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Wollen Leisniger neues Jugendzentrum?

Diese Frage sollte in den nächsten ein bis drei Jahren von den Jugendlichen beantwortet werden. Bis 2025 gibt es Chancen auf Fördergeld.

Das Alternative Jugendzentrum (AJZ) in Leisnig ist baulich nicht in bestem Zustand. Allerdings hat die Kommune als Eigentümer schon Reparaturen veranlasst.
Das Alternative Jugendzentrum (AJZ) in Leisnig ist baulich nicht in bestem Zustand. Allerdings hat die Kommune als Eigentümer schon Reparaturen veranlasst. © Archiv/Dietmar Thomas

Leisnig. Mindestens ein Mal im Jahr beschäftigen sich die Leisniger Stadträte in öffentlicher Sitzung mit dem Alternativen Jugendzentrum (AJZ). Dann geht es fast immer ums Geld.

Darum, ob die Kommune auch im Folgejahr Geld für eine fachliche Begleitung der Jugendlichen ausgibt. Diese obliegt seit mehreren Jahren dem Verein Regenbogenbus, der über das Projekt „Kontraste“ mobile Jugendarbeit in Mittelsachsen anbietet.

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Dieses Angebot aufrecht zu erhalten, das sei nach den Worten von Sozialpädagogin Janine Kromm gerade zu Beginn von Corona nicht leicht gewesen. „Wir haben aber übers Telefon und per Mail zu den Jugendlichen Kontakt gehalten“, berichtete sie. Mittlerweile sei sie wieder regelmäßig dienstags und bei Bedarf auch an anderen Tagen im AJZ in Leisnig.

Basketballplatz ist nächstes Projekt

Unterstützung leiste der Verein auf vielerlei Gebieten, auch, wenn es darum geht, Fördergeld für verschiedene Projekte zu beantragen. „Aktuell bemühen wir uns um Zuschüsse von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung“, so Janine Kromm. Mit dem Geld und eigener Initiative der Jugendlichen soll nahe der Skaterrampe ein Basketballplatz angelegt und damit ein Wunsch der Nutzer werden werden. Den Korb stellt die Kommune zur Verfügung, sagte Bauamtsleiter Thomas Schröder zu.

Wie sich das weitere Angebot im AJZ in diesem Jahr entwickele, das hänge ganz davon ab, wie es mit dem Coronavirus weitergeht. „Derzeit überlegen wir gemeinsam mit der Kommune, ob und unter welchen Bedingungen es möglich ist, das AJZ wieder für kleinere Veranstaltungen zu öffnen“, so die Sozialpädagogin.

Noch nicht weitergekommen ist sie, was die Zusammenarbeit mit der Oberschule betrifft. Zum einem, weil es lange Zeit coronabedingt keinen Unterricht und es somit zum anderen auch keine Schulsozialarbeit gab. Von einem stärkeren Miteinander verspricht sich das Team des Regenbogenbusses, noch mehr junge Leute auf das Angebot im AJZ aufmerksam zu machen.

Publikum hat sich verjüngt

Das wünschen sich auch einige Stadträte. Nach wie vor sind sie nur bedingt damit zufrieden, wenn sie hören, dass es durchschnittlich zwischen fünf und 15 Besucher in der Einrichtung gibt. „Das ist relativ spärlich“, findet Hansjörg Oehmig (CDU). Doch Janine Kromm relativierte, dass sie nur von den Besuchern sprechen kann, die ihr während ihrer Zeit vor Ort begegneten. Denn Strichlisten würden nicht geführt.

Wie sie weiter berichtete, habe sich parallel zur Kerngruppe, etwa 15 Leuten von 17 und 27 Jahren, eine weitere jüngere gebildet. Dabei handele es sich um 14- bis 18-Jährige, die sehr gut integriert seien. Von ihnen komme auch der Wunsch, einen Basketballplatz anzulegen.

Die Sozialpädagogin bescheinigt den Jugendlichen, sehr interessiert zu sein, selbstständig Workshops und Veranstaltungen zu verschiedenen Themen zu planen und sich überdies in die Gestaltung ihres Treffs einzubringen – sowohl im Innen-, als auch im Außenbereich.

Die Zusammenarbeit mit dem AJZ-Vereinsvorstand sei Janine Kromm zufolge zuverlässig und verlange allen ein profundes Wissen über Vereinsführung ab. Bei den zurückliegenden Jahresauswertungen war auch der Vorsitzende Robin Reg‘n dabei. Diesmal hatte ihn die Verwaltung zur Bilanz nicht eingeladen. Wegen der Corona-Beschränkungen, davon geht die Sozialarbeiterin aus. Und, weil es auch ansonsten direkten Kontakt zwischen Verwaltung, Räten und AJZ-Vorstand gebe.

Schäden bemängelten die Nutzer 2019 etwa an der Verkleidung aus Asbest
Schäden bemängelten die Nutzer 2019 etwa an der Verkleidung aus Asbest © Archiv/Dietmar Thomas

Einen Wunsch der Jugendlichen ließ die Sozialpädagogin nicht unerwähnt: dem nach einem besseren Schutz des Geländes. Der Verein habe sich kundig gemacht und sei nach einem Einbruch für eine Videoüberwachung des Grundstückes – zumindest in den Abend- und Nachtstunden. Uwe Dietrich vom Ordnungsamt wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es auf öffentlichem Gelände schwierig sei, Derartiges umzusetzen. Gleichwohl bot er an, sich dazu mit dem Sächsischen Datenschutzbeauftragten zu beraten.

Hinsichtlich der Unterhaltung der Immobilien sind die Nutzer offenbar zufriedener als vor einem Jahr. Schäden an der Fassade, zumindest den alten Asbestplatten, hat die Kommune beseitigt und eine neue Verkleidung anbringen lassen. Bürgermeister Tobias Goth (CDU) könnte sich vorstellen, dass es Sinn macht, über einen Neubau nachzudenken: „Die Gebäude sind schon mehrere Jahrzehnte alt.“ 

Weder vom Brand- noch vom Wärmeschutz her könnten sie aktuellen Anforderungen entsprechen. Bis 2025 könnte es unter Umständen Zuschüsse für einen neuen Treffpunkt geben. Leisnig ist mit dem Freizeit- und Sportkomplex in dem Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“.

Mit Altem durchaus zufrieden

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Einige der Jugendlichen sind aber gar nicht so auf etwas Neues erpicht. Sie zeigten sich bei einem Besuch zufrieden mit dem, was sie haben – vorausgesetzt es funktioniert. Das war bei den Toiletten nicht immer der Fall. Auch Janine Kromm denkt, dass die jungen Leute relativ gut mit dem leben können, was sie haben. „Viele sind auch bereit, sich mit ihre handwerklichen Fähigkeiten für den Erhalt einzusetzen.“

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