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Wolf reißt Schaf in Dresden-Pappritz

In der Nacht zum Donnerstag gab es erneut einen Wolfsangriff - obwohl die Schafsbesitzer viel richtig gemacht haben.

Die ausgewachsenen Jungtiere der Wölfe sind jetzt vermehrt mit auf der Jagd.
Die ausgewachsenen Jungtiere der Wölfe sind jetzt vermehrt mit auf der Jagd. © Symbolbild: dpa

Dresden. Barbara Schulze ist aufgeregt, als sie anruft. "Diese Nacht hat der Wolf bei uns zugeschlagen", sagt die Seniorin aus Pappritz. An der Fernsehturmstraße halten sie und ihr Mann Bernd Alpakas sowie drei Schafe auf einer großen Weide. Ein Schaf wurde in der Nacht zum Donnerstag vom Wolf gerissen, das Lieblingsschaf ihrer Enkelin, das den Namen Lonie trug.  "Das Tier wurde über die halbe Weide geschleift, sein Bauch ist aufgerissen und ausgeweidet", sagt Barbara Schulze traurig. Sofort haben Schulzes die Fachstelle Wolf angerufen, der Gutachter bestätigt den Riss. "Das Schaf wies einen typischen Kehlbiss auf, sodass der Wolf als Verursacher hinreichend sicher ist", sagt Karin Bernhardt, die Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. 

Wahrscheinlich hat der Wolf auch ein Alpaka angefallen. Es ist am Hals verletzt. Doch das verängstigte Tier konnte nur aus der Ferne mit einem Fotoapparat begutachtet werden, sagt Bernhardt. "Es wirkte nach Einschätzung unseres Rissbegutachters vital und hat gefressen."

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Barbara und Bernd Schulze vor der toten Lonie, die seit vier Jahren bei ihnen lebte.
Barbara und Bernd Schulze vor der toten Lonie, die seit vier Jahren bei ihnen lebte. © Sven Ellger

Um die Tiere so gut wie möglich zu schützen, hat Familie Schulze die Weide mit einem 1,50 Meter hohen Maschendrahtzaun umzäunt, den sie mit schweren Erdnägeln und Betonplatten am Boden gesichert haben. Die Fachstelle bestätigt, dass der Zaun den Mindestschutz erfüllt. "Doch der Wolf hat einen der Nägel herausgebuddelt und ist unten durchgekrochen", sagt Barbara Schulze. Nachdem am 30. Juni in Weißig sieben Schafe vom Wolf gerissen wurden, haben Schulzes einen wolfssicheren Zaun bei der Fachstelle Wolf beantragt, sagt Barbara Schulze. Doch auf eine Antwort warten sie noch. "Es tut uns leid, dass die Familie Schulze länger als üblich auf einen Bescheid warten muss", sagt Karin Bernhardt. Zum einen liege das an der hohen Anzahl von Förderanträgen zur Wolfsprävention und zum anderen hätten sich die Förderanträge durch die Sommerferienzeit in Sachsen angestaut. "Die zuständigen Sachbearbeiter arbeiten derzeit fieberhaft an der Bearbeitung der Anträge. Die Antragstellerin Barbara Schulze kann in der nächsten Woche mit einem Bescheid rechnen", sagt Bernhardt.

Erst in der Nacht vom 16. zum 17. August wurde auf der Weißiger Forststraße eine Ziege vom Wolf gerissen. Zuvor gab es Schafsrisse im Juli in Helfenberg, in Ullersdorf und in Schönfeld. Beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, wo die Fachstelle Wolf angesiedelt ist, geht man davon aus, dass ein Rudel in der Dresdner Heide dafür verantwortlich ist. Dessen Territorium erstreckt sich über die Dresdner Heide und die angrenzenden Felder und Wiesen.

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Erst vor wenigen Tagen hatte das Land Sachsen vor verstärkten Angriffen auf Nutztiere durch den Wolf in den kommenden Wochen gewarnt. Der Grund sei ein erhöhter Nahrungsbedarf der inzwischen fast ausgewachsenen Wolfswelpen. Bis zum 24. August kam es in diesem Jahr zu insgesamt 102 Schadensfällen bei Nutztieren in Sachsen, bei denen der Wolf in 54 Fällen als Verursacher hinreichend sicher festgestellt werden konnte.

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