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Dresden

Wollen "Raubritter" mit Corona Kasse machen?

Mit der Krise Geld verdienen: Ein Dresdner Unternehmer hat der Stadt OP-Masken als Mundschutz angeboten - zu unmöglichen Konditionen, sagt die Stadt und warnt.

Zwielichtige Geschäfte mit Mundschutz und OP-Masken in Cornona-Zeiten werden derzeit der Stadt angeboten.
Zwielichtige Geschäfte mit Mundschutz und OP-Masken in Cornona-Zeiten werden derzeit der Stadt angeboten. © Symbolfoto: dpa

Dresden. Mundschutz wird knapp, heißt es seit Tagen. Werkstätten der Theater in der Stadt nähen, um zu helfen.

Ein Dresdner Unternehmer hat der Stadt angeboten, zu helfen. Da diese ablehnt, wird sich nun in sozialen Medien darüber aufgeregt. Was steckt dahinter?

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Das Angebot liegt der SZ vor. Darin heißt es: "Anbei ein Angebot aus seriöser, persönlich bekannten Quelle. Firma sitzt vor Ort und vermittelt nur Waren von vorher geprüften und seriösen und persönlich bekannten Unternehmen." 

Die Zertifikate dafür seien in englischer Sprache angefordert worden, liegen aber nur in russischer Sprache vor. "Die Masken haben das CE-Zertifikat", heißt es darin. Die Stadt solle sich melden, wenn Interesse besteht.

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In der zweiten Mail an die Stadt wird der Unternehmer dann konkreter. Es gehe um OP-Masken und Schutzanzüge. "Die Ware stammt aus der Ukraine und kann sofort versandfertig gemacht werden."

Von den OP-Masken könnte die Stadt sofort 200.000 Stück erhalten. Preis pro Stück, netto: 4,52 Euro. Das ist etwas weniger als normalerweise im Baumarkt für solche Feinstaubmasken gezahlt werden muss, bei der Stückzahl aber enorm viel. Dann heißt es noch: "Lieferzeit: sofort ab Lager China verfügbar, Transport auf dem Luftweg möglich." Es würde ab Bezahlung etwa fünf bis zehn Tage dauern, bis die Masken da sind."

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Dieses Angebot, über 900.000 Euro für 200.000 Masken ging ans Gesundheitsamt der Stadt. Das hat postwendend abgelehnt.  "Dieses Angebot war aus unserer Sicht unseriös", so Rathaussprecher Kai Schulz. "Es handelte sich dabei um einen Anbieter, der aus "persönlicher Bekanntschaft" heraus, in China produzierte Masken an uns vertreiben wollte."

Die Materialbeschaffenheit sei nicht beschrieben worden, Zertifikate nur auf chinesisch angehängt. Und das alles mit 100 Prozent Vorauszahlung zu einem sehr hohen Preis. "Solche Angebote trennen wir von den vielen seriösen Hilfsangeboten, die uns erreichen und die wir mit Bedarfsstellen in der ganzen Stadt verknüpfen", erklärt Schulz.

Schulz sagt, dass gerade viele Angebote die Stadt erreichen. "In der derzeitigen Situation sind sehr viele "Raubritter" unterwegs so wie wir es auch bei und nach der Flut 2002 erlebt haben." Dies betreffe nicht nur Schutzmasken sondern auch andere Bereiche. 

"Täglich gehen solche Mails und Angebote ein,  manchmal mit direkter Betrugsabsicht manchmal auch scheinbar nur um dann in den "sozialen Medien" für Aufruhr zu sorgen", erläutert Schulz. "Wir bemühen uns die seriösen Angebote von den unseriösen zu trennen." Der Dresdner Unternehmer wollte sich gegenüber der SZ nicht äußern.

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