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Wolf überfahren

Ein Wolf ist bei Neustadt in ein Auto gelaufen. Aus welchem Rudel das Tier stammt, ist noch offen.

© Symbolfoto: dpa

Bei einem Wildunfall wurde am 3. Oktober ein Wolf in der Nähe von Neustadt tödlich verletzt. Wie die Polizei mitteilt, war ein 33-Jähriger gegen 9.45 Uhr mit seinem VW Caddy auf der Umgehungsstraße zwischen Bischofswerda und Neustadt unterwegs. Kurz nach dem Abzweig Oberottendorf lief ihm plötzlich ein Wolf ins Auto. Das Tier verstarb noch an der Unfallstelle. Am Auto entstand ein Schaden von rund 2 500 Euro.

Ob der Wolf zum Rudel aus dem benachbarten Hohwald gehörte, ist derzeit noch offen. Der Kadaver des Tieres wurde nach Berlin ins Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) gebracht, wo er jetzt untersucht wird. Die Experten wollen das Alter, den Gesundheitszustand und per Gentest auch die Herkunft des Tieres klären. Die Ergebnisse sollen in zwei bis drei Wochen vorliegen.

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Um einen Welpen habe es sich dem ersten Augenschein nach nicht gehandelt, erklärte ein Mitarbeiter der erst kürzlich eingerichteten Fachstelle Wolf in Deutschenbora bei Nossen, der selbst an der Unfallstelle vor Ort war. Allerdings seien die im Mai geborenen Welpen mittlerweile fast so groß wie erwachsene Tiere. Genaueres muss die Untersuchung in Berlin klären.

Zwei Unfälle mit Wölfen dieses Jahr

In der Regel verlassen die Jungtiere nach ein oder zwei Jahren das Territorium, in dem sie aufgewachsen sind. Es könnte sich also auch um ein Jungtier aus dem vergangenen Jahr handeln. Ist der überfahrene Wolf älter, spräche dies dafür, dass es sich um ein Tier auf Durchreise handelt. Im Hohwald zwischen Neustadt und Neukirch wurden Wölfe erstmals 2011 nachgewiesen. Seitdem gibt es immer wieder Meldungen über gerissene Schafe und Wildtiere.

Der jetzt überfahrene Wolf ist bereits der zweite, der in diesem Jahr im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Am 16. April wurde ein Wolfs-Welpe in der Nähe von Lohmen überfahren. Seine Herkunft konnte nicht zweifelsfrei ermittelt werden, das nächstgelegene Rudel lebt im Raum Stolpen und Hohnstein. Im Herbst 2017 überlebten zwei Welpen ihre Begegnungen mit Autos nicht, einer bei Berthelsdorf nahe des Hohwalds, einer bei Dobra.

Deutschlandweit wurden 2019 bereits 63 Wölfe bei Verkehrsunfällen getötet, im vergangenen Jahr waren es 66.

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