Waldheimer Kulturzentrum an der Gartenstraße. Dort befindet noch die Bibliothek im Erdgeschoss.
Die Stadtverwaltung verkauft das ehemalige Waldheimer Kulturzentrum an der Gartenstraße. Dort befindet noch die Bibliothek im Erdgeschoss. © Dietmar Thomas

Waldheim. Die Kommune hat das etwa 800 Quadratmeter große bebaute Grundstück an die Waldheimer Wohnungsverwaltungsgesellschaft (WBV) veräußert – zum Preis von 223.000 Euro. Die WBV ist eine 100-prozentige Tochter der Stadt. Im Parterre des Hauses befindet sich die Waldheimer Stadtbibliothek.

Der Stadtrat hat dem Verkauf in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich zugestimmt. Seit der Eröffnung des Stadt- und Museumshauses am Niedermarkt im Jahr 2018 und dem damit verbundenen Umzug des Museums wird das Gebäude nicht mehr in vollem Umfang benötigt. Bereits im Jahr 2016 hatte der Stadtrat die Kommune beauftragt, einen Käufer für das Haus zu suchen.

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Trotz mehrfacher Anläufe sei es nicht gelungen, für die Bibliothek ein neues Domizil zu finden, erklärte Bauamtsleiter Michael Wittig, während der Stadtratssitzung. „Die Bahnhofstraße 2 und auch das Archiv am Niedermarkt waren beispielsweise schon im Gespräch“, sagte er. Deshalb soll die Bücherei nun in dem Gebäude an der Gartenstraße 42 bleiben.

Die Kommune muss dafür aber künftig Miete an die WBV zahlen. Diese beträgt inklusive der Nebenkosten 1.462 Euro monatlich. Die anteiligen Kosten für das Jahr 2020 und für die Folgejahre seien bereits im Haushalt eingeplant worden, so Bürgermeister Steffen Ernst (FDP). Für die anderen Räume in dem Haus gebe es bereits zwei Interessenten, die sich dort einmieten wollen.

Die Anfrage von Stadtrat Dr. Andreas Liebau (CDU), ob die WBV der Kommune nicht beim Mietpreis entgegenkommen könne, verneinte Kämmerin Barbara Wesler. Sowohl die Veräußerung als auch die Miete habe zu marktüblichen Preisen zu erfolgen, auch wenn es sich um eine Tochtergesellschaft der Kommune handele. „Das haben wir in Waldheim immer so gehandhabt“, so Barbara Wesler.

Der in der zurückliegenden Zeit häufig diskutierte Umzug des Freizeitzentrums „Checkpoint“ vom abgelegenen Standort in Massanei in das ehemalige Kulturzentrum ist mit dem Verkauf der Immobilie ebenfalls von Tisch.

Das Gebäude stammt aus dem Jahr um 1900 und wurde letztmals 1997 saniert. Wäre das Gebäude im Eigentum der Stadt geblieben, hätte die Kommune in den nächsten Jahren Geld in die Sanierung und die Erfüllung der Brandschutzauflagen stecken müssen.

Mit dem Verkauf werden aber noch Vermessungsarbeiten erforderlich. Die auf dem Grundstück befindliche Buswendestelle verbleibt im Eigentum der Stadt. Die Kosten von knapp 4.000 Euro für die Vermessungsarbeiten übernimmt die WBV als neue Eigentümerin. Sie trägt auch die mit der Veräußerung anfallenden Notarkosten, die Grunderwerbssteuer sowie die Kosten der Eigentumsumschreibung.

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